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HAZ "Mal raus" - Jüdisches Leben und eine Deistertour

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HAZ "Mal raus"
Liebe Leserinnen und Leser,
herzlich willkommen zum neuen Freizeit-Newsletter, in den wir dieses Mal eine Menge Kultur hineingepackt haben. HAZ-Redakteur Bert Strebe berichtet Ihnen, warum sich seiner Ansicht nach ein Besuch im Landesmuseum Braunschweig mit der Ausstellung über jüdisches Leben in Niedersachsen lohnt. In Hannover können Theater, Oper und Varieté Programme bieten - wir hoffen, dass etwas für Sie dabei ist.
Wer trotz des oft unwirtlichen Wetters vor die Tür will, dem empfehlen wir eine Wanderung im Kleinen Deister. Sie können auch dem Kurpark in Bad Nenndorf einen Besuch abstatten, für den die wegweisende Broschüre überarbeitet worden ist. Originell finden wir die Idee der katholischen Kirche, Pilgertouren in der Eilenriede anzubieten.
Irgendwie werden wir über den Winter kommen, und irgendwann wird auch das Freizeit-Angebot wieder größer werden. Bis dahin gilt: Durchhalten, munter bleiben und das Beste draus machen.
Mit besten Grüßen
Bernd Haase
aus dem HAZ-Freizeitteam

Der große Ausflug

Ein Teil von uns
Juden haben das Leben in Niedersachsen seit Jahrhunderten bereichert und wurden trotzdem verfolgt und ermordet. Das Landesmuseum Braunschweig zeichnet in seiner neu konzipierten Dauerausstellung am Standort Hinter Aegidien ihre Geschichte nach. Sie heißt “Ein Teil von uns. Deutsch-jüdische Geschichten aus Niedersachsen”.
Im ehemaligen Kloster Sankt Aegidien befindet sich die Judaica-Sammlung des Braunschweigischen Landesmuseums. (Foto: Bert Strebe)
Im ehemaligen Kloster Sankt Aegidien befindet sich die Judaica-Sammlung des Braunschweigischen Landesmuseums. (Foto: Bert Strebe)
Das Landesmuseum und das “Vaterländische Museum” Braunschweig als sein Vorgänger befasst sich schon länger mit dem Judentum; nach eigenen Angaben ist es das älteste jüdische Museum der Welt. “Es gibt in ganz Niedersachsen nicht noch einmal eine solche Judaica-Sammlung”, sagt Direktorin Heike Pöppelmann.
Das hängt auch damit zusammen, dass das Museum 1924 die Inneneinrichtung der aufgelassenen Synagoge aus dem Städtchen Hornburg im Kreis Wolfenbüttel retten konnte. Dieses Ensemble, das aus dem Jahr 1766 stammt, bildet heute noch den Mittelpunkt der Ausstellung: der majestätische Tora-Schrein mit barocken Schnitzereien, die achteckige Bima (ein Podest, auf dem aus der Tora gelesen wird) und die bemalte Kuppel darüber. Zusätzlich gab es eine Frauenempore: Unten waren nur Männer zugelassen.
Die Inneneinrichtung der ehemaligen Hornburger Synagoge ist das Herzstück der Ausstellung. (Foto: Bert Strebe)
Die Inneneinrichtung der ehemaligen Hornburger Synagoge ist das Herzstück der Ausstellung. (Foto: Bert Strebe)
Aber all das und auch die anderen Ausstellungsstücke wurden früher präsentiert wie etwas Fremdes, Exotisches, Vergangenes. Pöppelmann nutzte die Sanierung der Museumsräume und die Neueröffnung vor ein paar Wochen zu einem Perspektivwechsel, der zugleich ein Statement ist: Das Judentum gehört seit 1700 Jahren zu Deutschland - deshalb auch der Titel der Ausstellung.
Die beiden Ausstellungskuratorinnen Lea Weik und Felicitas Heimann-Jelinek haben die Sammlung neu gesichtet und erfasst. Zu dem Konzept, das Judentum als Teil der niedersächsischen Geschichte zu präsentieren, gehört es, vom Alltag der niedersächsischen Juden mit Freud und Leid zu erzählen. Vom religiösen Leben zeugen Objekte wie Chanukka-Leuchter, Laternen und Gebetsriemen und -mäntel aus der Hornburger Familie Schwabe aus dem 19. Jahrhundert.
Ein Tora-Wimpel für Israel Jacobson, der Ende des 18. Jahrhunderts Landrabbiner in Braunschweig war. (Foto: Bert Strebe)
Ein Tora-Wimpel für Israel Jacobson, der Ende des 18. Jahrhunderts Landrabbiner in Braunschweig war. (Foto: Bert Strebe)
Die Ausstellung berichtet von jüdischen Schülern, Lehrern, Geschäftsleuten und Intellektuellen – und ihren Bemühungen, als religiöse Minderheit nicht mehr diskriminiert zu werden. Dokumente, Fotos und andere Stücke belegen die Wirkungen von staatlichem wie intellektuellem Antisemitismus, aber auch die Selbstbehauptung und das Selbstbewusstsein der jüdischen Gemeinschaft nach der Terrorherrschaft der Nationalsozialisten. Dass der Ungeist der Minderheitenverfolgung nicht verflogen ist, zeigt das Museum mit einer Diashow von Schmierereien an Wänden, Stromkästen oder Busfahrplänen.
Wie kommt man hin und was kostet das?
Der Standort Hinter Aegidien liegt an der gleichnamigen Straße in Braunschweig. Wer nicht mit dem Auto über die A2 fahren will, kann vom Hauptbahnhof Hannover aus mit Fernzügen und Regionalzügen der Westfalenbahn anreisen. Vom Bahnhof ist das Museum zu Fuß in 20 Minuten zu erreichen, auch Busse fahren dorthin. Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet 4 Euro, ermäßigt 3 Euro und für Kinder 2 Euro. In Sachen Corona gelten aktuell die 2G-Regel sowie Maskenpflicht.
Das Braunschweiger Residenzschloss wurde abgerissen und anhand alter Pläne und historischer Fotos originalgetreu wiedererrichtet. (Foto: Julian Stratenschulte/dpa)
Das Braunschweiger Residenzschloss wurde abgerissen und anhand alter Pläne und historischer Fotos originalgetreu wiedererrichtet. (Foto: Julian Stratenschulte/dpa)
Was gibt es noch?
Wenn Sie einen Stadtbummel machen wollen, ist der Burgplatz mit der Burg Dankwarderode als Residenz Heinrichs des Löwen, dem Dom St. Blasii und dem Burglöwen als erster monumentaler Freifigur des Mittelalters erste Adresse. In unmittelbarer Nähe steht das original wieder hergerichtete Residenzschloss mit dem benachbarten Einkaufszentrum Schloss-Arkaden. Daran schließt sich das Magniviertel an, in dessen Fachwerkhäusern sich Cafés, Restaurants und kleine Geschäfte für jeden Geschmack befinden.
Der kleine Ausflug

