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HAZ "Mal raus" - In die Heide, über den Deister und Duftmarken

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HAZ "Mal raus"
Liebe Leserinnen und Leser,
Sommerwetter und ein Virus, das sich zumindest einstweilen auf dem Rückzug befindet - die Dinge hellen sich spürbar auf. Man kann wieder mehr unternehmen. Wie wäre es mit einem Ausflug in die Perle der Südheide, das Örtchen Müden. Dort gibt es einen idyllischen Wildpark, dessen Besuch wir empfehlen.
Gleich zweimal sind wir im Deister unterwegs. Zum einen ist der Höhenzug Teil unserer Radtour von Hannover nach Bad Münder, zum anderen legen wir Ihnen eine Wanderung im Walterbachtal ans Herz. Wir haben Freibäder in Hannovers Umland herausgesucht, die aus unserer Sicht einen Besuch wert sind.
Wenn Sie lieber in Hannover bleiben wollen, können Sie im Berggarten auf Duftsafari gehen. Am Montag ist die längste Nacht des Jahres und damit Termin für die alljährliche Fête de la Musique. Die muss zwar wieder unter Pandemieeinschränkungen stattfinden, aber das muss Sie nicht hindern.
Gerne nehmen wir Tipps und Anregungen per E-Mail unter freizeit@haz.de entgegen. Ansonsten: Gehen Sie doch “mal raus”.
Es grüßen Sie herzlich
Bernd Haase und Simon Benne
aus dem Freizeit-Team der HAZ

Der große Ausflug

Der Wildpark am Flüsschen
Direkt am Flüsschen Örtze in der Südheide liegt der Wildpark Müden. Er ist nicht der spektakulärste seiner Art, aber bestimmt einer der idyllischsten und als solcher nicht nur, aber sehr gut für einen Ausflug mit Kindern geeignet.
Auch Falken zählen zur tierischen Belegschaft im Wildpark Müden (Foto: Mario Eggers)
Auch Falken zählen zur tierischen Belegschaft im Wildpark Müden (Foto: Mario Eggers)
“Tierisch nach dran!” lautet das Motto im Wildpark, der eigentlich das gesamte Jahr über geöffnet ist, den Geschäftsführer Thomas Wamser und seine Mannschaft aber zwischenzeitlich aus bekannten Grünen abgesperren mussten. Jetzt geht wieder das meiste, und wenn die Corona-Werte weiter sinken, sind vielleicht auch bald wieder Schaufütterungen möglich.
Insgesamt zehn Hektar Fläche nimmt der Wildpark ein und bietet Raum für rund 200 Tiere aus 30 heimischen Arten. Elche leben hier genauso wie Rothirsche und Greifvögel. Allerdings auch Exoten wie Alpakas und Nandus. Man legt hier besonderen Wert auf artgerechte Haltung, entsprechend großzügig sind die einzelnen Tiergehege bemessen. Seit jüngerer Zeit sind sogar Übernachtungen in einem speziellen Sleeperoo-Schlafcube im Damwildgehege möglich. Es gibt für Kinder einen Spielplatz, ein Hüpfkissen und einen Barfußpfad. Stärken kann man sich am Imbiss.
Beliebt ist die Wiese mit den Ziegen. (Foto: Wildpark Müden)
Beliebt ist die Wiese mit den Ziegen. (Foto: Wildpark Müden)
Wann ist geöffnet, und was kostet das?
Der Wildpark Müden ist bis 31. Oktober täglich von 9 Uhr bis 18 Uhr geöffnet, vom 1. November bis zum 28. Februar dann von 10 bis 16 Uhr. Der Eintritt kostet für Besucher ab 16 Jahren 9 Euro, für jüngere 6,50 Euro. Im Angebot sind auch Familien-, Gruppen- und Jahreskarten. Hunde sind willkommen, müssen aber an der Leine geführt werden. Der Preis für ein Hundeticket beträgt einen Euro. Karten sind sowohl online unter www.wildparkmueden.de als auch an der Tageskasse erhältlich.
Wie kommt man hin?
Der Wildpark liegt am Heuweg 23 in 29328 Müden/Örtze. Von Hannover aus geht es mit dem Auto zunächst auf der Bundesstraße 3 über Celle bis zum Abzweig Richtung Hermannsburg und dann weiter nach Müden - das sind gut 80 Kilometer.
Was gibt es noch?
Höfe mit Fachwerkhäusern prägen den Ortskern von Müden. (Foto: Lüneburger Heide GmbH)
Höfe mit Fachwerkhäusern prägen den Ortskern von Müden. (Foto: Lüneburger Heide GmbH)
Das über 1000-jährige Müden wird oft als Perle der Südheide bezeichnet. Der Ortskern mit seinen Gehöften, Fachwerkhäusern, prächtigem Baumbestand und der kleinen Kirche lohnt einen Spaziergang. Außer dem Flüsschen Örtze (über das Heidedichter Hermann Löns einst urteilte: „Viele Flüsse und Flüßchen hat die Lüneburger Heide; ihr echtester Heidefluß aber ist die Örtze.“) gibt es auch den romantischen Heidesee. Müdens beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen und Radtouren in die Heide - beispielsweise zum größten Wacholderwald Norddeutschlands nahe der Ortschaft Schmarbeck. Kutschfahrten sowie Kanutouren werden ebenfalls angeboten.
Der kleine Ausflug

