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HAZ "Mal raus" - Schwarzes Gold und eine Radtour mit Anspruch

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HAZ "Mal raus"
Liebe Leserinnen und Leser,
es hellt sich auf - die Werte, auf die wir seit Langem starren, sinken auf breiter Front und die Verantwortlichen lockern die Corona-Einschränkungen.
Weil wir grundsätzlich zu den Optimisten gehören, glauben wir, dass das nicht nur vorübergehend so sein wird. Zum ersten Mal seit längerer Zeit haben wir deshalb unseren Newsletter wieder etwas weiter gefasst und einen größeren Ausflug ins Programm genommen. Er führt ins Erdölmuseum Wietze an der Aller und lässt sich mit einer Radtour verbinden.
Mit dem Fahrrad geht es außerdem von der Weser zum Süntel und zurück. Die Tour hat Höhen und Tiefen, aber wir wollen auch nicht ständig im Flachland unterwegs sein. Wir machen Sie auf den runden Geburtstag der Eilenriede aufmerksam und auf etwas Erhellendes, das sich in Herrenhausen ankündigt. Der Große Garten wird wieder illuminiert.
Dieses und Weiteres finden Sie in diesem Newsletter. Wenn Sie Anregungen, Tipps, Lob und natürlich auch Kritik haben, melden Sie sich gern via E-Mail an freizeit@haz.de bei uns.
Herzliche Grüße
Bernd Haase und Simon Benne
aus dem HAZ-Freizeit-Team

