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HAZ "Mal raus" - Ins Grüne und auf literarischen Spuren

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HAZ "Mal raus"
Liebe Leserinnen und Leser,
nach einem für hiesige Verhältnisse heftigen Wintereinbruch hat nun eine Art Frühling in Hannover Einzug gehalten, auch wenn der Kalender so etwas für Ende Februar nicht vorsieht. Man will bei solchem Wetter vor die Tür - aber leider gibt es immer noch dieses neumodische Wort Lockdown. Wir dürfen nicht alles, was wir gerne tun würden.
Radfahren ist erlaubt, wenn man die Corona-Regeln einhält. Unser aktueller Tourenvorschlag führt Sie nach Sehnde, Laatzen und zum Kronsberg. Wenn Sie spazieren gehen und dabei etwas lernen wollen: Mit dem Bürgerbüro Stadtentwicklung lässt sich ein literarischer Fußmarsch in Hannover unternehmen. Zudem gibt es in unserem Newsletter wieder Kochrezepte und Filmtipps sowie einen Videovortrag, der sich mit Hannover im Dreißigjährigen Krieg befasst.
Dies ist übrigens die 25. Ausgabe des Freizeit-Newsletters, also ein kleines Jubiläum. Wenn wir aus diesem Anlass einen Wunsch frei haben, dann würden wir gerne bald wieder mehr dürfen von dem, was wir gerne tun würden.
Bis dahin gilt: Durchhalten und sich nicht die Laune verderben lassen.
Viele Grüße,
Nadine Wolter und Bernd Haase
aus dem HAZ-Freizeitteam

Raus mit dem Rad

Am Grünen Ring mit Schleifen
Wir waren bei unseren Radtouren häufiger am Grünen Ring unterwegs, dem Rad- und Wanderweg in der Region Hannover. Dieses Mal haben wir eine Kombination aus einem Teilstück des Basisrings, der Außenschleife Richtung Sehnder Ortschaften und einem Abstecher Richtung Laatzen zusammengebaut.
Vor der Schleuse in Anderten steht passenderweise ein Startsignal. (Foto: Bernd Haase)
Vor der Schleuse in Anderten steht passenderweise ein Startsignal. (Foto: Bernd Haase)
Start- und Zielpunkt für die gut 38 Kilometer lange Tour ist die Schleuse Anderten am Mittellandkanal. An der Wasserstraße entlang geht es zunächst an der rechten Uferseite Richtung Osten. An der zweiten Brücke überquert die Strecke den Kanal und führt nach Wassel. Hinter der Ortschaft rückt die Sehnder Kalihalde ins Blickfeld, die mittlerweile nicht mehr weiß ist, sondern dank Bepflanzung grün.
Schon vor der Halde geht es aber wieder auf die andere Kanalseite, dem Wegweiser folgend Richtung Wehmingen. Dort kann man einen Abstecher zum Roten Berg einlegen. Er trägt seinen Namen, weil er aus rötlichem Buntsandstein besteht. Bekannter aber ist er als Standort des hannoverschen Straßenbahnmuseums.
In Müllingen sind sie stolz auf ihre mehr als 800-jährige Geschichte. (Foto: Bernd Haase)
In Müllingen sind sie stolz auf ihre mehr als 800-jährige Geschichte. (Foto: Bernd Haase)
Wirringen und Müllingen sind die beiden weiteren Sehnder Ortschaften an der Strecke. Die verläuft hinter Müllingen ein kurzes Stück an der Kreisstraße entlang und knickt dann den Fahrradwegweisern folgend nach links in die Feldmark ab. Am Rand des Waldstücks Bockmerholz überquert die Route die Autobahn und erreicht schließlich längs des Bachlaufs Bruchriede den Laatzener Ortsteil Rethen.
Sind Hildesheimer Straße und die Bahnunterführung passiert, erreicht man die Leinemasch mit ihren Wiesen und Feldern. Sie ist Wegbegleiter bis zum Peterskamp in Alt-Laatzen. Der wiederum führt zurück ins Laatzener Stadtgebiet. Dort tangiert die Strecke sowohl den zur Weltausstellung Expo 2000 angelegten Park der Sinne als auch das Waldstück Mastbrucher Holz. Sie überquert dann den Messeschnellweg, streift den Süden des Expo-Geländes mit dem charakteristischen Wal und erreicht schließlich den Kronsberg. Längs des Höhenzuges geht es über die restlichen knapp acht Kilometer zurück zum Ausgangspunkt an der Schleuse - Ausblicke auf Hannovers Stadtsilhouette inklusive.
Vom Kronsberg aus hat man Hannover gut im Blick - hier das Expo-Gelände. (Foto: Moritz Frankenberg)
Vom Kronsberg aus hat man Hannover gut im Blick - hier das Expo-Gelände. (Foto: Moritz Frankenberg)
Die beschriebene Strecke ist 38,5 Kilometer lang und führt über gut ausgebaute Wege und Straßen. Man kann sich gut an den Fahrradwegweisern und den sinnigerweise blauen Markierungen des Grünen Rings orientieren. Ein paar Höhenmeter am Kronsberg sind eigentlich nicht der Rede wert.
Das ist die Fahrradroute im Detail
Mal raus zum Spaziergang

