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HAZ "Mal raus" - Spargel, Hofläden und James Bond

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HAZ "Mal raus"
Liebe Leserinnen und Leser,
es regt sich einiges in Stadt und Land. Nach Monaten zwangsgebremsten Freizeitlebens ermöglichen die Inzidenzwerte endlich Öffnungen. Täglich erhält die Redaktion Nachrichten und Ankündigungen, dass Aktivitäten und Angebote wieder aufgenommen werden.
Wir haben diesen Freizeit-Newsletter bewusst regional gehalten und einen Fokus auf Hannover und das Umland gelegt. Eine Ausnahme gibt es - wie wäre es passend zur Saison mit einem Ausflug nach Nienburg ins Spargelmuseum? Unser Vorschlag für eine Radtour führt Sie diesmal zu den Hofläden der Wedemark. HAZ-Redakteur Stefan Arndt hat zusammengestellt, was Hannovers Kultur- und Veranstaltungsszene so zu bieten hat und demnächst bieten will. Wenn es ein Freibadbesuch oder ein Flohmarktbummel sein soll - auch das geht wieder, wenn auch unter Auflagen. In Burgdorf geht es in einer Ausstellung um James Bond.
Und auf den Erdbeerfeldern beginnt die Selbstpflücksaison - dieses Jahr verspätet, was aber hauptsächlich mal nicht am Virus, sondern am Wetter lag. Wir hoffen, dass etwas für Sie dabei ist. Und wenn Sie Anregungen und Tipps haben - gerne nehmen wir sie per Mail unter freizeit@haz.de entgegen.
Eine schöne Zeit wünschen Ihnen
Bernd Haase und Simon Benne
vom Freizeit-Team der HAZ

Der große Ausflug

Spargel und mehr in Nienburg
Die Pfarrkirche St. Martin ist eines der Wahrzeichen Nienburgs. (Foto: Handout Mittelweser-Touristik)
Die Pfarrkirche St. Martin ist eines der Wahrzeichen Nienburgs. (Foto: Handout Mittelweser-Touristik)
Fast 1000 Jahre reicht die Geschichte Nienburgs zurück. Die Kreisstadt an der Mittelweser hat einiges zu bieten, darunter das Museum Nienburg. Zu ihm gehören unter anderem das sogenannte Quaet-Faslem-Haus, ein klassizistisches Schmuckstück, und das in einem niederdeutschen Hallenhaus untergebrachte Niedersächsische Spargelmuseum. Ein Besuch passt also gerade in die Zeit.
Im Spargelmuseum spielt unter anderem Tischkultur eine wesentliche Rolle. (Foto: Handout Museum Nienburg)
Im Spargelmuseum spielt unter anderem Tischkultur eine wesentliche Rolle. (Foto: Handout Museum Nienburg)
Feinschmecker geraten in der Regel von Anfang Mai bis Ende Juni in eine besondere Art Aufruhr, denn dann ist Spargelzeit. Wer nicht nur genießen will, sondern auch alles Wissenswerte zum Saisongemüse und dessen rund 150-jährige Geschichte hierzulande erfahren will, kann sich im Niedersächsischen Spargelmuseum kundig machen. Die Museumsleitung um Kristina Nowak legt Wert darauf, dass die Schau nicht nur eine Region, sondern das gesamte Bundesland im Blick hat.
Das Dachgeschoss ist mit einer Sammlung rund um Genuss und Tischkultur bestückt, um die sich der Burgdorfer Friedrich-Karl Wiesener verdient gemacht hatte. Terrinen, Platten, Gedecke, Geschirr, Utensilien gehören zum einzigartigen Fundus. Die Sammlung war früher in Burgdorf zu sehen. Weil aber Nienburgs spargeltechnischer Hauptkonkurrent keine Räume für eine Dauerausstellung zur Verfügung stellen konnte, gab die Sparkassenstiftung als Besitzer sie in die Weserstadt.
Spargel findet man auch auf dem preisgekrönten Wochenmarkt in der Altstadt. (Foto: Handout Mittelweser-Touristik)
Spargel findet man auch auf dem preisgekrönten Wochenmarkt in der Altstadt. (Foto: Handout Mittelweser-Touristik)
Es geht in der Ausstellung nicht nur um Genuss, sondern auch um den Anbau, die Ernte, die Verarbeitung und die Weiterverarbeitung, präsentiert anhand von Fotos und originalen Maschinen und Werkzeugen. Ein weiteres Kapitel befasst sich mit der Saisonarbeit, ohne die Spargelanbau nicht möglich war und ist.
Was kostet das und wann ist geöffnet?
Die Tageskarte für das Museumsensemble kostet 4 Euro, ermäßigt 3 Euro und für Familen 8 Euro. Geöffnet ist dienstags bis donnerstags von 10 bis 17 Uhr, freitags von 10 bis 13 Uhr sowie sonnabends und sonntags von 14 bis 17 Uhr. Wegen der Inzidenzwerte im Kreis Nienburg ist derzeit ein Besuch ohne Voranmeldung und Corona-Test möglich, allerdings gelten die Abstandsregeln und die Maskenpflicht. Weitere Informationen finden Sie hier.
Das Quaet-Faslem-Haus ist ein architektonisches Kleinod. (Foto: Handout Mittelweser-Touristik)
Das Quaet-Faslem-Haus ist ein architektonisches Kleinod. (Foto: Handout Mittelweser-Touristik)
Was gibt es noch?
In unmittelbarer Nachbarschaft zum Spargelmuseum befindet sich das Quaet-Faslem-Haus, errichtet Anfang des 19. Jahrhunderts als toskanarot verputzter Steinbau durch den ursprünglich aus Flandern stammenden königlichen Baurat Emanuel Bruno Quaet-Faslem. Heute beherbergt es ein Museum mit den Schwerpunkten Kunst, Geschichte und Architektur. Ebenfalls auf dem Gelände zu finden sind ein Lapidarium, also eine Sammlung behauener Sandsteine, sowie ein Biedermeiergarten. Die Altstadt Nienburgs mit ihren vielen Fachwerkhäusern sowie das Weserufer sind ohnehin einen Besuch wert. Dann wäre da noch der Wochenmarkt, auf den die Einwohnerinnen und Einwohner von Nienburg stolz sind, weil er vor einiger Zeit als schönster Europas ausgezeichnet wurde. Markttage sind mittwochs und sonnabends von 8 bis 13 Uhr.
Wie kommt man hin?
Quaet-Faslem-Haus und Spargelmuseum befinden sich in der Leinstraße 4 in Nienburg. Die Weserstadt ist von Hannover aus mit dem Auto über die Bundesstraße 6 sowie mit der S-Bahn-Linie 2 und mit Regionalzügen erreichbar.
Raus mit dem Rad