Auf Duftsafari im Berggarten
Roberta Eggers mag die Pelargonium Swiss Star besonders gern. (Foto: Samantha Franson)
Roberta Eggers mag die Pelargonium Swiss Star besonders gern. (Foto: Samantha Franson)
Nicht nur gucken, sondern auch fühlen und riechen: Die neue Sonderschau „Duftsafari – Pelargonien im Berggarten“ in den Herrenhäuser Gärten in Hannover lädt Besucherinnen und Besucher ein, sich 45 Pelargonienarten anzusehen und an ihnen zu riechen.
„Normalerweise ist es nicht so toll, wenn Leute die Pflanzen anfassen“, sagt Nandino Baillot von den Herrenhäuser Gärten. In diesem Fall aber ist das Gegenteil der Fall. Der Schwerpunkt der Schau liegt auf Duftpelargonien und damit weg von dem, was man so im Baumarkt sieht.
Neben ihren bunten Blüten zeichnen sich die aus dem südlichen Afrika stammenden Zierpflanzen vor allem durch ihre Duftnoten aus. Diese reichen von Zeder über Zitrone bis Cola. Wenn man mit den Fingern an den Blättern reibt, verströmen die Pelargonien ihr Aroma.
Geöffnet ist im Berggarten an der Herrenhäuser Straße 4 täglich von 9 Uhr an. Die Sonderschau läuft bis zum 3. Oktober. Der Eintritt kostet 3,50 Euro; Kinder unter zwölf Jahren dürfen umsonst schnuppern.
Raus mit dem Rad

Der Berg ruft
Die Regionsroute 3 vom Maschsee nach Bad Münder ist vom Profil her die schwierigste im Freizeitroutennetz der Region. Man braucht Fitness und/oder ein entsprechendes Rad; alternativ die Bereitschaft, auch einmal zu schieben. Die Tour lohnt sich allemal - wegen der unterschiedlichen Landschaftstypen und Aussichten unterwegs.
An der Fösse führt der Weg durch eine kleine Auenlandschaft. (Foto: Bernd Haase)
An der Fösse führt der Weg durch eine kleine Auenlandschaft. (Foto: Bernd Haase)
Vom Startpunkt am Maschsee-Nordufer führt der Weg zunächst noch durchs Flache, entlang an Ihme und Fösse. Letztere weist den Weg aus der Stadt, das architektonisch markante Davenstedter Terrassenhaus signalisiert den Übergang ins Ländliche. Dann kommt bald der Benther Berg. Wer sich umdreht, hat einen Blick auf Hannovers Skyline. Links schiebt sich die Empelder Kalihalde ins Bild, weiter vorne zum ersten Mal der Deister.
Mit dem Gehrdener Berg baut sich wenig später der zweite Höhenzug auf. Man muss schon ein wenig strampeln, kann dafür aber vom Trip'schen Park mit dem Berggasthaus Niedersachsen die schöne Aussicht ins Calenberger Land genießen.
Der Trip'sche Park am Gehrdener Berg bietet Ausblicke. (Foto: Bernd Haase)
Der Trip'sche Park am Gehrdener Berg bietet Ausblicke. (Foto: Bernd Haase)
Vom Gehrdener Berg aus führt die Strecke über Degersen nach Wennigsen, wo man sich das Kloster und das Zeitmonument ansehen kann - eine Art Supersonnenuhr aus verchromtem Stahl. Es folgt die Wennigser Mark direkt am Deister und dann das Heftigste der Tour - der 4,5 Kilometer lange Abschnitt zwischen dem Georgsplatz und dem 277 Meter hohen Nienstedter Pass. Hier sind die kleinen Gänge gefragt, wenn man nicht E-Bike fährt, alternativ hilft Schieben an den steilsten Passagen.
Am Nienstedter Pass führt die Tour zwischen Feldern entlang - und bergab. (Foto: Julian Stratenschulte/dpa)
Am Nienstedter Pass führt die Tour zwischen Feldern entlang - und bergab. (Foto: Julian Stratenschulte/dpa)
Hinter dem Pass darf man den Lohn der Mühen ernten und die Abfahrt auf der Straße Richtung Eimbeckhausen mit Aussicht auf den gegenüberliegenden Süntel hinuntersausen. Über Luttringhausen und Nettelrede geht es dann zum Ziel in Bad Münder. Es bleibt wellig, aber das Auf und Ab ist charakteristisch für diese Tour.
Bad Münders Kurpark mit dem Gradierwerk markiert das Ende der Fahrt. (Foto: Johanna Lindemann)
Bad Münders Kurpark mit dem Gradierwerk markiert das Ende der Fahrt. (Foto: Johanna Lindemann)
Hier der Link zur Google-Karte, darauf können Sie Streckenabschnitte zur genaueren Orientierung per Zoom größer darstellen.
Die beschriebene Strecke ist 52 Kilometer lang, davon sind etwa 40 Kilometer wellig bis hügelig. Straßen und gut ausgebaute Wege überwiegen, aber es geht auch über Waldwege. Wer sich die Deisterüberquerung sparen will, kann in Wennigsen nach etwa der Hälfte der Tour Schluss machen und mit den S-Bahn-Linien 1 oder 2 zurück nach Hannover fahren. Von Bad Münder aus geht es mit der S 5 zurück in die Landeshauptstadt.
Raus zur Wanderung

