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"Mal raus" - Garten mit Geheimnissen

Liebe Leserinnen und Leser, das neue Jahr hat begonnen, wie das alte aufgehört hat - im Lockdown und
HAZ "Mal raus"HAZ "Mal raus"
HAZ "Mal raus"
Liebe Leserinnen und Leser,
das neue Jahr hat begonnen, wie das alte aufgehört hat - im Lockdown und mit einem Minimum an möglichen Freizeitaktivitäten. Machen wir das beste draus!
Radfahren ist erlaubt und in der Regel trotz Corona unkritisch; wir haben dieses Mal eine Tour durch die Hemminger Ortsteile im Programm. Als Spaziergang empfehlen wir einen Bummel durch den Hinüberschen Garten in Marienwerder. HAZ-Redakteur Simon Benne kennt sich dort aus und weiß, welche Symbolik sich entschlüsseln lässt, wenn man sich die Zeit dafür nimmt.
Diejenigen unter Ihnen, die lieber zu Hause bleiben, finden heute bei uns Tipps und Berichte über Oper und Theater im Onlinestream, ein Blind-Wine-Tasting und Buchtipps von Buchhändlerinnen und Buchhändlern aus Hannover.
Machen Sie es sich schön und bleiben Sie gesund,
Ihr Freizeit-Team
Nadine Wolter und Bernd Haase

Mal raus zur Radtour

Vom Maschsee nach Hemmingen und zurück
Für eine gemütliche Halbtagestour ist eine Runde von Hannover durch die Hemminger Ortsteile und zurück genau das Richtige. Zu sehen gibt es unter anderem eines der ältesten Naturschutzgebiete Deutschlands sowie eine nagelneue Bundesstraße.
Am Rudolf-von-Bennigsen Ufer befindet sich eine Zählstelle für den Radverkehr. (Foto: Moritz Frankenberg)
Am Rudolf-von-Bennigsen Ufer befindet sich eine Zählstelle für den Radverkehr. (Foto: Moritz Frankenberg)
Los geht es am Maschsee, dieses Mal entlang der Ostseite am Rudolf-von-Bennigsen-Ufer und weiter geradeaus über die Schützenallee bis zur Brückstraße. Von der zweigt hinter der Döhrener Leininsel der Schwarze Weg ab. Zwischen Kleingärten hindurch führt die Route zur Wilkenburger Straße. Zum ersten und nicht zum letzten Mal für heute sind Seen zu sehen - der Kiesabbau hat seine Spuren hinterlassen. Nächstes Ziel ist das Alte Dorf Hemmingen. In der Kurve weisen Schilder den Weg ins Hammfeld und weiter in den Sundern.
Der Sundern ist Ausflugsziel für Radler und Spaziergänger (Foto: Andreas Zimmer)
Der Sundern ist Ausflugsziel für Radler und Spaziergänger (Foto: Andreas Zimmer)
Dieser rund 50 Hektar große Auwald mit Eschen, Erlen und Weiden ist bereits seit 90 Jahren als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Wer mag, kann sich das von Hofbaumeister Laves errichtete Mausoleum der Grafen von Alten ansehen, das aber in Teilen stark verfallen ist.
Die nächste Etappe führt zunächst zur Göttinger Straße, wo es seit Jahresende friedlicher zugeht - sie ist keine Bundesstraße mehr. Die blauen Markierungen des Rad- und Wanderwegs Grüner Ring weisen ein Stück nach rechts und dann über die Straße Richtung Devese. Bevor der Ort erreicht ist, passiert die Route zum ersten Mal eine Brücke die neue Bundesstraße, die erst vor wenigen Wochen für den Autoverkehr frei gegeben wurde.
Ein Brückenblick auf die neue Bundesstraße. (Foto: Andreas Zimmer)
Ein Brückenblick auf die neue Bundesstraße. (Foto: Andreas Zimmer)
Auch in Devese bleibt die Route am Ortsrand, bis sie nach links in die Straße Am Spielfeld abbiegt. Diese führt zum nächsten Waldstück, dem Ohlendorfer Holz, das ungleich größer ist als der Sundern. Der Hauptweg führt in den Wald hinein und dann mittendrin wieder nach links zum Café Webstuhl.
An der Kreisstraße folgt dann der nächste Linksschwenk bis zum ausgeschilderten Weg durch die Feldmark und über die Bundesstraßenbrücke nach Arnum. Der Hemminger Ortsteil wird längs durchquert bis zum Arnumer See. Dort geht es durch den Osterbruchweg am Campingplatz vorbei zum Landwehrgraben.
Die St.-Vitus-Kirche in Wilkenburg stammt aus dem 12. Jahrhundert. (Foto: Bernd Haase)
Die St.-Vitus-Kirche in Wilkenburg stammt aus dem 12. Jahrhundert. (Foto: Bernd Haase)
Nächstes Ziel ist Wilkenburg mit der historischen St.-Vitus-Kirche, womit die Runde durch die Hemminger Ortsteile endet. Der Rückweg führt über Wülfeler Straße, Wilkenburger Straße und Schwarzen Weg wieder zur Brückstraße. Biegt man von dort in die Döhrener Masch ein, gelangt man unter der Bundesstraße hindurch zum Großen Ricklinger Kiesteich und weiter über die Leine zum Westufer des Maschsees - um Hannovers Haussee auf dem letzten Stück der Fahrt mal von der anderen Seite zu sehen.
Spiegelbilder an den Ricklinger Kiesteichen (Foto: Angelina Apelhans)
Spiegelbilder an den Ricklinger Kiesteichen (Foto: Angelina Apelhans)
Die geschilderte Tour ist gut 26 Kilometer lang, führt über gut ausgebaute Straßen und Wege. Wer Höhenmeter machen will, muss woanders hin - dieses Profil ist so gut wie topfeben.
Zur interaktiven Karte dieser Route (Google Maps)
Mal raus zum Spaziergang

