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HAZ "Mal raus" - Zwei Rundtouren, Spiele und Rezepte

Liebe Leserinnen und Leser, es bleibt vorerst vieles anders als gewohnt. Das schlägt sich auch in der
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HAZ "Mal raus"
Liebe Leserinnen und Leser,
es bleibt vorerst vieles anders als gewohnt. Das schlägt sich auch in der nunmehr 18. Ausgabe unseres Freizeit-Newsletters “Mal raus” nieder. Veranstaltungen fallen aus, Museen, Kinos, Sportanlagen und viele andere Einrichtungen dürfen nicht öffnen. Die Freizeitgestaltung unterliegt derzeit Regeln, die ein Virus bestimmt.
Wir haben uns trotzdem um ein Angebot bemüht, bei dem Sie hoffentlich etwas Passendes finden - eine Radtour im Calenberger Land und eine Wanderung in der Wedemark zum Beispiel. Beides ist ja erlaubt, wenn die Corona-Auflagen beachtet werden. Wir haben eine Expertin für Brettspiele nach Tipps gefragt und rufen einen Film in Erinnerung. Der ist schon etwas älter, passt aber in die Zeit und hat ein versöhnliches Ende. Und dann gibt es noch zwei Glühweinrezepte, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten.
Am Ende heißt Freizeit ja auch, das Beste aus den gegebenen Möglichkeiten zu machen. Vielleicht haben Sie Anregungen für uns, die können Sie gern per Mail an freizeit@haz.de schicken. Wir freuen uns darüber genauso wie über Lob oder Kritik.
In diesem Sinne: Munter bleiben,
Ihr
Bernd Haase
aus dem HAZ-Freizeit-Team

Raus mit dem Rad

Eine Tour in den Calenberger Bergen
Die beschriebene Radtour ist rund 45 Kilometer lang. (HAZ-Grafik: Llorens | GoogleMaps)
Die beschriebene Radtour ist rund 45 Kilometer lang. (HAZ-Grafik: Llorens | GoogleMaps)
Gehrdener, Benther oder Stemmer Berg - die Erhebungen im Calenberger Land tragen zwar vollmundig den Namen Berg, sind aber bewaldete Höhenzüge. Trotzdem bieten sie Aussichten in die Landschaft. Indem man Abschnitte der Regionsradrouten 3 und 4 sowie des Deisterkreisels miteinander verknüpft, kann man südwestlich von Hannover eine 45 Kilometer lange Bergtour unternehmen, ohne sich zu verausgaben - zumal die Route nicht über die jeweiligen “Gipfel” führt.
Historische Gebäude: Gehrden ist das erste Etappenziel. (Foto: Bernd Haase)
Historische Gebäude: Gehrden ist das erste Etappenziel. (Foto: Bernd Haase)
Weil es sich um einen Rundkurs handelt, ist der Start- und Zielpunkt der Tour wählbar. Wennigsen als Haltestelle der S-Bahn bietet sich an. Von dort aus geht es nach Lemmie und weiter auf dem Gehrdener Kirchweg Richtung Gehrdener Berg. Die Regionsroute führt westlich am Waldsaum des Höhenzuges entlang. Nimmt man die etwas beschwerlicher zu befahrende Ostroute, kommt man am historischen Ottomar-von-Reden-Park vorbei in die Gehrdener Fußgängerzone, kann die Burgbergstadt einmal durchmessen und sie Richtung Norden mit Blickpunkt Everloh und Benther Berg wieder verlassen.
Aussicht inklusive: Hannovers Stadtsilhouette, vom Benther Berg aus betrachtet. (Foto: Bernd Haase)
Aussicht inklusive: Hannovers Stadtsilhouette, vom Benther Berg aus betrachtet. (Foto: Bernd Haase)
Vor Everloh geht es nach rechts ein Stück die Bundesstraße entlang und dann links über den Sonnenhang zum Benther Berg. Am Ende der Straße hält man sich rechts und gelangt so auf die “Hannover-Seite”, also diejenige, die schöne Blicke auf die Stadtsilhouette bietet.
Am Parkplatz Jägerhaus könnte man nun direkt nach Lenthe fahren. Eine andere Variante ist der Schlenker durch den Wald nach Velber, verbunden mit der Möglichkeit, die historische Von-Lenthe-Allee entlang zu radeln.
In Lenthe: Das Geburtshaus von Werner von Siemens. (Foto: Bernd Haase)
In Lenthe: Das Geburtshaus von Werner von Siemens. (Foto: Bernd Haase)
In Lenthe stehen das Geburtshaus des Erfinders und Industriepioniers Werner von Siemens und eine Kirche mit dem schönen Namen 1000 Ritter. An dieser vorbei geht es durch die Feldmark in Richtung des Rittergutes Dunau. Dann kommt das steilste Stück der Tour, die Passage über den Stemmer Berg nach Stemmen. Über Nordgoltern schließlich führt die Route Richtung Barsinghausen an den Deisterrand.
Mit Perspektive: Blick vom Deisterrand bei Kirchdorf ins Vorland. (Foto: Bernd Haase)
Mit Perspektive: Blick vom Deisterrand bei Kirchdorf ins Vorland. (Foto: Bernd Haase)
Auf der letzten Etappe weist die Beschilderung des Deisterkreisels den Weg. Es geht durch den Wald und ein wenig auf und ab über Kirchdorf und Egestorf zum Georgsplatz. Der derzeit geschlossene Wasserpark, seinerzeit das erste Naturbad der Region, liegt an der Route nach Wennigsen. Wer jetzt noch Zeit hat, kann sich das Zeitmonument am Klosteramtshof anschauen, eine Art Supersonnenuhr mit historischen Erklärungen und Einordnungen. Am Kloster vorbei führt der Weg zurück zum Bahnhof.
Lohnt eine nähere Betrachtung: Das Zeitmonument in Wennigsen. (Foto: Bernd Haase)
Lohnt eine nähere Betrachtung: Das Zeitmonument in Wennigsen. (Foto: Bernd Haase)
Die geschilderte Tour ist 45 Kilometer lang, bietet aber Abkürzungsmöglichkeiten. Es geht über Straßen, Feld- und Waldwege, auf denen es manchmal ruckelig wird. Anstiege und Abfahrten sind Bestandteil des Programms, allerdings mit Schwierigkeitsgraden, die auch Gelegenheitsradler bewältigen können.
Das ist die Fahrradroute im Detail
Raus zur Herbstwanderung