Neue Blicke auf den Kurpark
Die Süntelbuchenallee gehört zu besonderen Merkmalen des Kurparks. (Foto: Tourismus-Information Bad Nenndorf)
Die Süntelbuchenallee gehört zu besonderen Merkmalen des Kurparks. (Foto: Tourismus-Information Bad Nenndorf)
Die Stadt Bad Nenndorf hat Ende vergangenen Jahres ihren Flyer mit Karte zur Kurpark-Entdeckertour überarbeitet. Im Ergebnis gibt es interessante und spannende Einblicke in die Geschichte des denkmalgeschützten Landschaftsgartens, der in seinen Anfängen auf das Jahr 1789 zurückgeht, sowie in die Architektur der klassizistischen Gebäude im Kurpark.
Auch die Fotos sind neu. Skurril wirken immer noch die Süntelbuchen mit ihrem verdrehten Wuchs, weitere botanische Schätze wie ein Taschentuchbaum sind zu finden. Erhältlich ist der Flyer bei der Touristinformation an der Haupstraße 4.
Jüngst hat die niedersächsische Landesregierung die Landesgartenschau für das Jahr 2026 nach Bad Nenndorf vergeben. Die Stadt habe mit dem Kurpark und ihren historischen Bauten eine hervorragende Ausgangsposition und ein großes Potenzial, lautet die Begründung.
Raus zur Wanderung

