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HAZ "Mal raus" - Radeln in Hannovers Westen, Wandern im Süntel

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HAZ "Mal raus"
Liebe Leserinnen und Leser,
auch beim zweiten Freizeit-Newsletter im nicht mehr ganz so neuen Jahr bleibt es bei der seit vergangenen Herbst gewohnten Mischung. Das Virus schränkt uns alle nach wie vor ein, und wir müssen weiter hoffen, dass sich das bald ändert.
Wenn Sie eine Radtour unternehmen möchten, könnten Sie den Westen Hannovers erkunden. Unser Wandertipp führt zum ersten Mal seit einiger Zeit wieder aus der Region Hannover hinaus, nämlich in den Süntel. Der hannoversche Spielwarenhändler Heinz Lehmann hat eine ungewöhnliche Idee entwickelt, bei der man spielerisch auf Weltreise gehen kann. Und ganz zum Schluss berichten wir Ihnen, was es mit dem Dicken-Pulli-Tag auf sich hat.
Falls Sie Tipps und Anregungen oder auf einer Tour ein tolles Foto gemacht haben, melden Sie sich gern via E-Mail an freizeit@haz.de bei uns.
Munter bleiben, herzliche Grüße
Nadine Wolter und Bernd Haase

Mal raus mit dem Rad

Eine Runde durch Hannovers Westen
Die westlichen Stadtteile Hannovers waren einst von Werken und Fabriken geprägt, Linden beispielsweise galt als das Dorf der rauchenden Schornsteine. Diese Zeiten sind vorbei, aber man entdeckt noch Spuren der früheren Industriegeschichte - und einiges mehr.
Der Marktplatz mit dem Nachtwächterbrunnen war und ist Lindens gute Stube. (Foto: Samantha Franson)
Der Marktplatz mit dem Nachtwächterbrunnen war und ist Lindens gute Stube. (Foto: Samantha Franson)
Die Runde startet am Bahnhof Linden/Fischerhof auf der Seite des Ricklinger Stadtweges und führt von dort über Ricklinger Straße, Charlottenstraße und Strousbergstraße zum Hanomag-Gelände. An dem Backsteinbau der einstigen U-Boot-Halle vorbei geht es im Zick-Zack-Kurs zur Bornumer Straße. Ist die überquert, beginnt mit der Straße Am Spielfelde der Anstieg zum Lindener Berg, der trotz seines Namens mit 89 Meter über Normalnull eine überschaubare Höhe hat. Dann geht es auch schon wieder bergab, vorbei an Gesamtschule und Kirche zur Badenstedter Straße. Die wiederum führt zu Lindens guter Stube, dem Marktplatz.
Die Nikolaikirche in Limmer markiert den nördlichsten Punkt der Runde. (Foto: Christian Behrens)
Die Nikolaikirche in Limmer markiert den nördlichsten Punkt der Runde. (Foto: Christian Behrens)
Mit dem Küchengarten ist ein weiterer Platz die nächste Station. Von hier führt die Route über die Fössestraße zum Ihme-Ufer. Am Wasser entlang geht es vorbei am Kulturzentrum Faust, dem Zusammenfluss mit der Leine und der Uhlhornkirche (die vor zwei Jahren zum Studentenwohnheim umgebaut wurde) zum Abzweig Richtung Wasserkunst Herrenhausen. Dieser wird noch passiert, bevor dann wenig später der Weg schräg nach links Richtung Limmer mit der Nikolaikirche im alten Ortskern abzweigt.
Ist die Wunstorfer Straße überquert, gelangt man via Brunnenstraße zur kleinen Lindener Hafenschleuse und von dort durch den Schleusengrund zum Karl-Laue-Weg. Der zweigt links ab und führt ein wenig durchs Grüne an den Sportplätzen und dem Klubheim des TSV Limmer vorbei. Die Route führt über die Carlo-Schmid-Allee hinweg zum nächsten Stadtteil, Davenstedt.
Die Fösse plätschert in Davenstedt in einem Grünzug dahin. (Foto: Christian Behrens)
Die Fösse plätschert in Davenstedt in einem Grünzug dahin. (Foto: Christian Behrens)
Durch den Kieselgrund, die Straße Davenstedter Holz und die Trappenkehre führt die Route weiter in die Feldmark und wenig später um ein Wohngebiet herum Richtung Fösse, dem westlichsten Punkt dieser Runde durch den Westen. Der Bachlauf mit seinem Grüngürtel ist nun Wegbegleiter zur Woermannstraße, wobei in direkter Nähe mit dem Terrassenhaus ein echter Blickfang liegt. In die Woermannstraße geht es nach rechts Richtung Badenstedt und dort über die Hermann-Ehlers-Straße hinweg nach Bornum. Zwei Bahnunterführungen und eine Straßenunterführung später ist der Mühlenberg erreicht.
Die Strecke lässt den Stadtteil links liegen. Sie führt weiter nach Wettbergen und dort nach rechts über den Karl-Nasemann-Weg zur Tresckow- und zur Bergfeldstraße. Was nun folgt, sind die Stadtteile Nummer acht und neun - Oberricklingen und Ricklingen.
Das Deichtor an der Düsternstraße trennt Leinemasch und Ortsgebiet in Ricklingen - und schützt im Ernstfall vor Hochwasser. (Foto: Marcel Schwarzenberger)
Das Deichtor an der Düsternstraße trennt Leinemasch und Ortsgebiet in Ricklingen - und schützt im Ernstfall vor Hochwasser. (Foto: Marcel Schwarzenberger)
Am Ricklinger Stadtfriedhof vorbei verläuft die Strecke, den Wegweisern folgend, über die Bundesstraße 3 hinweg zu den Sportplätzen und dann nach links durch die südliche Wohnbebauung Ricklingens bis zum Deichtor an der Düsternstraße. Hält man sich unmittelbar hinter diesem links, kann man auf etwa 850 Metern Streckenlänge zum Abschluss einen schönen Blick in die Ricklinger Masch genießen. In Höhe des Stadtwerke-Gebäudes muss man sich davon trennen und wieder nach links zum Bahnhof Linden/Fischerhof zurückkehren.
Die beschriebene Tour ist 18 Kilometer lang und führt über gut ausgebaute Wege und Straßen. Wer mag, kann den Lindener Berg als Bergetappe werten. Ansonsten bleibt es flach.
Hier finden Sie eine interaktive Karte für die Radtour
Mal raus zur Wanderung