Start und Ziel der Wanderung: Der Bissendorfer Ortskern mit Bürgerhaus und Amtshaus. (Foto: Ursula Kallenbach)
Start und Ziel der Wanderung: Der Bissendorfer Ortskern mit Bürgerhaus und Amtshaus. (Foto: Ursula Kallenbach)
Von Bissendorf in die Wietzeaue
Es muss nicht immer Deister oder Eilenriede als Wandergebiet sein. In der Wedemark zum Beispiel ist der historische Ortskern von Bissendorf Start und Ziel einer Tour in die Aue des Flüsschens Wietze.
Die zwölf Kilometer lange Runde beginnt am Bürgerhaus. Gegenüber geht es an der Michaeliskirche vorbei in den Kummerberg, der leicht bergab durch den Kirchweg Richtung Wennebostel führt - einem Ort, der nicht zuletzt durch viele teils mächtige Eichen geprägt ist. Durch die Straße In Wennebostel erreicht man den Ortsausgang und biegt dann nach rechts in die Straße Zur Wietze ab. Es lässt sich gut gehen in der Feldmark bis zur Autobahnquerung. Kurze Zeit später sieht man zum ersten Mal das Flüsschen Wietze. Leider führt kein Weg am Wasser entlang. Die Route verläuft durch die Wietzeaue und auch durch die Wietzesiedlung.
An der Kreisstraße mit dem früheren Landhaus Wietze geht es geradeaus weiter durch den Wietzestrand und über die Brücke über das Flüsschen Richtung Bissendorf-Wietze. Hinter den ersten Häusern biegt die Strecke nach links in den Mörsenwinkel ab.
Wurde im Jahr 1928 gebaut: Die Eichenkreuzburg ist ein Jugend- und Freizeitheim. (Foto: HAZ-Archiv)
Wurde im Jahr 1928 gebaut: Die Eichenkreuzburg ist ein Jugend- und Freizeitheim. (Foto: HAZ-Archiv)
Ein Holzschild weist dann den Weg zur Eichenkreuzburg. Das Gebäude aus dem Jahr 1928 sieht tatsächlich aus wie eine kleine Burg, ist aber ein Jugend- und Freizeitheim. Einen knappen Kilometer weiter taucht wieder ein Wegweiser Richtung Bissendorf auf, wo sich die Runde schließt.
Wer Lust hat, kann noch den Ortskern des früheren Amtsvogtsitzes erkunden und dabei was lernen: An mehreren der alten Häuser hängen Schilder mit Erläuterungen. Der Ort Bissendorf ist auch mit der S-Bahnlinie 4 erreichbar. Von der Station bis in den Ortskern sind es gut 500 Meter Wegstrecke.

