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HAZ "Mal raus" - Zu den Zeichen der Macht

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HAZ "Mal raus"
Liebe Leserinnen und Leser,
geht es Ihnen auch so? Gefühlt ist die Vorweihnachtszeit in diesem Jahr wieder weniger hektisch als sonst - man könnte fast sagen: besinnlich.
Entsprechend haben wir diesen Newsletter gestaltet. Wir bleiben zumeist in Hannover und schlagen ihnen einen Spaziergang vor, der Adventsweg heißt, aber noch bis zum 6. Januar angeboten wird. Die Radtour führt auf dem Julius-Trip-Ring um die City.
Als Ausflugstipp haben wir Celle im Programm, das sich mit seinem Fachwerkensemble um diese Jahreszeit gut macht und wo das Residenzmuseum im Schloss seine Ausstellung in Teilbereichen überarbeitet hat. Wir finden, dass sich das Ergebnis lohnt. Wer lieber zu Hause bleibt, Stichwort Winterruhe: Ganz zum Schluss weisen wir Sie auf das aktuelle Spiel des Jahres hin.
Wenn Sie mögen, hören Sie wieder am 29. Dezember von uns - wir würden uns freuen. Also wünschen wir Ihnen jetzt bereits ein frohes Weihnachtsfest mit vielen positiven Überraschungen - abgesehen von der einen natürlich, die uns schon so lange plagt.
Beste Grüße, bleiben Sie guten Mutes!
Bernd Haase und Simon Benne

Der große Ausflug

Zeichen der Macht im Residenzmuseum
Das Celler Schloss mit seiner Renaissance-Kapelle und den prächtigen Parade-Gemächern gehört zu den herausragenden Residenzen in Deutschland. Seine Baugeschichte reicht bis ins Mittelalter zurück. Im Schloss befindet sich auch das Residenzmuseum, das in diesem Jahr seine Dauerausstellung erweitert hat. Es geht dort jetzt um Herrschaft im Wandel der Jahrhunderte – und um deren Kontrolle.
Das Celler Schloss ist das größte seiner Art in der südlichen Lüneburger Heide. (Foto: Touristik Region Celle/dpa)
Das Celler Schloss ist das größte seiner Art in der südlichen Lüneburger Heide. (Foto: Touristik Region Celle/dpa)
Der berühmte Modeschöpfer hatte seine Wohnung mit Kunstwerken geradezu vollgestopft: Als Yves Saint Laurent 2008 in Paris starb, kamen beim Auktionshaus Christie’s Schätze für 374 Millionen Euro unter den Hammer. Drei Preziosen sicherte sich das Land Niedersachsen - die silbernen Huldigungspokale aus dem Besitz des letzten Celler Herzogs Georg Wilhelm. Sie waren einst prachtvolle Geschenke von Städten an den Landesherren gewesen – wobei die Städte mit ihren großzügigen Gaben auch ihre eigene Prosperität zur Schau stellten. Zu den Zeichen der Macht gehört eben immer auch die Macht der Zeichen.
Die Huldigungspokale stammen aus dem 17. Jahrhundert. (Foto: Simon Benne)
Die Huldigungspokale stammen aus dem 17. Jahrhundert. (Foto: Simon Benne)
Im Celler Schloss, wo Georg Wilhelm bis zu seinem Tode 1705 residierte, sind die gewaltigen Pokale aus dem 17. Jahrhundert am Eingang der Ausstellung “Herrschaft und Landschaft” zu bewundern. Jene beiden Teile der Dauerausstellung, die schon vor einigen Jahren runderneuert wurden, zeigen vor allem die glamouröse Welt der Herrschenden. „Im dritten Teil nehmen wir nun einen Blickwechsel vor“, sagt Juliane Schmieglitz-Otten, Direktorin des Residenzmuseums. Es geht um die Geschichte politischer Mitbestimmung vom Mittelalter bis heute. Unter den mächtigen Holzbalken aus dem 15. Jahrhundert kreist die modern designte Ausstellung um den Weg von der alten Ständegesellschaft bis zur gesellschaftlichen Partizipation unserer Tage. „Wir wollen einen wertschätzenden Blick auf die Demokratie vermitteln“, sagt die Direktorin.
Direktorin Juliane Schmieglitz-Otten verantwortet die Dauerausstellung. (Foto: Simon Benne)
Direktorin Juliane Schmieglitz-Otten verantwortet die Dauerausstellung. (Foto: Simon Benne)
Mit interaktiven Bildschirmen, Hör- und Videostationen will die Ausstellung vor allem Jugendliche ansprechen. Gegliedert ist sie in sechs Abteilungen: „Recht“, „Finanzen“ und „Wissen“ zeigen, was Herrschaft oft konstituiert. „Medien“, „Kritik“ und „Identität“ zeigen, was sie begrenzen kann.
Gemälde und Gewänder sind in der Ausstellung zu sehen, Schriftstücke, Waffen und Münzen. Überladen ist die Ausstellung jedoch nicht – jedes Exponat illustriert stellvertretend ein historisches Phänomen. So wird etwa beim Kapitel „Medien“ die Selbstinszenierung der Landesherren mit adelskritischen Flugschriften kontrastiert. Beim Kapitel „Kritik“ ist die Trommel einer Celler Bürgerwehr aus dem Revolutionsjahr 1848 neben aktuellen „Fridays for Future“-Plakaten zu sehen.
Wie kommt man hin und was kostet das?
Das Celler Schloss mit dem Residenzmuseum liegt am Schlossplatz 1. Celle ist von Hannover aus mit dem Auto über die Bundesstraße 3 zu erreichen. Mit der Bahn kommt man mit den S-Bahn-Linien 6 und 7 oder mit den Regionalzügen des Metronom in die Kreisstadt. Das Museum ist dienstags bis sonntags von 11 bis 16 Uhr geöffnet, allerdings nicht an den Weihnachtstagen und an Silvester. Tageskarten kosten für Erwachsene 8 Euro, ermäßigt 5 Euro. Kinder und Schüler haben freien Eintritt. Aktuell gilt wegen Corona die 2G-Regel. Weitere Informationen finden Sie hier.
Was gibt es noch?
Die Celler Altstadt lohnt immer einen Bummel. (Foto: Bernd Haase)
Die Celler Altstadt lohnt immer einen Bummel. (Foto: Bernd Haase)
Die Celler Altstadt verfügt mit rund 450 restaurierten und denkmalgeschützten Fachwerkhäusern über das größte geschlossene Ensemble dieser Art in Europa. Wer bummeln will, findet hier auch noch inhabergeführte Einzelhandelsgeschäfte. Unter den Parks und Grünanlagen lohnt der Heilpflanzengarten unweit der Fußgängerzone einen Besuch. Unter anderem befinden sich dort Themenbeete, die mit Hildegard von Bingen, Sebastian Kneipp und Matthias Leisen Vertreterinnen und Vertretern der Heilmethoden aus drei unterschiedlichen Epochen gewidmet sind. Mit seinem Baum- und Wiesenbestand ist der Garten nicht zuletzt auch eine Oase der Ruhe.
Der kleine Ausflug