Von Hof zu Hof durch die Wedemark
Die Region Hannover hat in der Vergangenheit einige Hofladenrouten entwickelt. Dahinter steckt die Idee, eine Radtour mit dem Einkauf von regionalen, frisch erzeugten Produkten zu verbinden - Fisch, Fleisch, Obst, Gemüse und vieles mehr. Eine der Strecken führt durch die Wedemark.
Der Forellenhof Wedemark ist nicht nur Anlaufadresse für Angler, sondern hat auch ein eigenes Fischgeschäft. (Foto: Bernd Haase)
Der Forellenhof Wedemark ist nicht nur Anlaufadresse für Angler, sondern hat auch ein eigenes Fischgeschäft. (Foto: Bernd Haase)
Die Tour beginnt in Wedemark-Bissendorf mit seinem schönen Ortskern und führt zunächst noch hofladenfrei Richtung Norden über Wennebostel und Mellendorf nach Hellendorf. Anglerinnen und Angler kennen den Ort wegen der Fischteiche. Am Forellenhof gibt es auch ein Fischgeschäft. Ebenfalls in Hellendorf befindet sich der Hofladen Schönhoff.
Hinter dem Forellenhof geht es über die Bahngleise in die Feldmark und dort längs des Bachlaufs Große Beeke weiter nach Elze. Dort befinden sich der Spargelhof Hemme und die Landschlachterei Dettmers, die als eine der wenigen Fleischereien in der Region noch selbst schlachtet.
Große Waben am Eingang von Jörns Hof in Dudenbostel verraten, was hier erzeugt wird. (Foto: Bernd Haase)
Große Waben am Eingang von Jörns Hof in Dudenbostel verraten, was hier erzeugt wird. (Foto: Bernd Haase)
Über Bennemühlen führt die Strecke dann zum Brelinger Berg und an dessen Nordseite entlang bis Dudenbostel, wo Imker Jörn Gärtner Honig erzeugt und ihn zur Selbstbedienung verkauft. Es folgt Abbensen, das auf dem Hof Wiese einen Eierautomaten zu bieten hat.
Wer abkürzen will, kann jetzt über Negenborn nach Brelingen fahren. Die größere und schönere Runde führt über die Straße Am Born aus Abbensen hinaus und zwischen Feldern und Waldstücken hindurch Richtung Resse zur kleinen Heidelbeerplantage von Torsten Decker und Kerstin Hahnel, auf der man in der Saison selbst pflücken kann. Nächstes Ziel ist dann Brelingen mit zwei Landschlachtereien und dem Biohof Rotermund-Hemme, der auch einen Hofladen zu bieten hat.
Bei Rotermund-Hemme in Brelingen wird seit 30 Jahren nach Bioland-Richtlinien gewirtschaftet. (Foto: Sven Warnecke)
Bei Rotermund-Hemme in Brelingen wird seit 30 Jahren nach Bioland-Richtlinien gewirtschaftet. (Foto: Sven Warnecke)
Durch den Wald geht es hinter Brelingen im Zickzack nach Wiechendorf. Wer noch einen weiteren Anbieter regionaler Produkte besuchen will, fährt über Schlage-Ickhorst zurück zum Ausgangspunkt. Dort wartet der in einem ehemaligen Kuhstall eingerichtete Hof- und Blumenladen Stoll auf Kundschaft.
Die beschriebene Tour startet und endet am S-Bahnhof Bissendorf, der von Hannover aus mit der Linie 4 zu erreichen ist. Mit dem Auto geht es über Flughafenstraße und/oder Autobahneckverbindung 352, Abfahrt Kaltenweide, nach Bissendorf. Die Radtour ist in voller Länge 41 Kilometer lang, bietet aber Abkürzungsmöglichkeiten. Das Profil ist weitgehend flach; man fährt teilweise an Kreisstraßen, ansonsten auf gut ausgebauten Wegen. Eine Broschüre mit Karte und Adressen sowie Öffnungszeiten der Hofläden und Geschäfte finden Sie hier.
Die Strecke im Detail
Raus zum Spaziergang