Der große Ausflug

Schwarzes Gold: Das Erdölmuseum in Wietze
Eine Landmarke: Der sogenannte Bohrturm 70 ist 54 Meter hoch. (Foto: Simon Benne)
Eine Landmarke: Der sogenannte Bohrturm 70 ist 54 Meter hoch. (Foto: Simon Benne)
Hier ist historisches Terrain. In Deutschlands Industriegeschichte hat ein Dorf in der Südheide einen Ehrenplatz – denn in Wietze (Kreis Celle) findet sich eines der ältesten Erdölfelder Europas. Schon im 17. Jahrhundert förderten Bauern ölhaltigen Sand aus Teerkuhlen, der als Schmier- und Heilmittel verwendet wurde. Im Jahr 1859 führte der Geologe Konrad Hunäus hier dann eine der weltweit ersten Ölbohrungen durch, und um das Jahr 1900 brach ein regelrechter Ölrausch aus.
Das Deutsche Erdölmuseum Wietze erklärt anschaulich, wie Erdöl entsteht, wie man es fördert und verarbeitet. Zwischen 1900 und dem Stopp der Förderung wurden hier 2,7 Millionen Tonnen Öl aus der Erde geholt. Binnen weniger Jahre wurde das beschauliche Dorf zum Industriestandort. „Es galt als das ,Klein-Texas der Heide‘“, sagt Museumsleiter Stephan Lütgert.
Museumsleiter Stephan Lütgert auf dem 1,8 Hektar großen Freigelände. (Foto: Simon Benne)
Museumsleiter Stephan Lütgert auf dem 1,8 Hektar großen Freigelände. (Foto: Simon Benne)
Sogar unterirdisch, in einem Erdölbergwerk, förderte man hier das Schwarze Gold. Ein Projekt erforscht gerade, wie die Nazis die Ölförderung massiv vorantrieben, um Rohstoff für Aufrüstung und Krieg zu bekommen. Mehr darüber lesen Sie hier.
Ein Dorado für Technikfans ist besonders das 1,8 Hektar große Freigelände mit seinen Pferdekopfpumpen und Förderböcken, den Fässern, Tanks und Türmen. Der 54 Meter hohe Bohrturm 70 ist gewissermaßen die Mona Lisa des Hauses, von seiner Aussichtsplattform bietet sich ein weiter Blick über die Heide.
Wie kommt man hin?
  • Mit dem Auto ist man von Hannover aus etwa 45 Minuten unterwegs: Auf der A7 Richtung Hamburg bis zur Abfahrt Schwarmstedt und dann über die Bundesstraße 214 Richtung Celle. Fürs Navi: Schwarzer Weg 7, Wietze.
  • Mit Öffis: Mit dem Metronom oder der S-Bahn nach Celle, von dort mit dem Bus 800 in knapp 40 Minuten über Hambühren und Ovelgönne nach Wietze (Haltestelle Alter Bahnhof). Von dort ist es eine Viertelstunde zu Fuß.
  • Eine weitere Möglichkeit: Fahrradmitnahme in der Bahn nach Celle und dann auf dem ausgeschilderten Aller-Radweg nach Wietze radeln. Hin und zurück sind es insgesamt knapp 40 Kilometer.
Wann ist geöffnet?
Geöffnet ist dienstags bis sonntags, an Feiertagen auch montags von 10 bis 17 Uhr. Derzeit ist der Eintritt nur mit einem gültigen negativen Corona-Test, einem nachgewiesenen vollständigen Impfschutz oder für nachweislich Genesene möglich. Erwachsene zahlen 6 Euro (ermäßigt 3 Euro). Das Museum bittet um vorherige Anmeldungen unter der Telefonnummer (05146) 92340. Aktuelle Informationen finden Sie hier.
Die Stechinelli-Kapelle in Wieckenberg ist eine architektonische Besonderheit. (Foto: Bernd Haase)
Die Stechinelli-Kapelle in Wieckenberg ist eine architektonische Besonderheit. (Foto: Bernd Haase)
Was ist dort sonst noch?
Etwa vier Kilometer vom Erdölmuseum (zu Fuß etwa 45 Minuten) gibt es ein architektonisches Kleinod: Die Stechinelli-Kapelle liegt in Wieckenberg, einem Ortsteil der Gemeinde Wietze (Stechinellistraße auf Höhe Junkernsteg). Sie wurde um 1692 als Gutskapelle von Francesco Maria Capellini (genannt Stechinelli) erbaut. Der evangelische Herzog hatte dem tüchtigen General-Erbpostmeister, der aus Italien stammte, erlaubt, hier eine katholische Kirche zu errichten. Diese durfte jedoch nicht auf den ersten Blick als Gotteshaus erkennbar sein. Von außen wirkt sie wie ein Bauernhaus, innen prunkt sie mit italienischem Barock. Für den Besuch empfiehlt sich (auch wegen der wechselnden Corona-Lage) eine vorherige Absprache mit der Kirchengemeinde. Infos gibt es unter der Telefonnummer (05146) 84 43.
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Raus mit dem Rad

