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HAZ "Mal raus" - Moore, Mythen und wilde Tiere

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HAZ "Mal raus"
Liebe Leserinnen und Leser,
unser Sprachschatz wird ab und an von Worten ergänzt, auf die man gut verzichten könnte. Hochinzidenzkommune ist so eines aus der jüngsten Vergangenheit und hat natürlich wieder mit dem Virus zu tun. Die gesamte Region Hannover ist noch eine Hochinzidenzkommune - damit ist hier einstweilen weniger erlaubt als anderswo.
Weil der Heidekreis eine Niedriginzidenzkommune ist, darf der Serengeti-Park Hodenhagen wieder öffnen. Mit dem Fahrrad könnten Sie eine Tour in der Moorlandschaft im Norden Hannovers unternehmen. Wenn Sie wandern möchten, geht das immer gut im Deister. Der hat mythische Seiten, zu entdecken im Schleifbachtal. Mehr dazu finden Sie weiter unten.
Im Leseangebot haben wir dieses Mal keinen Krimi oder Ratgeber, sondern ein erzählendes Sachbuch, in dem die Raststätte Garbsen Nord die Hauptrolle spielt. Aufräumen können Sie am vorletzten März-Wochenende auch - und zwar in der Stadt Hannover.
Unser Wunsch ist, dass das Wort Hochinzidenzkommune so schnell wieder verschwindet, wie es gekommen ist. Am besten noch vor Ostern.
Bleiben Sie munter und unverdrossen.
Nadine Wolter und Bernd Haase
aus dem Freizeit-Team der HAZ

Raus mit dem Rad

Zwischen den Mooren
Nördlich von Hannover liegen Hochmoorgebiete, die durch Eingriffe des Menschen wie etwa den Torfabbau gelitten haben. Die Region Hannover und das Land haben ein Projekt mit dem Namen Hannoversche Moorgeest gestartet, mit dem Ziel, die Flächen wieder in ihren früheren Zustand zu versetzen. Durch dieses Gebiet verläuft eine Radtour, die am S-Bahnhof in Wedemark-Bissendorf startet und endet.
Der Ortskern von Bissendorf mit Michaeliskirche und Bürgerhaus. (Foto: Bernd Haase)
Der Ortskern von Bissendorf mit Michaeliskirche und Bürgerhaus. (Foto: Bernd Haase)
Von Bissendorf aus geht es zunächst entlang der stark befahrenen Langenhagener Straße bis in den Kiebitzkrug. Schnell wird es ruhiger, denn hier zweigt die Strecke ab und erreicht bald den Rand des Bissendorfer Moores. Dort verläuft sie nicht unmittelbar am Moorrand, sondern durch die Feldmark. Es lohnt aber, dem Hinweisschild zum hölzernen Aussichtsturm zu folgen. Von ihm aus geht der Weg über die Fläche und man bekommt einen Eindruck von der Landschaft.
Hinter dem Wanderweg Herrendamm im Kananoher Forst rückt die Route zunächst wieder näher ans Moor heran und erreicht dann bebautes Gebiet.
Das Moor-Informationszentrum in Resse, hier als Schauplatz einer Demonstration zum Erhalt der Moore. (Foto: Dominic Lack)k
Das Moor-Informationszentrum in Resse, hier als Schauplatz einer Demonstration zum Erhalt der Moore. (Foto: Dominic Lack)k
Die Häuser gehören zum Wedemärker Ortsteil Resse, der von drei Moorgebieten umgeben ist. Die Region hat deshalb ihr Moor-Informationszentrum hier errichtet. Außerdem gibt es seit knapp zwei Jahren einen Moor-Erlebnispfad mit Holzsteg, Hüpfklötzen, Hängebrücke und Matschkuhle sowie Eindrücken über typische Flora und Fauna.
Zwischen Schwarzem und Otternhagener Moor hindurch geht es nun geradeaus Richtung Westen, Einblicke in die teils archaisch anmutende Landschaft inklusive. Im Straßendorf Otternhagen biegt die Route Richtung Norden ab.
Die Naturschutzverbände bieten regelmäßig Exkursionen wie hier ins Otternhagener Moor an. (Foto: Stephan Hartung)
Die Naturschutzverbände bieten regelmäßig Exkursionen wie hier ins Otternhagener Moor an. (Foto: Stephan Hartung)
Scharrel ist dann der nächste Ort dieser Tour, und wer bisher schon städtisches Ambiente vermisst hat, muss stark sein. Es geht länger durch die Feldmark, jetzt auf der Nordseite des Otternhagener Moores und am Helstorfer Moor vorbei Richtung der Siedlung Schadehop. Wiechendorf und Scherenbostel sind dann die weiteren Etappen. Vom Husalsberg aus bietet sich kurz vor der Rückkehr nach Bissendorf ein schöner Anblick auf die Stadtsilhouette Hannovers. Am Endpunkt selbst lohnt sich ein Bummel durch den Ortskern.
Die beschriebene Tour ist gut 40 Kilometer lang und weitgehend flach. Sie führt in der Regel über gut ausgebaute Wege. Bei Regenwetter kann es zwischen den Mooren ab und an etwas matschig sein. Der S-Bahnhof in Bissendorf ist von Hannover aus mit der Linie 4 zu erreichen. Mit dem Auto gelangt man über Flughafenstraße und Autobahneckverbindung A 352 (Anschlussstelle Kaltenweide) dorthin.
Das ist die Route auf einer interaktiven Karte
Raus zur Wanderung