Auf dem Adventsweg durch die City
Der Adventsweg startet am Ernst-August-Denkmal. (Foto: Ilona Hottmann)
Der Adventsweg startet am Ernst-August-Denkmal. (Foto: Ilona Hottmann)
Es geht um den Lichterbaum in der Marktkirche. Und um ein Kreuz im Straßenpflaster, von dem aus man vier Kirchen auf einmal sehen kann. Und um den Herrnhuter Stern, der im Turm der Reformierten Kirche am Waterlooplatz erstrahlt. Der “Adventsweg”, den Hannovers Kirchen jetzt als ökumenische Aktion initiiert haben, führt zu insgesamt elf Stationen in der City. Unterwegs erfahren Teilnehmer des interaktiven Rundgangs allerlei über Sehenswürdigkeiten - und über weihnachtliche Traditionen. Wer mitmachen will, braucht ein Smartphone und die kostenlose App “Actionbound”. Dort muss man “Adventsweg Hannover” eingeben - und los geht’s. Startpunkt ist das Ernst-August-Denkmal; von dort aus geht es über den Kröpcke in die Altstadt. Auf dem rund drei Kilometer langen Weg gibt es besinnliche Texte und informative Podcasts - ein corona-konformes Vergnügen. Und wer beim Quiz unterwegs bis zum 6. Januar mindestens 630 Punkte sammelt, bekommt am Ende einen Überraschungspreis. Den Link zur App finden Sie hier.
Raus mit dem Rad