Durch das liebliche Tal
Das Walterbachtal auf der Südwestseite des Deisters ist seit mehr als 40 Jahren als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Es befindet sich in einer Niederung mit dem gleichnamigen Gewässer, gesäumt von waldbestandenen Hängen. Zahlreiche Tierarten leben in dem Tal, das oft als lieblich beschrieben wird.
Das Walterbachtal gehört zu den beliebten Wanderzielen in der Deister-Süntel-Region. (Foto: GeTour/Stadt Bad Münder)
Das Walterbachtal gehört zu den beliebten Wanderzielen in der Deister-Süntel-Region. (Foto: GeTour/Stadt Bad Münder)
Die Wanderroute beginnt am Parkplatz Hassel am Ortsrand von Nienstedt. Der Weg führt unmittelbar ins Tal und dann am Bachlauf Richtung Westen. Durch Laubwald und Wiesen gelangt man zum Weiler Waltershagen und hat von dort aus das Deister-Süntel-Tal im Blickfeld. Weiter geht es auf der alten Poststraße, die Bad Münder und Lauenau verbindet. Nächstes Etappenziel ist das kleine Milliehausen, wo die Route auf den Hasselweg trifft. Dieser verläuft zurück nach Norden Richtung Nienstedt und passiert dabei den Hassel-Wald.
Hier der Link zur Google-Karte - darauf können Sie Routenabschnitte zur Detailansicht größer zoomen.
Die beschriebene Route ist 6,4 Kilometer lang, kann aber in dem gut beschilderten Wandergebiet verlängert werden. Man geht auf festen oder naturbelassenen Wegen. Die Anreise von Hannover aus führt mit dem Auto über die Bundesstraße 65 und die Landesstraße 401, die sich von Barsinghausen-Egestorf aus über den Nienstedter Pass zieht.
Mal was anderes

Klangkunstfestival Intraregionale: Fünf Wochen Musik an ungewohnten kulturellen Orten
Gemälde von Gerhard Glück und Japan-Drucke vom Emil Orlik im Busch-Museum
Fête de la Musique 2021: Konzerte erneut nur mit Voranmeldung und Sitzplatz
Public Viewing: Diese Biergärten und Kneipen in Hannover zeigen Spiele der Fußball-Europameisterschaft
Und schließlich...

Das Spaßbad Wedemark gehört zu den fünf Bädern im Umland Hannovers, die einen Besuch lohnen. (Foto: Stephan Hartung)
Das Spaßbad Wedemark gehört zu den fünf Bädern im Umland Hannovers, die einen Besuch lohnen. (Foto: Stephan Hartung)
… ist das Wetter dieser Tage so, dass ein Freibadbesuch willkommene Abkühlung bietet. Fünf Anlagen in Hannovers Umland lohnen aus unserer Sicht besonders einen Ausflug, weil sie ein gewisses Etwas haben. Welche es sind, lesen Sie hier.
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