Auf den Spuren des Teufels im Schleifbachtal
Das Schleifbachtal im Deister trägt seinen Namen wegen der früher ansässigen Mühlen zum Schleifen von Holz. Außerdem wurde hier vom späten 18. Jahrhundert bis Mitte des 20. Jahrhunderts Deisterkohle abgebaut. Der Tourismus-Service Wennigsen hat eine Wanderung rund um das Tal ausgearbeitet, die außer Naturerlebnis auch Einblicke in Geschichte bietet - und Mythisches.
Lichtspiele im Deisterwald. (Foto: Tim Schaarschmidt)
Lichtspiele im Deisterwald. (Foto: Tim Schaarschmidt)
Die Wanderung beginnt am Waldparkplatz am westlichen Ortseingang der Wennigser Mark. Von dort aus sind es 700 Meter bis zum Teufelssprung. Die Stelle eröffnet nicht nur einen interessanten Blick ins Tal, sondern an ihr befindet sich auch ein Sandstein mit Fußabdrücken. Der Teufel selbst war es der Sage nach, der sie hinterlassen hat. Dieser soll im Untergrund sein Unwesen getrieben haben und für Unfälle und Grubeneinbrüche im Kohlebergbau verantwortlich gewesen sein. Die Bergleute beschlossen, ihm mit Schaufeln und Spitzhacken zuzusetzen und ihn zu vertreiben. Mit einem Sprung über den Deister Richtung Bad Münder ist er dann angeblich verschwunden - die heute noch verwendete Formulierung “über den Deister gehen” hat möglicherweise in dieser Geschichte ihre Wurzeln.
Dieser Sandstein zeigt der Sage nach die Spuren des Leibhaftigen. (Foto: Winfried Gehrke)
Dieser Sandstein zeigt der Sage nach die Spuren des Leibhaftigen. (Foto: Winfried Gehrke)
Es geht nun bergan am Steinbruch vorbei bis zum Polenzweg und auf diesem nach links bis zur nächsten Wegekreuzung. Wer mag, kann hier noch einen Abstecher ein Stückchen weiter Richtung Kamm zum Platz der ehemaligen Schleifbachhütte machen. Sie war einst Waschkaue der Bergleute und später Unterkunft etwa für Jugendgruppen, ist aber 2016 abgebrannt. Dort befinden sich auch das Mundloch des Suerser-Brink-Stollens, einst ertragreichstes Kohlebergwerk im Höhenzug, und die Quelle des Schleifbachs.
Der Polenzweg führt dann wieder bergab zum Toppiusplatz mit dem nahegelegenen ehemaligen königlichen Jagdschloss und Forsthaus. Dort lässt sich vor dem Rückweg zum Parkplatz noch einmal rasten.
Die beschriebene Wanderstrecke ist rund 6,5 Kilometer lang; der höchste Punkt liegt auf 300 Metern. Der Wanderparkplatz ist von der Egestorfer Straße zu erreichen. Wer mit der S-Bahn anreisen will, nimmt von Hannover aus die Linien 1 oder 2 Richtung Haste und steigt am Bahnhof Egestorf aus. Von dort sind es 550 Meter Fußmarsch bis zum Waldparkplatz.
Interaktive Karte: Die Wanderung im Schleifbachtal
Raus zu den Tieren