Der geheimnisvolle Garten
Drei Findlinge bilden den Druidenaltar in der Parkanlage. (Foto: Siegfried Schildmacher)
Drei Findlinge bilden den Druidenaltar in der Parkanlage. (Foto: Siegfried Schildmacher)
Unter den vielen Parks, mit denen Hannover prunken kann, ist dieser eine Art hidden champion – ein oft verkanntes Schmuckstück. Der Hinübersche Garten in Marienwerder wurde um das Jahr 1767 angelegt. Federführend war dabei Jobst Anton von Hinüber, der Amtmann des nahen Klosters Marienwerder. Er war ein überzeugter Freimaurer und gestaltete den englischen Garten ganz im Sinne der aufklärerischen Geheimgesellschaften. Bis heute finden sich dort zahlreiche verborgene Symbole aus der Welt der Logen.
Die Klosterkirche Marienwerder ist Ausgangspunkt und Ziel des Rundgangs. (Foto: Michael Zgoll)
Die Klosterkirche Marienwerder ist Ausgangspunkt und Ziel des Rundgangs. (Foto: Michael Zgoll)
Einen Rundgang startet man am besten an der Klosterkirche Marienwerder. Das um 1200 im romanischen Stil errichtete Gotteshaus gilt als älteste Kirche Hannovers und ist an sich schon einen Besuch wert. Von dort aus führt der Weg links am pittoresken Teich mit seiner Blumeninsel vorbei. Nicht weit dahinter liegen etwas abseits des Weges drei gewaltige Findlinge unter einem stattlichen Baum. Dieser „Druidenaltar“ symbolisiert die freimaurerische „Arbeit am rauen Stein“: So wie mittelalterliche Dombaumeister einst die groben Steine bearbeiteten, soll der Mensch seinen Charakter formen.
Weiter führt der Weg durch die Parklandschaft nach Nordosten, unterwegs flankieren Sinnsprüche die Strecke, die zum tugendhaften Leben mahnen. Ziel ist der verwunschene „Hexenturm“. Dieser wurde vor gut 250 Jahren schon als Ruine erbaut. Er soll ein Sinnbild der Vergänglichkeit sein. Einen schönen Ausblick hat man von seiner Höhe dennoch. Von dort verläuft der gewundene Weg weiter an die Leine, entlang dem Fluss zum Issendorff-Denkmal und schließlich zurück zum Ausgangspunkt.
Schon als Ruine erbaut: Der Hexenturm ist ein Symbol der Vergänglichkeit. (Foto: Insa Hagemann)
Schon als Ruine erbaut: Der Hexenturm ist ein Symbol der Vergänglichkeit. (Foto: Insa Hagemann)
Für den etwa 2,5 Kilometer langen Spaziergang darf man ruhig eine Stunde einplanen. Die Klosterkirche liegt in der Straße Quantelholz 33. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt man mit der Stadtbahnlinie 4 Richtung Garbsen bis zur Station Wissenschaftspark Marienwerder, von dort weiter mit der Buslinie 420 (Richtung Garbsen-Mitte) oder der Linie126 (Richtung Altgarbsen, Am Blauen See) zur Haltestelle Friedhof Marienwerder. Von dort sind es zu Fuß wenige Minuten bis zum Kloster.
Lesezeit

Sachbücher, Kinder- und Jugendliteratur, Belletristik: Wir haben für unsere neue Serie “Lesen im Lockdown” Hannovers Buchhändlerinnen und Buchhändler gefragt, welche Büchertipps sie abseits der Bestseller-Liste geben können - und sie haben nur allzu gern geantwortet. Hier kommen Sie zu Teil eins.
Bizet im Wohnzimmer - oder vielleicht Kleist

Oper für zu Hause - Szenenbild aus "Trionfo" (Foto: Sandra Then)
Oper für zu Hause - Szenenbild aus "Trionfo" (Foto: Sandra Then)
Seit Monaten sind Staatsoper und Staatstheater wie jegliche anderen kulturellen Spielstätten geschlossen. Immerhin: im Online-Stream kann man nun ausgewählte Stücke ansehen – und zwar kostenfrei. Interessierte finden die Opern “Carmen” von Georges Bizet, “Trionfo. Vier letzte Nächte” nach einem Oratiorium von Georg Friedrich Händel oder Theaterstücke, die für 36 Stunden online gestellt werden, in der Mediathek.
Und schließlich...

Feinschmecker vor dem Bildschirm
Spätestens seit dem ersten Lockdown sind Online-Weinverkostungen im Kurs gestiegen. In Hannover bieten unter anderem der Weinhandel Zwei in Zwanzig, das Weinhaus Feiter oder The Vineyard interessante Tastings an.
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