Auf den Spuren der Literatur
Für unseren heutigen Spaziergang bleiben wir in der Stadt Hannover. Er bietet nicht nur Gelegenheit zur Bewegung an der frischen Luft, sondern auch Informationen. Das Bürgerbüro Stadtentwicklung hat 21 sogenannte Audio-Stadt-Radtouren entwickelt. Die Idee: Mit dem Smartphone und der kostenlosen App izi.travel können Spaziergänger oder auch Radler an Hörstationen mit drei- bis fünfminütigen Audiodateien Wissenswertes zum jeweiligen Themengebiet erfahren. Eine Tour befasst sich unter dem Motto “Kulturelle Les-Art” mit Stellen in Hannover, an denen die Literatur eine Rolle spielt.
An der Neustädter Hof- und Stadtkirche steht einer der zahlreichen Bücherschränke Hannovers. (Foto: Marcel Schwarzenberger)
An der Neustädter Hof- und Stadtkirche steht einer der zahlreichen Bücherschränke Hannovers. (Foto: Marcel Schwarzenberger)
Die Audio-Stadt-Radtouren starten sämtlich beim Bürgerbüro in der Braunstraße 28 in der Calenberger Neustadt. Von dort aus geht es bei der Literatur-Tour Richtung Linden zu einem ungewöhnlichen Buchladen, weiter zur Neustädter Hof- und Stadtkirche, über die Leine in die Altstadt zum Landtag und von dort aus am Neuen Rathaus und dem Maschpark vorbei zum Sprengel-Museum. Weitere Etappen sind die VGH-Stiftung am Schiffgraben, das Literaturhaus im Künstlerhaus und schließlich das Ziel der Tour, der Pavillon am Raschplatz.
Wenn nicht gerade Pandemie herrscht, ist der Raschplatz-Pavillon regelmäßig Schauplatz von Autorenlesungen wie hier mit dem Kolumnisten Axel Hacke. (Foto: Samantha Franson)
Wenn nicht gerade Pandemie herrscht, ist der Raschplatz-Pavillon regelmäßig Schauplatz von Autorenlesungen wie hier mit dem Kolumnisten Axel Hacke. (Foto: Samantha Franson)
Inhaltliche Details sollen hier nicht verraten werden - dazu gibt es die Audiodateien, die man übrigens auch auf der Website vom Bürgerbüro Stadtentwicklung abhören kann. Nur so viel: Spaziergänger begegnen unterwegs Gottfried Wilhelm Leibniz, Hoffmann von Fallersleben, Theodor Lessing oder Gottfried Benn. Sie alle und einige andere haben in Hannover ihre Spuren hinterlassen. Wo man sich eine Lesung anhören (wenn solche Veranstaltungen wieder erlaubt sind) und Bücher kaufen oder tauschen kann, gehört ebenfalls zum Erkenntnisgewinn dieser Tour.
Die beschriebene Route ist knapp sechs Kilometer lang. Am Startpunkt beim Bürgerbüro Stadtentwicklung hält die Stadtbahnlinie 10. Vom Ziel am Raschplatz ist es nicht weit zur Stadtbahnstation am Hauptbahnhof.
Das ist die Route für den kulturellen  Spaziergang durch Hannover
Filmzeit