Hinauf zur Hohen Egge
Der Süntelturm bietet einen famosen Rundblick - wenn er nicht gerade wegen des leidigen Krankheitserregers geschlossen ist. (Foto: Petra Rückerl)
Der Süntelturm bietet einen famosen Rundblick - wenn er nicht gerade wegen des leidigen Krankheitserregers geschlossen ist. (Foto: Petra Rückerl)
Der Süntel liegt von Hannover aus betrachtet hinterm Deister und damit auch nicht so sehr im Blickfeld wie dieser. Dabei hat auch dieser bis zu 440 Meter hohe Höhenzug seine Reize, wenn man sich an der frischen Luft bewegen möchte und ein wenig Auf und Ab nicht scheut.
Ein Ausgangspunkt für Wanderungen ist der Parkplatz Bergschmiede bei Bad Münder. Von dort führen gleich vier ausgeschilderte Wanderungen mit unterschiedlichen Längen hoch zum Süntelturm und zurück, was unter anderem auch unter Corona-Anforderungen Variationsmöglichkeiten bietet. Man kann dort gehen, wo es sich am wenigsten knubbelt.
Eine der Routen führt vom Parkplatz aus auf dem Alten Tannenweg in den Wald hinein und zunächst zur Nordkuppe der Hohen Egge, die insgesamt den höchsten Punkt des Süntels bildet. Dort befindet sich eine frühere Basis der US-Armee, von der aber nur noch der Radarturm steht. Er wird heute für Mobilfunk genutzt. Auf der Südkuppe steht dann der vor 120 Jahren erbaute Süntelturm. Wer dort rasten will, sollte derzeit Wegzehrung dabei haben - das Ausflugslokal ist aus erwähnten Gründen geschlossen.
Der Fünfeichsweg trägt seinen Namen nach einem alten Waldversteck. (Foto: Friedhelm Lüdersen)
Der Fünfeichsweg trägt seinen Namen nach einem alten Waldversteck. (Foto: Friedhelm Lüdersen)
Ist die Hohe Egge passiert und umrundet, führen Fünfeichsweg, Eidechsenweg und Hülsebrink zurück zur Bergschmiede. Eine Zeit lang ist der Steinbach der Begleiter auf dem Weg durch den Wald.
Die beschriebene Tour ist zwölf Kilometer lang, es geht aber auch kürzer. Am Ende hat man rund 600 Höhenmeter auf der Uhr - je zur Hälfte bergauf und bergab.
Bad Münder erreicht man mit dem Auto von Hannover aus über die Autobahn 2 und die Bundesstraße 442, zum Parkplatz Bergschmiede gelangt man dann über die Süntelstraße. Eine Anreise mit der Bahn empfiehlt sich nicht, weil der Weg zwischen S-Bahnhof und Wanderparkplatz mehr als vier Kilometer lang ist.
Hier finden Sie eine interaktive Karte für die Wanderung
Spielzeit

