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HAZ "Mal raus" - Otter, Räder und ein Freiluftkonzert

Liebe Leserinnen, liebe Leser, wann kann man eigentlich sagen, dass man seine Freizeit gut genutzt ha
HAZ "Mal raus"HAZ "Mal raus"
HAZ "Mal raus"
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
wann kann man eigentlich sagen, dass man seine Freizeit gut genutzt hat? Vielleicht, wenn man Geist, Körper und Seele mit Aktivitäten in Bewegung gebracht hat - und wenn man selbst am Ende etwas anders aus dem Tag hervorgegangen ist, als man ihn begonnen hat.
Seien Sie in diesem Sinne herzlich willkommen bei der neuen Ausgabe unseres HAZ-Freizeit-Newsletters “Mal raus”. Unser Team hat sich für Sie auf die Suche gemacht - und wieder eine bunte Mischung an möglichen Aktivitäten zusammengestellt. Vielleicht haben Sie ja Lust auf ein Freiluftkonzert auf Schloss Marienburg? Unsere Redakteurin Bärbel Hilbig hat außerdem eine Führung durch Hannovers Nordstadt getestet.
Ein längerer Ausflug könnte Sie ins Otterzentrum Hankensbüttel führen, das auf spielerische Weise Einblicke in die heimische Flora und Fauna gibt. Eine weniger weite Tour, die sich auch gut für Kinder eignet, hat der stellvertretende HAZ-Chefredakteur Felix Harbart erkundet. Er ist zu den Wennigser Wasserrädern gewandert - und stellt vor, was es in der Nähe noch zu entdecken gibt.
Die Fahrradtour, die HAZ-Redakteur Bernd Haase Ihnen dieses Mal ans Herz legt, führt vom Maschsee aus nach Norden durch die Wietzeaue ins Fuhrberger Feld, wo Hannovers Trinkwasser herkommt. Und wem das zu aktiv ist, der holt sich eine auf dem Lastenrad zubereitete Pizza in der Oststadt. Das hat ja auch ein bisschen was mit Fahrrädern zu tun.
Wir freuen uns, wenn wir Ihnen Tipps für die Freizeitgestaltung geben können. Sollten Sie Ihrerseits Anregungen für Touren oder auch Lob und Kritik haben, mailen Sie uns einfach an freizeit@haz.de.
Wir wünschen Ihnen erfüllte Sommertage!
Alina Stillahn und Simon Benne
aus dem HAZ-Freizeit-Team