Neues in der Eilenriede
In Hannovers Stadtwald gab und gibt es so einiges. Kürzlich ist in der vorderen Eilenriede ein Natur- und Kulturpfad hinzugekommen, bestehend aus neun an Bäumen aufgehängten Infotafeln. Die kleine Ausstellung im Freien ist Teil der Aktion „650 Jahre Eilenriede“ – im Jahr 1371 hatten die Bürgerinnen und Bürger die Nutzungsrechte für den Wald erhalten.
Oberbürgermeister Belit Onay hat den Natur- und Kulturpfad gemeinsam mit den Studentinnen Diana Braukmüller und Nathania Tulak eröffnet. (Foto: Tim Schaarschmidt)
Oberbürgermeister Belit Onay hat den Natur- und Kulturpfad gemeinsam mit den Studentinnen Diana Braukmüller und Nathania Tulak eröffnet. (Foto: Tim Schaarschmidt)
Entstanden sind die Pfade als Masterprojekt von neun Studentinnen und Studenten des Instituts für Landschaftsarchitektur der Leibniz-Universität in Kooperation mit der Stadt. Die Ausstellungstafeln befassen sich mit Pflanzen, Tieren, Wasser und Waldpflege, aber auch mit der Nutzungsgeschichte, dem Wald als Ort für Spiel und Sport, den Gaststätten, den Denkmälern und der Kunst. Man erfährt, woher die Gastwirtschaft Milchhäuschen ihren Namen hat oder wie es bei den legendären Autorennen im Wald zuging.
Die Informationstafeln richten sich an Erwachsene und an Kinder. Letztere können ein Rätsel lösen oder sich an den beiden Maskottchen erfreuen, einem Rotfuchs und einem Buntspecht. Der Naturpfad ist 1,1 Kilometer lang, der Kulturpfad 1,9 Kilometer. Kombiniert man beide und nimmt sich ausreichend Zeit zum Lesen, ergibt sich ein etwa zweistündiger informativer Spaziergang. Als Einstiegspunkte geeignet sind etwa das Neue Haus im Bereich der Musikhochschule sowie das Königinnendenkmal oder der Wakitu-Spielplatz an der Hohenzollernstraße.
Kultur und Aktivitäten in Stadt und Umland

Theater, Kinos und Konzerthäuser in Hannover: Was jetzt wieder geht – und was nicht
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Stadtradeln: Wer strampelt für das Klima und die Stadt?
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Und schließlich...

Celine Machens hat sich in Laatzen-Gleidingen schon mit selbst gepflückten Erdbeeren versorgt. (Foto: Christian Behrens)
Celine Machens hat sich in Laatzen-Gleidingen schon mit selbst gepflückten Erdbeeren versorgt. (Foto: Christian Behrens)
… ist die Zeit nun doch langsam reif für selbst gepflückte Erdbeeren, frisch vom Feld. Wegen der kühlen Witterung ist die Saison in diesem Jahr etwas später gestartet als üblich. Jetzt aber öffnen die Betriebe nach und nach. Eine Übersicht über die Pflückfelder in der Region Hannover finden Sie hier.
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