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HAZ "Mal raus" - Klimareise, Industriekultur und etwas Obst

Liebe Leserinnen und Leser, das Dutzend beim Freizeit-Newsletter "Mal raus" ist voll. Seit wir angefa
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HAZ "Mal raus"
Liebe Leserinnen und Leser,
das Dutzend beim Freizeit-Newsletter “Mal raus” ist voll. Seit wir angefangen haben, wöchentlich Tipps für Sie zusammenzustellen, sind drei Monate ins Land gegangen und aus dem Sommer ist zumindest kalendarisch der Herbst geworden.
Deshalb gehen auch die Inhalte langsam mit der Jahreszeit – wir empfehlen einen Besuch im Wisentgehege in Springe, wo derzeit ein besonderes Naturschauspiel zu erleben ist. Vielleicht haben Sie aber auch Lust, auf einer Streuobstwiese einen Spaziergang mit einer Apfelernte zu verbinden.
Unser großer Ausflug führt heute hoch in den Norden nach Bremerhaven. Den Fokus legen wir auf das Klimahaus, das eine faszinierende Weltreise bietet. Es gibt aber noch anderes in der Küstenstadt zu entdecken. Bei der Radtour treten wir dieses Mal etwas kürzer, bleiben in Hannover und begeben uns auf die Spuren der Industriekultur.
Was uns freut, sind Reaktionen unserer Leser. Den Liebesbankweg, eine hier nicht so bekannte Wanderroute im Harz, den wir in unserem vierten Newsletter beschrieben hatten, haben beispielsweise Claudia und Reinfried Laue erkundet. “Landschaftlich sehr schön, angenehm zu wandern”, schreiben sie.
Falls Sie auch Lob oder Kritik, Tipps und Anregungen haben oder uns ein tolles Foto aus der Region Hannover schicken wollen, melden Sie sich gerne per E-Mail an freizeit@haz.de bei uns.
Viele Herbstfreuden wünscht Ihnen
Bernd Haase
aus dem HAZ-Freizeit-Team

Der große Ausflug

Zu Fuß einmal um die Welt
Das Klimahaus in Bremerhaven sieht aus wie ein riesiges Gummiboot. (Foto: Ingo Wagner/dpa)
Das Klimahaus in Bremerhaven sieht aus wie ein riesiges Gummiboot. (Foto: Ingo Wagner/dpa)
Die Wahl der Bekleidung ist ein nicht ganz unwesentlicher Aspekt bei einem Besuch des Klimahauses in Bremerhaven – die Temperaturen dort bewegen sich zwischen minus 6 und plus 35 Grad.
Bremerhaven 8° Ost lautet der offizielle Name des 2009 eröffneten Hauses, und hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich das Konzept. Sie bezieht sich auf den Längengrad, auf dem das Gebäude liegt. Auf diesem machen die Besucher sich auf einen Weg einmal rund um die Erde und passieren dabei neun unterschiedliche Klimazonen. In der Realität wären das rund 40.000 Kilometer, in der Ausstellung sind es 1,2. Gezeigt wird, wie das Klima das Leben auf der Erde beeinflusst und was der Klimawandel anrichtet – aber nicht belehrend mit dem Zeigefinger, sondern unterhaltsam.
Die Station in der Antarktis bildet den Kältepol der Klimareise. (Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa)
Die Station in der Antarktis bildet den Kältepol der Klimareise. (Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa)
Die Tour in der Realität unternommen hat der Filmarchitekt und Kulissenbauer Axel Werner, dessen Eindrücke, Erlebnisse und Gespräche die Grundlage der Ausstellung bilden. Erste Station ist das Schweizer Isenthal. Es gibt Videofilme, die zeigen, wie schmelzende Gletscher die Lebenswelt dort beeinflussen, aber auch die Gelegenheit, lebensecht nachgebaute Kühe zu melken und eine Gondelfahrt zu unternehmen.
Auf Sardinien erleben Besucher Wetter und Klima zwischen riesigen Kunststoff-Grashalmen aus der Insektenperspektive, im Niger können sie sich auf den Wüstenboden legen und einen Film über das Leben in der Sahel-Zone anschauen. Der Regenwald in Kamerun und das Königin-Maud-Land in der Antarktis als Kältepol der Reise sind die nächsten Stationen.
Die Station Samoa zeigt ein Saumriff mit Korallen. (Foto: Carmen Jaspersen/dpa)
Die Station Samoa zeigt ein Saumriff mit Korallen. (Foto: Carmen Jaspersen/dpa)
In Samoa führt eine Treppe in die bunte Unterwasserwelt der Südsee, hier präsentiert in Aquarien mit einem Saumriff mit Korallen sowie Muränen, Clown- und Drückerfischen. Ein Tunnel mit Meeresrauschen führt nach Alaska, wo man auf Trampolinen springen kann – die Ureinwohner haben sich einst mit Tüchern in die Luft geschleudert, um Jagdbeute zu erspähen. Über die Nordsee-Hallig Langeneß geht es schließlich zurück nach Bremerhaven.
Es gibt auch noch die Abteilung “Elemente” über Feuer, Wasser und Luft, die “Perspektiven”, in denen der Klimawandel bis 2050 fortgeschrieben wird, und die “Chancen”, in denen verdeutlicht wird, wie jedermann individuell etwas für das Klima tun kann.
Ach ja: Die Mitarbeiter empfehlen, Jacken abzugeben. Die kalte Antarktis ist schnell durchquert, man wird dort auch mit leichter Kleidung keine Frostbeulen davontragen.
Was gibt es noch?
Das Deutsche Auswandererhaus. (Foto: Ingo Wagner/dpa)
Das Deutsche Auswandererhaus. (Foto: Ingo Wagner/dpa)
Das Klimahaus ist Teil der “Havenwelten”. Dazu zählt das Deutsche Auswandererhaus, das sich der Geschichte der Auswanderung aus Europa seit dem frühen 19. Jahrhundert widmet – allein von Bremerhaven aus gelangten mehr als sechs Millionen Deutsche in die USA. Ferner zählen das Deutsche Schifffahrtsmuseum, der Zoo am Meer und ein Einkaufszentrum zum Ensemble. Das alles wäre zu viel für einen Tag – aber es gibt ja auch Hotels in der Stadt an der Wesermündung.
Wie kommt man hin?
Mit dem Auto von Hannover aus über die Autobahnen 7 und 27, das sind etwas mehr als 180 Kilometer. Mit dem Zug dauert es je nach gewählter Verbindung zwischen knapp zwei und zweieinhalb Stunden. Für das Klimahaus gelten derzeit wie für andere Einrichtungen auch Corona-Bedingungen. Geöffnet ist täglich von 10 bis 18 Uhr. Anmeldungen sind ebenso nicht erforderlich wie Zeitbeschränkungen für den Besuch; es dürfen aber nicht mehr als 950 Menschen gleichzeitig in der Ausstellung sein. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist Vorschrift. Weitere Informationen finden Sie hier.
Der kleine Ausflug