Der große Ausflug

Possierlich: die Tiere im Otterzentrum. (Foto: Aktion Fischotterschutz e.V.)
Possierlich: die Tiere im Otterzentrum. (Foto: Aktion Fischotterschutz e.V.)
Ins Otterzentrum Hankensbüttel
Hand aufs Herz: Wussten Sie, dass die kleinen Steinmarder (wenn sie nicht gerade Autokabel anknabbern) bei ihren nächtlichen Beutezügen bis zu 15 Kilometer zurücklegen können? Wussten Sie, dass den lieben Fischottern in ihrem dichten Fell bis zu 75.000 Haare pro Quadratzentimeter wachsen, während es beim Menschen nur etwa 120 Haare sind? Wenn Sie es nicht wussten, könnte das Otterzentrum Hankensbüttel ein Ort sein, an dem Sie solche Bildungslücken schließen.
Durchs Otterzentrum führt ein drei Kilometer langes Wegenetz. (Foto: Aktion Fischotterschutz e.V.)
Durchs Otterzentrum führt ein drei Kilometer langes Wegenetz. (Foto: Aktion Fischotterschutz e.V.)
Seit 1988 gibt es das Naturerlebniszentrum im Kreis Gifhorn in der Südheide, in dem Kinder und Erwachsene auf spielerische Weise etwas über die heimische Flora und Fauna lernen können. Ein drei Kilometer weites Wegenetz führt an Wäldern und Wiesen, Teichen und Büschen vorbei. Unterwegs gibt es interaktive Lernspiele. Teils bedrohte Tierarten leben hier in Gehegen, die ihrem natürlichen Lebensraum nachempfunden sind.
Besucher können hier nicht nur Ottern begegnen, sondern auch Mardern und Dachsen, Nerzen, Minken und Hermelinen. Täglich gibt es etwa 30 Schaufütterungen, bei denen sich allerlei Kurioses über die Tiere erfahren lässt. Bei alledem geht es um heimische Natur und Ökologie, doch man muss nicht sonderlich bildungsbeflissen sein, um hier auf seine Kosten zu kommen.
Balanceakte: der Niederseilgarten des Otterzentrums. (Foto: Aktion Fischotterschutz e.V.)
Balanceakte: der Niederseilgarten des Otterzentrums. (Foto: Aktion Fischotterschutz e.V.)
So können Kinder auf einer abenteuerlichen Seilfähre Gewässer überqueren, sie können je nach Neigung auf verschiedenen Spielplätzen klettern oder mit Wasser und Sand experimentieren, sie können Tierspuren erkunden und nach Herzenslust toben. Mit etwas Ausdauer kann man einen ganzen Tag im Otterzentrum verbringen – und wenn der Forscherdrang gestillt ist, lädt das Restaurant mit seiner Seeterrasse noch zum Verweilen ein.
Auf den Spielplätzen können Kinder nach Herzenslust toben. (Foto: Aktion Fischotterschutz e.V.)
Auf den Spielplätzen können Kinder nach Herzenslust toben. (Foto: Aktion Fischotterschutz e.V.)
Wie kommt man da hin?
Mit dem Auto dauert die Anfahrt von Hannover eine gute Stunde: Über die B3 fährt man Richtung Celle, dann über Eidingen und die B 244 nach Hankensbüttel. Fürs Navi: Otter-Zentrum Hankensbüttel, Sudendorfallee 1, 29386 Hankensbüttel. Mit Öffis geht es vom Hauptbahnhof Hannover mit dem RE 30 (Richtung Wolfsburg) bis Gifhorn. Dort in den RB 47 bis Wittingen und vom Wittinger Bahnhof mit der Buslinie 120 nach Hankensbüttel.
Die Terrasse des Otterzentrums lädt zum Verweilen ein. (Foto: Aktion Fischotterschutz e.V.)
Die Terrasse des Otterzentrums lädt zum Verweilen ein. (Foto: Aktion Fischotterschutz e.V.)
Das Otterzentrum hat derzeit täglich von 9.30 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt für Erwachsene 11 Euro, für Kinder 7 Euro. Hunde dürfen nicht mitkommen. Informationen unter (05832) 98080.
Was kann man noch unternehmen?
Im benachbarten Oerrel findet sich das Jagdmuseum Wulff – hier gibt es Trophäen und Waffen zu sehen –, und die Ausstellung zeigt, dass Jäger heute verstärkt auf Natur- und Tierschutz achten. Für das Jagdmuseum und das Otterzentrum gibt es auch Kombitickets. Anfahrt: Hässelmühler Straße 28, 29386 Dedelstorf. Informationen gibt es unter Telefon (05832) 2233.
Das Waldbad Hankensbüttel bietet naturnahen Badespaß inmitten einer parkähnlichen Anlage (Waldbad 1, Hankensbüttel). Informationen gibt es unter Telefon (05832) 6818.
Wunderschön präsentiert sich das mittelalterliche Kloster Isenhagen mit Kirche, Museum und lauschigem Klostergarten; es wird bis heute als evangelisches Damenstift genutzt. Vor einem Besuch (Klosterstraße 2, Hankensbüttel) empfiehlt sich eine telefonische Anmeldung unter (05832) 313.
Für Spaziergänger lohnt auch ein Abstecher in die nahen Heidegebiete, etwa in das Naturschutzgebiet Heiliger Hain.