Serengeti-Park hat geöffnet - zum Teil
In Hodenhagen dürfen Besucher wieder mit dem Auto durch den Park fahren. (Foto: Mossen Assanimoghaddam/dpa)
In Hodenhagen dürfen Besucher wieder mit dem Auto durch den Park fahren. (Foto: Mossen Assanimoghaddam/dpa)
Während der Zoo Hannover vorerst weiter geschlossen bleiben muss, darf der Serengeti-Park in Hodenhagen wieder öffnen. Das betrifft allerdings nur die sogenannte Serengeti- und die Dschungel-Safari. Bei ersterer können Tagesgäste im eigenen Auto oder im Bus durchfahren, in letzterer zu Fuß unterwegs sein und die dort lebenden Affen beobachten. Der angegliederte Freizeitpark bleibt geschlossen. Deshalb gelten reduzierte Eintrittspreise sowie Corona-Bedingungen. Nähere Informationen finden Sie hier.
Mal wieder Ballett

Chiara Pareo (im Vordergrund) ist in "Der Liebhaber" zu sehen. (Foto: Ralf Mohr)
Chiara Pareo (im Vordergrund) ist in "Der Liebhaber" zu sehen. (Foto: Ralf Mohr)
Ballettdirektor Marco Goecke kann seine erste große Produktion an der Staatsoper Hannover nur online zeigen. Der überwältigenden Kraft des Stücks “Der Liebhaber” nach einem Roman von Marguerite Durias schadet das aber kaum, meinte HAZ-Kulturredakteur Stefan Arndt, nachdem er sich im Stream die getanzte Version der Geschichte einer französischen Familie im kolonialen Indochina angesehen hat. Seine ausführliche Rezension finden Sie hier.
Das Stück soll auch vor Publikum gezeigt werden - wann immer das möglich sein wird. Bis zum 27. März kann man sich die Aufzeichnung der Premiere als gut 90-minütiges Video auf der Website der Staatsoper kostenlos anschauen.
Geschichten vom Wolf

Nach dem Dreißigjährigen Krieg begann die große Wolfsjagd in Niedersachsen. (Foto: Historischer Verein)
Nach dem Dreißigjährigen Krieg begann die große Wolfsjagd in Niedersachsen. (Foto: Historischer Verein)
Er galt als Untier und Raubgeselle: „Der Wolf war der Outlaw des Tierreiches schlechthin“, sagt der Historiker Gerd van den Heuvel. In seinem kurzweiligen Vortrag „Wie der Wolf aus Niedersachsen verschwand“ hält er eine historische Rückschau auf die Jagd nach den Wölfen. Die Jagd auf die Raubtiere, deren Rückkehr mit ihren Auswirkungen und Folgeerscheinungen derzeit heiß diskutiert wird, wurde insbesondere nach dem Dreißigjährigen Krieg, in dem sie sich ungebremst vermehrt hatten, vom Staat systematisch betrieben. Je weniger Tiere es gab, umso mehr Aufwand betrieb man dabei: Im Jahr 1775 wurden 1000 Mann zur Jagd auf einen einzelnen Wolf eingesetzt. Der 24-minütige Vortrag ist auf dem Youtube-Kanal des Historischen Vereins zu sehen, also hier.
Mal was anderes

Liebeserklärung an eine Raststätte: Ein Buch über Garbsen Nord
Ausstellung „Passing by“: Kunst aus Linden gibt’s im Schaufenster
Und schließlich...

… könnten Sie Müll sammeln
Am 20. März soll Hannover sauberer werden. (Foto: Aha)
Am 20. März soll Hannover sauberer werden. (Foto: Aha)
Es fliegt viel Unrat herum in der Stadt, in Wald, Feld und Flur - Hannover kann ein Reinemachen vertragen. Für Sonnabend, 20. März, laden der Abfallzweckverband Aha und die Stadt wieder zur Müllsammelaktion “Hannover bleibt putzmunter”. Die muss in diesem Jahr unter Corona-Bedingungen stattfinden: Jeder kann mitmachen - aber unter Berücksichtigung der Hygiene- und Abstandsregeln. Schüler und Schülerinnen sind schon in den Tagen zuvor dazu aufgerufen, rund um ihr Schulgebäude sauber zu machen. Wie genau die Aktion funktioniert, lesen Sie hier.
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