Die Rothirsche im Wisentgehege befinden sich in der Brunft. (Foto: Thomas Hennig)
Die Rothirsche im Wisentgehege befinden sich in der Brunft. (Foto: Thomas Hennig)
Röhren hören
Das Wisentgehege in Springe ist nicht gerade ein Geheimtipp, sondern gehört seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Ausflugszielen in der Region Hannover. Warum wir Ihnen gerade jetzt einen Besuch ans Herz legen: Man kann dort derzeit nicht nur viel sehen, sondern auch etwas hören. Die Brunft der Rothirsche hat begonnen, die mächtigen Tiere kämpfen den Platzhirsch aus. Das geschieht nicht nur im direkten körperlichen Duell, sondern auch durch lautstarkes Rufen, das sogenannte Röhren. Führungen sind in diesem Jahr nicht möglich (der Grund dürfte bekannt sein), aber man kann auch als Einzelner die Tiere beobachten.
Die besten Chancen auf das Röhrenhören hat man, wenn man sich selbst leise verhält.
Insgesamt leben im Wisentgehege rund 100 Wildtierarten auf einer Fläche von 90 Hektar – von A wie Adler bis W wie (logisch) Wisent. Zu erreichen ist das Gehege von Hannover aus über die Bundesstraße 217, Ausfahrt Alvesrode. Der weitere Weg ist ausgeschildert. Geöffnet ist täglich von 9 Uhr an. Erwachsene zahlen 12 Euro, ermäßigt 9,50 Euro. Eine Kinderkarte kostet 8 Euro.
Raus mit dem Rad