Der kleine Ausflug

Windmühlen mit Wasserbetrieb: die Wasserräder in Wennigsen sind eine Attraktion. (Foto: Frank Hermann)
Windmühlen mit Wasserbetrieb: die Wasserräder in Wennigsen sind eine Attraktion. (Foto: Frank Hermann)
Ein Spaziergang zu den Wasserrädern – und danach ins Restaurant
So richtig Spaß macht ein Spaziergang, wenn er auch ein Ziel hat - es muss ja gar nichts Spektakuläres sein. Die Wennigser Wasserräder bieten genau das: einen wunderschönen Spaziergang durch den Deister und am Ende etwas wirklich Niedliches zum Anschauen. Und: All das geht auch in Corona-Zeiten.
Kinder begegnen an den Wasserrädern auch den Figuren aus der Sesamstraße. (Foto: Frank Hermann)
Kinder begegnen an den Wasserrädern auch den Figuren aus der Sesamstraße. (Foto: Frank Hermann)
Seit Jahren baut eine hingebungsvolle Bastlergemeinschaft die Modelle Jahr für Jahr an einem Bachlauf im Deister auf. Und wer an dem sanften Hang angekommen ist, kann sich daran erfreuen, wie sich Jim Knopf, der Weihnachtsmann, das Kleine Schlossgespenst oder der Kleine Drache Kokosnuss vom Wasser angetrieben im Kreise drehen. Für Kinder, jedenfalls solche, die dem Grundschulalter noch nicht zu lange entwachsen sind, ist das eine unterhaltsame Entdeckungsreise. Und auch Erwachsene fühlen sich an manches erinnert – und können sich anderes von den Kleinen erklären lassen. 
Mindestens ebenso wichtig wie die Räder selbst ist jedoch der Spaziergang zu ihnen. Je nach Ausgangspunkt und Tempo hat man sein Ziel nach einer guten halben Stunde erreicht. Wer beispielsweise mit dem Auto zum Parkplatz Zum Waldfriedhof in der Wennigser Mark fährt, kommt auf seinem Spaziergang nicht nur an den Rampen vorbei, die die Region Hannover eigens für BMX-Freunde in den Wald gebaut hat. Er hat nach etwas mehr als halber Strecke auch einen kleinen See erreicht, an dessen Gestaden sich ein wunderbares Picknick machen lässt. 
Feuerwehr mit Wasserbetrieb: die Stationen an den Wasserrädern sind liebevoll gestaltet. (Foto: Frank Hermann)
Feuerwehr mit Wasserbetrieb: die Stationen an den Wasserrädern sind liebevoll gestaltet. (Foto: Frank Hermann)
Und so kommt man hin
Mit dem Auto steuert man die Parkplätze Zum Waldfriedhof oder Waldkater in Wennigsen an und startet den Spaziergang dort - die Wasserräder sind gut ausgeschildert.
Von Hannover aus reist man mit den S-Bahn-Linien 1 oder 2 bis Wennigsen oder Egestorf. Vom Egestorfer Bahnhof geht es dann mit der Buslinie 540 bis zur Haltestelle Blankweide oder Gärtnereiweg. Der Besuch der Wasserräder kostet keinen Eintritt, doch die Organisatoren haben eine Spendenbüchse aufgestellt.
Und danach?
Hat man Hunger. Für Autofahrer lohnt sich jetzt der Weg zum Berggasthaus Niedersachsen in Gehrden. Das jedenfalls empfiehlt HAZ-Feinschmecker Hannes Finkbeiner, der Küchenchef Oliver Gerasch im Februar einen Besuch abgestattet hat. Finkbeiners Fazit damals: 8 von 10 möglichen Punkten – „eine souveräne Küche“ und „einen Ausflug wert“. Seine ganze HAZ-Kostprobe finden Sie hier.
Raus mit dem Rad