Die virtuelle Weltreise
Spielwarenhändler Heinz Lehmann hatte da mal eine Idee ... (Foto: Samantha Franson)
Spielwarenhändler Heinz Lehmann hatte da mal eine Idee ... (Foto: Samantha Franson)
Das Geschäft von Heinz Lehmann in der Calenberger Esplanade in Hannover darf derzeit nicht öffnen. Doch der umtriebige Spielwarenhändler hat eine Alternative gefunden. Er veranstaltet Weltreisespiele für Einzelteilnehmer und für Gruppen per Zoom-Konferenz. Dabei geht es kostenpflichtig im virtuellen Flieger zu fünf Stationen mit unterschiedlichen Spielen rund um den Globus - Dublin, Marrakesch, Sidney, Rio und Las Vegas. Wie das Ganze funktioniert, hat sich HAZ-Redakteur Conrad von Meding erläutern lassen. Seinen Bericht lesen Sie hier.
Filmzeit

Die Aufklärerin Ruth Westheimer hat auch im hohen Alter noch Antworten auf spezielle Fragen. (Foto: Handout, dpa)
Die Aufklärerin Ruth Westheimer hat auch im hohen Alter noch Antworten auf spezielle Fragen. (Foto: Handout, dpa)
Weil Kinos geschlossen sind, müssen Fans, die neuere Filme sehen wollen, auf Streaminganbieter im Internet zurückgreifen. HAZ-Volontärin und Filmfan Alina Stillahn empfiehlt Ihnen zwei Filme, die sie besonders lohnend findet:
“Fragen Sie Dr. Ruth” - Sie ist über 90 Jahre alt, nur 1,40 Meter groß, hat einen breiten deutschen Akzent und ist eine berühmte Sextherapeutin in den USA. Die Dokumentation “Fragen Sie Dr. Ruth” von Ryan White porträtiert einfühlsam Dr. Ruth Westheimer, ihren Erfolg als Amerikas Chefaufklärerin, aber auch das Trauma ihrer Vergangenheit: ihre Flucht aus Nazi-Deutschland und die Ermordung ihrer Familie im Holocaust. 
“The Farewell” - Ein derart lebensbejahender Film wurde selten über den Abschied gemacht: Eine junge Frau reist zu ihrer Familie nach China und mag nicht so recht verstehen, warum die ihrer Großmutter verschweigt, dass die alte Frau bald sterben wird. Ein wunderbarer Film von Lulu Wang über Familie, die Kultur des Abschieds und ganz besondere Frauen. 
Beide Filme sind auf verschiedenen Streamingplattformen zum Leihen und Kaufen verfügbar.
Lesezeit

Peer-Philipp Krall von Cruses Buchhandlung in der Südstadt hat auch einige Empfehlungen. (Foto: Tim Schaarschmidt)
Peer-Philipp Krall von Cruses Buchhandlung in der Südstadt hat auch einige Empfehlungen. (Foto: Tim Schaarschmidt)
“Lesen im Lockdown” heißt die kleine Serie in der HAZ, in der Nadine Wolter und Alina Stillahn Hannovers Buchhändlerinnen und Buchhändler nach ihrer Lieblingslektüre befragen - sortiert nach den Sparten Belletristik, Sach- und Jugendbuch. Die Tipps der Fachleute haben nicht unbedingt etwas mit Bestsellerlisten zu tun. Lassen Sie sich überraschen, schauen Sie rein - und zwar hier.
Und schließlich ...

… könnten Sie ihre liebste Winterkleidung fotografieren und die Bilder dem Nachhaltigkeitsbüro der Stadt Hannover schicken. Klingt komisch, hat aber mit dem sogenannten Dicken-Pulli-Tag am 7. Februar zu tun. Die ursprünglich in Belgien erfundene Aktion findet zum ersten Mal in Hannover statt. Sie läuft bis zum 22. Februar. Informationen über die Hintergründe des Fotowettbewerbs, die genauen Teilnahmebedingungen und die ausgelobten Gewinne finden Sie hier.
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