Die beschrieben Radroute ist 16 Kilometer lang. (HAZ-Grafik: Llorens | GoogleMaps)
Die beschrieben Radroute ist 16 Kilometer lang. (HAZ-Grafik: Llorens | GoogleMaps)
Mit dem Fahrrad auf den Spuren der Industriekultur
Wir haben dieses Mal wieder eine kürzere Tour herausgesucht. Sie ist 16 Kilometer lang und wurde unter dem Titel “Linden, Leine, Limmer” vom Team Naherholung der Region Hannover ausgearbeitet. Die Idee: Hannover war früher wesentlich stärker eine Industriestadt als in heutigen Zeiten, in denen dieser Wirtschaftssektor nur noch für etwa 15 Prozent der Arbeitsplätze steht. Die Fahrradtour bewegt sich auf Spuren der Industriekultur in der Landeshauptstadt.
Auf dem früheren Conti-Gelände entsteht das Wohngebiet Wasserstadt Limmer. (Foto: Katrin Kutter)
Auf dem früheren Conti-Gelände entsteht das Wohngebiet Wasserstadt Limmer. (Foto: Katrin Kutter)
Die Tour beginnt an der Leinebrücke der Königsworther Straße in der Calenberger Neustadt, die mit ihren vier großen Kandelabern die angeblich schönste Hannovers ist. Von dort aus führt der Weg am größten und ältesten Betriebshof der Üstra an der Glocksee vorbei zur Ihme. Der Weg ist nicht zu verfehlen. Man erreicht den Fluss am Heizkraftwerk Linden, das mit seinen nachts illuminierten Türmen eines der Wahrzeichen Hannovers ist.
Auf dem Faustgelände gibt es heute viele kleine Betriebe – auch in der Fahrradbranche. (Foto: Tim Schaarschmidt)
Auf dem Faustgelände gibt es heute viele kleine Betriebe – auch in der Fahrradbranche. (Foto: Tim Schaarschmidt)
Jetzt weist zunächst der Fluss den Weg Richtung Justus-Garten-Brücke und Faustgelände. Wo einst in der früheren Bettfedernfabrik Rohfedern gereinigt und verarbeitet wurden, prägen heute kleine Gewerbebetriebe sowie ein munteres Kunst- und Kulturangebot die Szenerie.
Bald schon kommt der 51 Meter hohe Wasserturm auf dem ehemaligen Conti-Gelände in Limmer ins Blickfeld. Mehr als ein Jahrhundert lang haben Arbeiter dort Gummiprodukte hergestellt. Aktuell prägen neben dem historischen Turm Baukräne die Szenerie – es entsteht ein großes Wohngebiet. An der Schleuse Limmer wechselt die Route auf das andere Ihme-Ufer und passiert das Volksbad.
Im Willy-Spahn-Park in Ahlem lässt sich eine gemütliche Rast einlegen. (Foto: Simon Peters)
Im Willy-Spahn-Park in Ahlem lässt sich eine gemütliche Rast einlegen. (Foto: Simon Peters)
Nächstes Ziel ist die blaue Kanalbrücke, über die der Weg nach links Richtung Ahlem führt. Für Eisenbahnhistoriker: Man sieht zwei Gitterbrücken der Güterumgehungsbahn, Baujahr 1904. In Ahlem führt der Weg in die Mönkebergallee zum Willy-Spahn-Park. Dort wurden einst Obstsaftlimonaden, Marke Sprudella, hergestellt. Noch heute zeugt der Baumbestand im Park davon.
Am ehemaligen Tanzlokal Ahlemer Turm und dem Waldstück Ahlemer Holz vorbei kommt man Richtung Heisterbergallee und zur einstigen jüdischen Gartenbauschule, die die Nationalsozialisten zur Sammelstelle für Deportationen umfunktionierten und die heute eine sehenswerte Gedenkstelle ist.
Das Ihme-Ufer zählt zu den Lieblingsradwegen der Hannoveraner. (Foto: Clemens Heidrich)
Das Ihme-Ufer zählt zu den Lieblingsradwegen der Hannoveraner. (Foto: Clemens Heidrich)
Am Ende der Heisterbergallee geht es zur Schleuse Limmer. Stadtbahngleise weisen den Weg zur Wunstorfer Straße. Über die Ratswiese führt die Route zur Leine. Sie und die Ihme führen die Fahrradfahrer zurück in die Stadt und weiter zum Maschsee, dessen Nordufer das Ziel der Tour markiert.
Die Route im Detail
Mal was anderes

Zoo (fast) ohne Tiere
Die Pfauen sind auch noch abends im Zoo unterwegs. (Foto: Rainer Dröse)
Die Pfauen sind auch noch abends im Zoo unterwegs. (Foto: Rainer Dröse)
Der Zoo Hannover von einer anderen Seite: Am Freitag, 25. September, bietet der Tierpark einen Spätsommer-Spaziergang an und bleibt bis 22 Uhr geöffnet. Fast alle Tiere sind dann hinter den Kulissen, aber dafür können die Besucher die Themenwelten in einer ganz besonderen Abendstimmung durchwandern und zusehen, wie sich die Zoowelt in der Dämmerung verändert. Die Gastronomie bleibt bis zum Ende der Veranstaltung geöffnet. Tickets und Zugangsbestätigung sind ausschließlich online unter www.zoo-hannover.de buchbar.
Wohin am Wochenende?