Von der Weser an den Süntel und zurück
Fluss, Höhenzug, architektonische Kleinode, ländliche Tradition und Naturschutzgebiete - eine Radtour von der Weser aus durch die Sünteldörfer des Weserberglandes bietet Abwechslung. Das gilt auch für das teils etwas sportliche Streckenprofil. Die 34 Kilometer lange Tour mit Start und Ziel in Hameln lässt sich aber abkürzen.
Am Weserufer in Hameln beginnt die Rundtour. (Foto: Bernd Haase)
Am Weserufer in Hameln beginnt die Rundtour. (Foto: Bernd Haase)
Den ersten Streckenabschnitt dürften viele kennen, denn der Weser-Radweg zählt zu den beliebtesten in Deutschland. Es geht von der Hamelner Uferpromenade aus nach Wehrbergen. Am Ortsausgang verlässt die Route den Fernweg und führt direkt nach Fischbeck. Dort steht das Damenstift aus dem Jahr 955, verwunschen und eines der schönsten seiner Art weit und breit. Es ist noch bewohnt und versteht sich heute als Ort der Begegnung - wenn es denn das Corona-Geschehen erlaubt.
Der Marktplatz von Hessisch Oldendorf. (Foto: Bernd Haase)
Der Marktplatz von Hessisch Oldendorf. (Foto: Bernd Haase)
Nächstes Etappenziel ist Hessisch Oldendorf mit dem Marktplatz, der historischen Altstadt und dem Baxmann-Brunnen. Hier kann man sich noch einmal stärken, weil es anschließend mit dem gemütlichen Dahinrollen im Wesertal vorbei ist.
Die Strecke wendet sich nun über die Ortschaften Barksen und Zersen in Richtung des Höhenzuges Süntel. Es geht weiter zum Ausflugslokal Pappmühle. Auf dem Weg dorthin schiebt sich schon der schroffe Hohenstein ins Blickfeld. Hinter der Pappmühle bildet ein Parkplatz den Ausgangspunkt für Wanderungen in dem Gebiet. Wer Zeit, Lust und Kraft hat: Der Hohenstein ist bei entsprechendem Wetter ein echter Luginsland ins Wesertal.
Die Pappmühle liegt zu Füßen des Hohensteins. (Foto: Bernd Haase)
Die Pappmühle liegt zu Füßen des Hohensteins. (Foto: Bernd Haase)
Bis zur nächsten Ortschaft Bensen gibt es noch ein Auf und Ab zu bewältigen, das auch für die nächsten Kilometer danach nicht aufhören wird. Eine Alternative ist deshalb, in Bensen den ausgeschilderten Weg über Höfingen zurück ins Tal zu nehmen, wo man wieder in Fischbeck landet.
Die eigentliche Tour führt am Haddesser Bach nach Pötzen und weiter nach Unsen. Es folgt der giftigste Anstieg der Runde auf dem Weg nach Holtensen. Ist der bewältigt, geht es zur Belohnung die letzten fünf Kilometer bergab durch Waldgebiete zurück nach Hameln.
Das Signet der Route zeigt schon, dass es nicht immer eben zugeht. (Foto: Bernd Haase)
Das Signet der Route zeigt schon, dass es nicht immer eben zugeht. (Foto: Bernd Haase)
Der Start- und Zielort Hameln ist von Hannover aus mit dem Auto über die Bundesstraße 217 sowie mit der S-Bahn der Linie 4 zu erreichen.
Die Strecke im Detail
Neuheiten für Radfahrer: Hier können Sie in Niedersachsen und Bremen auf Tour gehen
Raus zum Spaziergang

Waldklasse: Geschichtspfad durch die Eilenriede
Ende April wurde der Geschichtspfad offiziell freigegeben. (Foto: Michael Wallmüller)
Ende April wurde der Geschichtspfad offiziell freigegeben. (Foto: Michael Wallmüller)
Die Eilenriede hat Geburtstag: Seit 650 Jahren ist sie Hannovers Stadtwald. Anno 1371 übertrugen die Herzöge Wenzeslaus und Albrecht den Bürgern die Nutzungsrechte an dem Grünzug. Zum Jubiläum gibt es zahlreiche Aktionen wie Führungen, Literaturlesungen und Exkursionen zu Vögeln und Fledermäusern. Das umfangreiche Programm zum Download gibt es auf www.hannover.de/650-Jahre-Eilenriede.
Vor allem aber lädt ein neuer Waldgeschichtspfad dazu ein, die Historie der Eilenriede individuell zu erkunden. Dieser beginnt am Walter-Meyer-Weg in Kleefeld nahe der Petrikirche. Auf einer Strecke von rund 500 Metern erläutern 27 Texttafeln Werden und Wesen des Waldes: Es geht um mittelalterliche Holzdiebe, ökologische Nachhaltigkeit – und um die legendären Eilenriede-Rennen, die bis 1955 teilweise 150000 Besucherinnen und Besucher zu Motorradrennen ins Grüne lockten. Wer den Markierungen des Grünen Fadens auf dem Asphalt folgt, erlebt ein Stück Waldgeschichte.
Nun ist die Eilenriede an sich kein Geheimtipp und die Strecke von 500 Metern kein tagfüllendes Unterfangen. Aber man kann die Wanderung ja ausdehnen, Richtung Waldstation und Steuerndieb beispielsweise oder nach Bischofshol. Neue Infotafeln mit Karten gibt es auch.
Hannover entdecken