Die Wanderroute im Detail
Spielzeit

Die Expertin in der Region: Dorle Burgdorf kennt sich gut mit Brettspielen aus. (Foto: Heike Baake)
Die Expertin in der Region: Dorle Burgdorf kennt sich gut mit Brettspielen aus. (Foto: Heike Baake)
Wer etwas über Spiele wissen will, könnte Dorle Burgdorf fragen. Sie ist die Initiatorin der Brettspielgruppe Seelze-Letter, die sich im Sommer allerdings wegen der Corona-Pandemie aufgelöst hat. Das Wissen um gute Spiele aber ist geblieben. Tipps von Dorle Burgdorf für einen Spieleabend in der Familie finden Sie hier.
Ansonsten hätten wir noch einen speziellen Vorschlag: “Monopoly” gibt es seit dem Jahr 1904; es ist eines der bekanntesten und erfolgreichsten Brettspiele weltweit. Im Sommer nun hat der Hasbro-Verlag eine Version herausgebracht, die das eigentliche Spielziel auf den Kopf stellt. Beim “Monopoly für schlechte Verlierer” wird derjenige am Ende zum Gewinner, der anfänglich die meisten Loser-Marken sammelt und die sogenannte Loser-Figur in seinen Besitz bringt. Erhältlich im Handel, geeignet für zwei bis sechs Spieler ab acht Jahren.
Filmzeit

Robert Redford kämpft in "All is lost" einen einsamen Kampf. (Foto: Richard Foreman jr./dpa)
Robert Redford kämpft in "All is lost" einen einsamen Kampf. (Foto: Richard Foreman jr./dpa)
Einsamkeit ist ein Thema, das häufig im tristen November hochkommt - vor allem aber in diesem Pandemie-Herbst. Einsamer als Robert Redford im Film “All ist lost” von 2014 kann man nicht sein. Er gerät als Einhandsegler auf dem Indischen Ozean in Seenot. Immer, wenn er ein Problem bewältigt hat, kommt das nächste, größere auf ihn zu. Man könnte verzweifeln, aber der Segler tut es nicht, und das wird belohnt. Als alles verloren scheint, kommt der Film zu einem guten Ende - fantastisch in Szene gesetzt in gleißendem Licht. Und das ist auch genau der Grund, warum wir ihn empfehlen. Erhältlich bei Streamingdiensten und als DVD im Handel.
Bastelzeit

Fenja hat ihr Igel-Tipi bereits gebaut. (Foto: Dana Pies)
Fenja hat ihr Igel-Tipi bereits gebaut. (Foto: Dana Pies)
Es wird Zeit für die Igel, sich ins Winterquartier zu begeben. Der Verein Kunstspirale Hänigsen hat eine wetterfeste Behausung für die Stacheltiere kreiert, die man mit wenig Aufwand und Material nachbauen kann - am besten gemeinsam mit Kindern. Eine Anleitung für das “Igel-Tipi” finden Sie hier.
Und schließlich ...

Mit Weihnachtsmarkt-Seligkeit dürfte es dieses Jahr nichts werden - einen guten Glühwein darf man sich aber trotzdem schmecken lassen. (Foto: Philipp von Ditfurth)
Mit Weihnachtsmarkt-Seligkeit dürfte es dieses Jahr nichts werden - einen guten Glühwein darf man sich aber trotzdem schmecken lassen. (Foto: Philipp von Ditfurth)
… hätten wir da noch etwas für Experimentierfreudige: Wer genau Glühwein erfunden hat, ist nicht hundertprozentig belegt. Als heißer Kandidat gilt der sächsische Graf August Josef Ludwig von Wackerbarth (1770-1850), in dessen Nachlass folgendes Rezept gefunden wurde: Für einen Liter Rotwein sieht die Anleitung vier Loth (ein Loth entspricht knapp 60 Gramm) Zimt, zwei Loth Ingwer, ein Loth Anis, ein Loth Granatapfel, ein Loth Muskatnüsse, ein Loth Kardamom sowie ein Gran (heute rund 60 Milligramm) Safran vor. Das Ganze muss dann nach der Wackerbarthschen Rezeptur noch mit Zucker oder Honig gesüßt und abgeschmeckt werden.
Kleine Warnung vom sächsischen Staatsweingut: Art und Menge der darin beschriebenen Gewürze dürften kaum mehr den Geschmack der heutigen Zeit treffen. Deshalb hier eine moderne Variante: Einen Liter trockenen Rotwein mit zwei Esslöffeln Honig versüßen. Dazu kommen eine Prise Zimt und der Saft von zwei Orangen. Vier Zentiliter (entspricht etwa einem Schnapsglas) guter Rum runden das Ganze ab.

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