Licht- und Langkunst in Herrenhausen
Das Projekt Fountain Scan illuminiert die große Fontäne. (Foto: Helge Krückeberg)
Das Projekt Fountain Scan illuminiert die große Fontäne. (Foto: Helge Krückeberg)
Die Kunstfestspiele Herrenhausen coronabedingt im Herbst – anders, aber trotzdem oder gerade deshalb spannend. Eine Art Olympisches Feuer wird die große Fontäne in Herrenhausen sein, die Geburtstag hat und ab Donnerstag, 24. September, an jedem Abend bis zum Ende des Festivals am 11. Oktober von 20.30 bis 23 Uhr mit einer Lasershow in Szene gesetzt wird.
Der Eintritt kostet 8 Euro, ermäßigt 4 Euro. Einer der Höhepunkte des ersten Wochenendes dürfte die Aufführung sämtlicher Streichquartette Arnold Schönbergs werden. Wer am Sonntag ab 15 Uhr im Galeriegebäude dabei sein will, sollte etwas Zeit mitbringen. Geplant ist eine Dauer von sechseinhalb Stunden, unterbrochen von vier Pausen. Tickets sind nur telefonisch unter (0511) 16849994 oder online unter www.wk-kuenstlerhaus.de erhältlich.
Die Erzählkünstler starten wieder
Jana Raile ist beim Festival dabei und hat was zu erzählen. (Foto: Shirin Shikowsky)
Jana Raile ist beim Festival dabei und hat was zu erzählen. (Foto: Shirin Shikowsky)
Das Festival der Erzählkunst hat sich in Hannover etabliert. An diesem Wochenende geht es wieder los. In der Lister Markuskirche startet der Reigen am Freitag, 25. September, mit Erzählerin Katharina Ritter, die die bewegende Geschichte ihrer Bregenzerwälder Großmutter und deren Bruder erzählt.
Am Sonnabend um 19 Uhr ist die Hauptakteurin dieselbe, das Thema aber ein anderes. Es geht um den weißen Tod, die Lawinengefahr in den Bergen.
Am Sonntag, 27. September, um 15 Uhr heißt es „Neues Spiel, neues Glück“ auf „Noahs Reise“, einem Musicalmärchen für die ganze Familie. Bereits um 10.30 Uhr gibt es auch Bibelerzählung – beim Gottesdienst mit Pastor Bertram Suppe und Erzählerin Jana Raile.
Corona-Diskussion im Schauspielhaus
Regisseurin Milena Fischer diskutiert mit in der Runde. (Foto: Uwe Dillenberg)
Regisseurin Milena Fischer diskutiert mit in der Runde. (Foto: Uwe Dillenberg)
Zu einer Corona-Diskussion einen Bestatter einzuladen, ist vielleicht ungewöhlich, aber konsequent. Im Schauspielhaus wird bei einer Diskussion unter anderem Sven Friedrich Cordes dabei sein, der aus seiner beruflichen Sicht die Erfahrung mit der Pandemie schildert und auch versucht, Antworten auf die Frage näher zu kommen, wie der Lockdown Hannover und die Menschen verändert hat.
Außerdem dabei sind unter anderem Regisseurin Milena Fischer und Tillmann Krüger vom Zentrum für Seelische Gesundheit der Medizinischen Hochschule Hannover. Die Diskussion findet am Sonntag, 27. September, um 11 Uhr und um 13 Uhr im Foyer des Schauspielhauses statt.
Und schließlich

Die Obstwiese am Kronsberg verführt zum Zugreifen. (Foto: Samantha Franson)
Die Obstwiese am Kronsberg verführt zum Zugreifen. (Foto: Samantha Franson)
Äpfel sind am beliebtesten, aber es gibt auch Birnen oder Pflaumen. Auf den vielen Streuobstwiesen in der Region Hannover sind die Früchte reif, man kann gleichsam im Vorbeigehen ernten oder sich ganz gezielt auf den Weg machen. Die Wiese am Kronsberg in Hannover beispielsweise hat viele Fans. Sie ist frei zugänglich, was aber nicht für alle Streuobstwiesen gilt. Im Zweifelsfall helfen entsprechende Hinweisschilder, Nachfragen bei Nachbarn oder ein Blick auf die Internetseiten vom Streuobstwiesenbündnis Niedersachsen und vom Pflückatlas Mundraub.
Einen Bericht darüber und über einen Besuch auf der Wiese am Kronsberg finden Sie hier bei uns auf HAZ.de.
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