Der kleine Deister-Bruder
Die beschrieben Wanderroute ist 14,5 Kilometer lang. (Grafik: Google Maps)
Die beschrieben Wanderroute ist 14,5 Kilometer lang. (Grafik: Google Maps)
Wenn die Hannoveraner vom Deister sprechen, meinen sie meistens den Großen. Es gibt aber auch einen kleinen Bruder. Von Springe aus führt eine Wanderung durch die Deisterpforte über den Kleinen Deister und durch die Kaiserallee zurück zum Ausgangspunkt.
Das Göbel-Denkmal an der Deisterpforte erinnert an den Tüftler Heinrich Göbel. (Foto: Marita Scheffler)
Das Göbel-Denkmal an der Deisterpforte erinnert an den Tüftler Heinrich Göbel. (Foto: Marita Scheffler)
Vom Springer Bahnhof geht es zunächst an den Gleisen entlang und dann am Bahnübergang weiter Richtung Göbelbastei und Göbel-Denkmal. Die stilisierte Glühbirne erinnert an den Tüftler Heinrich Göbel, der mit künstlichem Licht experimentiert hat. 15 Prozent Steigung sind es am Ende bis dort hinauf; zur Belohnung gibt es einen schönen Blick über Springe und das lauschige Umland.
Weiter führt die Strecke zur Deisterpforte mit dem gleichnamigen Ausflugslokal, das leider aktuell wegen Sanierung geschlossen ist. Dann wandert man ein Stück Weg am Waldrand entlang, bis ein Pfad hinunter zur Siedlung Dahle abzweigt.
Das Trakehnergestüt Webelsgrund liegt am Rand des Kleinen Deisters. (Foto: Ralf Mischer)
Das Trakehnergestüt Webelsgrund liegt am Rand des Kleinen Deisters. (Foto: Ralf Mischer)
Von Dahle aus geht es auf einem weniger schönen Abschnitt Richtung Bundesstraße 217 und kurz an dieser entlang, bis sie überquert werden kann. Dafür ist dann der Kleine Deister mit dem Gestüt Webelsgrund erreicht. Es geht jetzt, zumeist leicht bergauf, durch den Saupark bis zum Jagdschloss, das Hofbaumeister Laves einst für die hannoverschen Könige erbauen ließ und das von den Hohenzollern erweitert wurde.
Das Springer Jagdschloss beherbergt unter anderem ein Museum. (Foto: Christian Zett)
Das Springer Jagdschloss beherbergt unter anderem ein Museum. (Foto: Christian Zett)
Die Kaiserallee trägt ihren Namen, weil die Monarchen einst über sie von Springe aus in ihr Jagdrevier gelangten. Der Weg zurück führt über das Flüsschen Haller und dann nach links durch die Oppelner Straße zurück Richtung Springer Stadtkern. Dort kann man wählen, ob man direkt zurück zum Bahnhof geht oder noch einen Abstecher in die Fußgängerzone unternimmt. Das macht dann einen Kilometer mehr Strecke.
Der Sprinter Marktplatz im Herzen der Deisterstadt. (Foto: Moritz Frankenberg/dpa)
Der Sprinter Marktplatz im Herzen der Deisterstadt. (Foto: Moritz Frankenberg/dpa)
Die Strecke im Detail
Hannover entdecken

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Mal was anderes

Pilgern im Stadtwald
Die Pilgertouren führen zu unterschiedlichen Zielen wie hier zum großen Teich. (Foto: Samantha Franson)
Die Pilgertouren führen zu unterschiedlichen Zielen wie hier zum großen Teich. (Foto: Samantha Franson)
Lust auf eine spirituelle Auszeit in der Natur? Die katholische Kirche lädt jeweils freitags zu Andachten in Hannovers Stadtwald Eilenriede ein. Bei einer Stunde pilgern könne man innehalten und in Beziehung zur Natur und zu Gott treten, sagt Inga Kalinowski, die das Projekt im Auftrag des Bistums Hildesheim gestaltet.
Die Kirche im Freien findet auch bei schlechtem Wetter statt; aktuell gilt die 2G-Regel. Da die Gruppengröße beschränkt ist, ist eine Anmeldung entweder telefonisch unter (01 51) 65 68 29 77 oder per Mail an inga.kalinowski@bistum-hildesheim.de erforderlich.
Genaue Informationen über die unterschiedlichen Themen der spirituellen Spaziergänge, Treffpunkte und -zeiten finden Sie hier.
Wohin am Wochenende?

Das ist am Sonnabend in Hannover los ...
... und das am Sonntag
Und schließlich...

Mit einer luftigen Krimiserie lässt sich etwas gegen das Grau-in-Grau unternehmen. (Foto: Clara Margais/dpa)
Mit einer luftigen Krimiserie lässt sich etwas gegen das Grau-in-Grau unternehmen. (Foto: Clara Margais/dpa)
… ist es derzeit grau in Hannover und dem großen Rest von Niedersachsen. Mit den “Mallorca Files” kann man sich als Ersatz Urlaubsgefühle ins Wohnzimmer holen. In der ZDF-Serie ermitteln die pedantische Miranda Blake und der lebensfohe Max Winter. Das ganze ist eher als Persiflage denn als knallharter Krimistoff angelegt, mischt Spannung mit sommerleichter Lockerheit und nimmt die Zuschauer und Zuschauerinnen ganz nebenbei mit auf eine Inselrundfahrt.
Die jeweils 45-minütigen Folgen gibt es in der ZDF-Mediathek oder auf DVD im Handel.
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