"Wunderbar schräge Geschichte": Kinomacher Ralf Knobloch-Ziegan aus Hannover empfiehlt Filme. (Foto: Tim Schaarschmidt)
"Wunderbar schräge Geschichte": Kinomacher Ralf Knobloch-Ziegan aus Hannover empfiehlt Filme. (Foto: Tim Schaarschmidt)
Am Wochenende soll das Wetter wieder etwas kälter werden, Ralf Knobloch-Ziegan vom Kino im Künstlerhaus hat einen Tipp für einen Filmabend zu Hause: die Komödie “Sag du es mir”.
Eine wunderbare Panoramaeinstellung zu Beginn: Hochhäuser, eine Brücke über die Havel – und kaum zu erkennen: der Sturz! Einer stößt, eine fällt ins Wasser. Opfer und Täter ganz weit weg. Doch dann kommen sie uns näher. Gute Komödien kommen ohne eine gewisse tragische Komponente nicht aus. Und es ist auch komisch, wenn man als ,Kinobesucher’ nicht so recht weiß, wie der Hase eigentlich läuft. Denn wir sehen das Geschehen dreimal, aus drei Perspektiven. Regisseur und Autor Fetter Nathansky erzählt eine wunderbar schräge Geschichte mit skurrilen Figuren (tollen Darsteller*innen) und herrlichem Wortwitz, sagt der Filmexperte.
Ein Film für Groß und Klein
Und auch für einen Filmabend mit der Familie hat Knobloch-Ziegan einen Tipp - diesmal aus dem fernen Japan. „Chihiros Reise ins Zauberland" von Regisseur Hayao Miyazaki hat keine Altersbegrenzung.
Obwohl dieser Film auf die große Leinwand gehört, sei er an dieser Stelle empfohlen! Diese Form des ernsthaften Erzählens im Genre des Animationsfilms, das sowohl Kinder als auch Erwachsene anspricht, ist ziemlich einmalig in der Filmgeschichte. Lassen Sie sich entführen ins Zauberland, aber auch in eine Welt, die von menschlicher Gier und Umweltzerstörung bedroht ist. 
Der Film ist im Abo von Netflix enthalten und auf Blu-ray und DVD erhältlich. Weitere Filmtipps von Hannovers Kinomacherinnen und -machern finden Sie in unserer HAZ-Serie (HAZ+). Hier geht es zu Teil 1, hier zu Teil 2.
Kostenfrei zur Online-Premiere

Johanna Freigang und Paul Wiesmann feiern mit dem Stück ihren Einstand beim Schauspiel Hannover. (Foto: Katrin Ribbe)
Johanna Freigang und Paul Wiesmann feiern mit dem Stück ihren Einstand beim Schauspiel Hannover. (Foto: Katrin Ribbe)
Eigentlich sollte das Theaterstück Oskar und die Dame in Rosa in Schulen aufgeführt werden – jetzt gibt es am morgigen Donnerstag, 25. Oktober, um 11 Uhr eine digitale Premiere des Romans von Éric-Emmanuel Schmitt. 24 Stunden lang steht das Theaterstück über den todkranken 12-jährigen Oskar kostenfrei im Stream auf der Website des Schauspiel Hannover zur Verfügung.
Leckeres zum Mitnehmen und Nachkochen

Frühstücksfest zum Wochenende: So schmeckt die Weekend-Brunch-Box aus dem Café Grauwinkel
Kochen mit Tiktok
Schrittweise erklärt: Immer wieder gehen auf Tiktok Videos mit einfachen Kochanleitungen viral. (Foto: Tiktok/@cookdingwithayeh)
Schrittweise erklärt: Immer wieder gehen auf Tiktok Videos mit einfachen Kochanleitungen viral. (Foto: Tiktok/@cookdingwithayeh)
Diejenigen unter Ihnen, die Kinder oder Enkelkinder im Teenageralter haben, werden vom sozialen Netzwerk Tiktok bereits gehört haben. Neben Tanzvideos und kurzen Clips aus dem Alltag fremder Menschen werden hier auch immer wieder Kochvideos millionenfach geschaut - RND-Reporterin Melina Runde hat fünf Trendrezepte zum Nachmachen recherchiert - etwa eine unkomplizierte Pasta mit Tomaten und Feta oder einen Kaffee, der letztes Jahr von Südkorea aus die ganze Welt begeistert hat.
Und schließlich...

Ein Ausflug in Hannovers Geschichte
Mit Blick fürs Detail: Professor Carl-Hans Hauptmeyer widmet sich dem Dreißigjährigen Krieg. (Foto: Tim Schaarschmidt)
Mit Blick fürs Detail: Professor Carl-Hans Hauptmeyer widmet sich dem Dreißigjährigen Krieg. (Foto: Tim Schaarschmidt)
Wenn der renommierte Geschichtsprofessor Carl-Hans Hauptmeyer beim Historischen Verein über den Dreißigjährigen Krieg in Niedersachsen spricht, sind die Säle meist überfüllt. Jetzt ist sein Vortrag, in dem es ebenso um blutige Gräueltaten wie um die politischen Konstellationen jener Epoche geht, auf Youtube zu sehen. Hauptmeyer zeichnet in dem gut 48 Minuten langen Video ein lebendiges Bild der Zeit – und beweist einen scharfen Blick für Details. So schildert er anschaulich den Besuch von Herzog Friedrich Ulrich im Februar 1618 in Hannover. Binnen drei Tagen vertilgten der Fürst und sein 200 Mann starkes Gefolge unter anderem zehn Kälber, einen Ochsen, sechs Hasen, drei Schweine, acht Lämmer, zwölf Gänse, zwei Rebhühner, zwei Enten sowie eine ungenannte Zahl von Hühnern. Den Vortrag auf dem Videoportal Youtube im Internet finden Sie hier.

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