Diese Vögel heißen Tschajas. (Foto: Handout Zoo Hannover)
Diese Vögel heißen Tschajas. (Foto: Handout Zoo Hannover)
Schräge Vögel und Hütten sehen
Rabengeier, Tschajas und Seriemas – diese Namen sagen nur Experten etwas Näheres. Es sind südamerikanische Vogelarten, die kürzlich im Zoo Hannover eingezogen sind und die in gewollt schräg gebauten Hütten hinter dem Bauernhof ihr neues Zuhause gefunden haben.
Für den Zoobesuch sind nach wie vor termingebundene Tickets, zu bestellen über die Internetseite www.zoo-hannover.de, erforderlich. Dafür entfällt von Donnerstag, 20. Mai, an die Corona-Testpflicht, die zuletzt die Besucherzahlen gedrückt hatte. Auch darf von Freitag an die Außengastronomie zunächst an der Polarlandschaft Yukon Bay wieder öffnen. Wer das Angebot nutzen will, braucht dann doch wieder einen gültigen negativen Test oder einen Impf- oder Genesungsnachweis.
Viele weitere Tier- und Freizeitparks in Niedersachsen sind wieder offen. Eine Übersicht zur Anregung - ohne Anspruch auf Vollständigkeit - finden Sie hier.
In Herrenhausen funkelt es wieder. (Foto: Rainer Jensen/dpa)
In Herrenhausen funkelt es wieder. (Foto: Rainer Jensen/dpa)
Licht im Großen Garten
Mit dem Fortfall der nächtlichen Ausgangssperre können die Herrenhäuser Gärten wieder für romantische Abendspaziergänge öffnen. Am Freitag, 21. Mai, startet die festliche Illumination im Großen Garten und läuft über das gesamte Pfingstwochenende. Brunnen, Fontänen, Figuren und Hecken erstrahlen in effektvollem Licht. Dazu erklingt Händels Wassermusik. Einlass ist jeweils um 20 Uhr, die große Erleuchtung startet um 22 Uhr. Der Eintritt kostet 4 Euro, ermäßigt 3 Euro. Kinder unter zwölf Jahren zahlen nichts. Auch an den folgenden Wochenenden wird jeweils von Freitag bis Sonntag illuminiert.
Die Produktion "100 Cymbals" wird in der DHC-Halle zu sehen sein. (Foto: Henri Vogt)
Die Produktion "100 Cymbals" wird in der DHC-Halle zu sehen sein. (Foto: Henri Vogt)
Kunstfestspiele - online und live
Die Kunstfestspiele Herrenhausen laufen bereits coronabedingt mit Onlineformaten. Veranstaltungen vor Ort soll es vom 27. Mai an geben, wenn die Pandemielage es zulässt - und danach sieht es derzeit aus. Nach dem szenischen Konzert “Liberté d'action” als Hommage an den Künstler Henri Michaux folgen weitere 13 Aufführungen bis zum 6. Juni. Informationen über Programm, Reservierungen und Preise finden Sie hier.
Und schließlich ...

… haben sich die Organisatoren der Braunlager Maikonzerte etwas Besonderes ausgedacht. Liveauftritte der Kammermusiker sind nach wie vor nicht möglich. Deshalb sind Aufführungen vor einem sogenannten Green Screen eingespielt worden. Diesen neutralen Hintergrund können Zuschauer am Bildschirm durch prominente Harzorte ersetzen - eine blühende Bergwiese etwa, die Iberger Tropfsteinhöhle oder das Museumsbergwerk in St. Andreasberg. So kann man sich eine kammermusikalische, virtuelle Harzreise basteln. Los geht das Ganze am Freitag, 21. März, 19 Uhr. Von diesem Zeitpunkt an sind entsprechende Informationen auf der Internetseite www.braunlager-maikonzerte.de abrufbar.
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