Die Strecke nach Elze-Bennemühlen ist rund 42 Kilometer lang. (HAZ-Grafik: Llorens | GoogleMaps)
Die Strecke nach Elze-Bennemühlen ist rund 42 Kilometer lang. (HAZ-Grafik: Llorens | GoogleMaps)
Eine Tour in den Norden der Region im Zeichen des Wassers
Mehrere Seen, darunter einige zum Baden, die Aue des Flüsschens Wietze und schließlich das Fuhrberger Feld, aus dem aus einem unterirdischen natürlichen Speichersee Hannovers Trinkwasser kommt - unsere heutige Radtour führt an den Nordrand der Region, ist 42 Kilometer lang und hat viel mit Wasser zu tun. Je weiter nördlich man kommt, desto ländlicher wird es.
HAZ-Fahrradexperte Bernd Haase kennt die Strecke, weil er einen Teil davon fast täglich für den Arbeitsweg benutzt. (Foto: Michael Thomas)
HAZ-Fahrradexperte Bernd Haase kennt die Strecke, weil er einen Teil davon fast täglich für den Arbeitsweg benutzt. (Foto: Michael Thomas)
Vom Startpunkt Hellebardier am Nordufer des Maschsees führt die Strecke am Friedsrichswall zu Füßen des Glaspalastes der Norddeutschen Landesbank entlang und weiter über den Schiffgraben Richtung List. Dort umtost den Radler noch der Straßenlärm einer Großstadt, aber danach wird es ganz schnell ruhig. Es geht durch den Kleingartengürtel Richtung Brücke über die Autobahn 2 zur Stadtgrenze nach Langenhagen. Unmittelbar dahinter liegt mit dem Silbersee der erste von mehreren Seen auf der Route.
Der Silbersee ist bei Hannoveranern und Langenhagenern gleichmaßen beliebt. (Foto: Elena Everding)
Der Silbersee ist bei Hannoveranern und Langenhagenern gleichmaßen beliebt. (Foto: Elena Everding)
Man könnte also von einer Seentour sprechen. Es folgen Hufeisensee und Wietzesee, die direkt an der Route liegen. Von der Wietzeaue, die in Teilen renaturiert wurde, ist es nicht weit zum Krähenwinkeler Waldsee.
Kurz vor dem Biergarten Waldkater zweigt der Weg Richtung Fuhrberg ab. Wer jetzt nach knapp der Hälfte der Strecke genug hat, kann der Ausschilderung zum Bahnhof Isernhagen folgen und mit dem Regionalzug zurück nach Hannover fahren. Mit dem Rad geht es durch Wald und Flur Richtung Fuhrberg. Unterwegs wäre mit einem kurzen Abstecher der Würmsee zu erreichen, den mittlerweile ein Erlebnispfad umrundet.
Der Würmsee bietet ganz eigene Erlebnisse. (Foto: Antje Bismark)
Der Würmsee bietet ganz eigene Erlebnisse. (Foto: Antje Bismark)
In Fuhrberg geht es am Sportplatz vorbei weiter Richtung Norden, bis die Strecke nach links Richtung Elze abzweigt. Auch hier gibt es viel Wasser. Man sieht es nicht vor Ort, sondern erst dann, wenn es aus einem der Wasserhähne im Versorgungsgebiet der Stadtwerke Hannover fließt. Rund 800.000 Menschen bekommen ihr Trinkwasser aus dem Fuhrberger Feld.
Das Schmucktor des Wasserwerks in Elze. (Foto: Ursula Kallenbach)
Das Schmucktor des Wasserwerks in Elze. (Foto: Ursula Kallenbach)
Folgerichtig passiert man auf dem Weg nach Elze das dortige Wasserwerk mit dem historischen hölzernen Schmucktor. Von dort ist es nicht mehr weit zum S-Bahnhof Bennemühlen als Endpunkt der Tour. Sie ist etwa 42 Kilometer lang und als Regionsroute 9 ausgeschildert.
Hier gibt es die detaillierte Karte zu unserer Route
Hannover entdecken

Kneipen, Uni, Chaostage: Darum lohnt sich eine Stadtteiltour durch Hannovers Nordstadt
Was? Wann? Wo?

Ein bisschen Flausch gefällig?
Innehalten auf dem Schloss
Die Herberts ziehen Bilanz
Mittwochs-Talk in der Marktkirche
Und schließlich...

Ein ganz heißer Reifen
Jörn Besser kann mit seinem Pizza-Bike bis zu 30 Kilometer fahren. (Foto: Ralf Heußinger
Jörn Besser kann mit seinem Pizza-Bike bis zu 30 Kilometer fahren. (Foto: Ralf Heußinger

Wir Hannoveraner und Hannoveranerinnen sind schon manchmal komisch. Wir kaufen gern Cappuccino von einem mobilen Fahrradcafé im Georgengarten, tracken einen Eisverkäufer per GPS, der mit seiner Kühltruhe bis nach Linden fährt – und jetzt kaufen wir auch noch Pizza von einem Mann, der einen 450 Grad heißen Pizzaofen auf ein Lastenrad gebaut hat und Pizzen mit regionalen Zutaten vor Ort zubereitet (HAZ+). Auch für Feiern kann man Jörn Bessers “Rolling Flame” mieten, mehr Informationen finden Sie hier.
Sie wollen mehr wissen? Gern!
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