Eine Runde auf dem Trip-Ring
Herrenhäuser Gärten, Eilenriede, Maschsee, Leine – allesamt gehören sie zu Hannovers Sehenswürdigkeiten. Ihre Gemeinsamkeit ist, dass sie am Julius-Trip-Ring liegen, dem ausgeschilderten Weg um die Innenstadt. An keinem Punkt des Rings ist man weiter als fünf Kilometer von der City entfernt.
Der Berggarten ist eine der vielen Anlaufstellen am Ring. (Foto: Florian Wallenwein)
Der Berggarten ist eine der vielen Anlaufstellen am Ring. (Foto: Florian Wallenwein)
Als Startpunkt für eine Tour kann man die Herrenhäuser Gärten wählen - was insofern Sinn ergibt, als dass der Ring nach Hannovers erstem Gartenbaumeister benannt ist. Für eine Runde im Uhrzeigersinn führt der Weg am Berggarten und dem Schulbiologiezentrum vorbei über Hainholz Richtung Vahrenwald. Danach weiß man, warum Hannover Kleingartenstadt ist. Am Niedersachsenring überquert die Route die Vahrenwalder Straße.
Weiter geht es auf dem Pastor-Jaeckel-Weg zum Pelikanviertel und zum Gelände der ehemaligen Deutschen Grammophon. Schallplatten werden hier schon lange nicht mehr produziert, stattdessen wird Büroarbeit erledigt.
Zwischen Steuerndieb und Waldhausen verläuft der Weg durch die Eilenriede. (Foto: Julian Stratenschulte/dpa)
Zwischen Steuerndieb und Waldhausen verläuft der Weg durch die Eilenriede. (Foto: Julian Stratenschulte/dpa)
Dann sieht man Grün. Die Strecke verläuft nun für einige Kilometer durch den Stadtwald Eilenriede, der zu den größten Europas zählt. Die Stationen heißen Steuerndieb (wo einst eine Warte der hannoverschen Landwehr stand), Pferdeturm mit dem Eisstadion, Bischofshol mit der Waldgaststätte, Waldheim und Waldhausen. Auch der parkähnliche Stadtfriedhof Engesohde liegt am Trip-Ring.
Nach dem Stadtwald kommt der Stadtsee. Die Route führt an Süd- und Westufer des Maschsees vorbei am Strandbad, der Quelle und den Bootshäusern. Was die Sache hier neben einigen Gelegenheiten zur Einkehr abrundet, ist der spektakuläre Blick auf Hannovers Stadtsilhouette.
Am Ihme-Ufer prägt unter anderem das Lindener Kraftwerk die Szenerie. (Foto: Tim Schaarschmidt)
Am Ihme-Ufer prägt unter anderem das Lindener Kraftwerk die Szenerie. (Foto: Tim Schaarschmidt)
Dieser Blick ist dann mit dem Wechsel von der Leine zur Ihme am Schnellen Graben passé. Es geht vorbei am Sportpark mit Stadion und Sporthalle, gegenüber liegt das Krankenhaus Siloah mit seiner markant bunten Fassade. Es folgen der Betriebshof der Üstra, die Betonburg Ihme-Zentrum und das Lindener Kraftwerk. Dann kommen wieder Kleingärten in Sicht und bald danach die Graft zwischen Großem Garten und Georgengarten. Vor dem Eingang zum Großen Garten schließt sich der Kreis.
Die gesamte Strecke ist etwa 25 Kilometer lang und führt über gut ausgebaute Wege. Da es sich um einen Rundweg handelt, ist der Einstieg überall möglich. Wer mit der S-Bahn anreisen will, steigt am Bahnhof Nordstadt aus und fährt über die Haltenhoffstraße bis zum Burgweg, durch den der Trip-Ring verläuft.
Interaktive Karte des Julius-Trip-Rings: Unsere Route auf Google Maps
Hannover entdecken

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Mal was anderes

Film zum Bau des Maschsees
So planten NS-Größen die Gestaltung des Maschseeareals. (Foto: Historisches Museum Hannover)
So planten NS-Größen die Gestaltung des Maschseeareals. (Foto: Historisches Museum Hannover)
Auf seiner Website bringt Dietmar Geyer Jugendlichen das Hannover der NS-Zeit nahe, um sie vor Totalitarismus zu warnen. In seinem neuen Film, der auch auf Youtube läuft (siehe unten), präsentiert er dort nun teils kaum bekannte Fotos und Filmaufnahmen aus der Anfangszeit des Maschsees. Im März 1934 begannen bis zu 1650 Arbeiter mit den Schachtarbeiten. „Absichtlich wurden keine Maschinen eingesetzt“, heißt es im Kommentar – die Arbeiter sollten schließlich beschäftigt werden. Der Lohn war allerdings kaum höher als die Arbeitslosenunterstützung. Der Film rekonstruiert auch, welche bombastischen Monumentalbauten die Nazis für die Umgebung des Sees geplant hatten – und wie dieser zum Schutz vor Bombenangriffen mit Holzmatten getarnt wurde. Sehen Sie hier den rund zehnminütigen Film:
Warum  die Nazis Hannovers Maschsee bauten. Und wo Hitler ein gigantisches Gauforum plante.
Warum die Nazis Hannovers Maschsee bauten. Und wo Hitler ein gigantisches Gauforum plante.
Und schließlich...

Johannes Stich ist der Autor des aktuellen Spiels des Jahres. (Foto: Thomas Ecke)
Johannes Stich ist der Autor des aktuellen Spiels des Jahres. (Foto: Thomas Ecke)
… ist die dunkle Jahreszeit bestens gemacht für Brett- und Gesellschaftsspiele - beispielsweise das aktuelle “Spiel des Jahres”. Es heißt MicroMacro: Crime City und dreht sich um einen riesigen Stadtplan im Wimmelbildstil, mit dessen Hilfe Todesfälle in einer Stadt aufzuklären sind, deren Bewohner vordergründig harmonisch zusammenleben. Welche Spiele sonst noch in unterschiedlichen Kategorien Preise bekommen haben oder in die engere Auswahl gekommen sind, lesen Sie hier.
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