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HAZ "Mal raus" - In den Harz und in die Heide

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HAZ "Mal raus"
Liebe Leserinnen und Leser,
seien sie herzlich begrüßt zur neuen Ausgabe unseres Freizeit-Newsletters. Er präsentiert sich sommerlich: Wir haben Bademöglichkeiten abseits der Freibäder in Hannover zusammengestellt, empfehlen Ihnen Beach-Bars und den Rummel Hanno-Park, den die Schausteller als Ersatzveranstaltung für das Schützenfest auf die Beine gestellt haben.
Für Ausflüge haben wir dieses Mal einen Schwerpunkt im Harz gewählt. Dort lässt sich im Museum und Besucherbergwerk Rammelsberg in Goslar nachvollziehen, wie die mehr als 1000-jährige Geschichte des Bergbaus in der Region verlief. Und wer sich nach einem Aufenthalt unter Tage die Füße vertreten will, kann das bei einer Wanderung tun, die direkt am Parkplatz des Besucherbergwerks beginnt und unter anderem zum Maltermeister Turm führt. Mit dem Rad können Sie von Bispingen aus eine Tour durch das Herz der Lüneburger Heide unternehmen.
Wir hoffen, dass für Sie etwas dabei ist. Unter der E-Mail-Adresse freizeit@haz.de sind wir für Tipps und Anregungen, Lob und Kritik zu erreichen.
Viel Spaß wünschen Ihnen
Bernd Haase und Simon Benne
aus dem HAZ-Freizeit-Team

Der große Ausflug

Wo die Geschichte des Bergbaus begann
“Glückauf” heißt es im Rammelsberg in Goslar. Im heutigen Museum und Besucherbergwerk lässt sich das Leben und Arbeiten der Bergleute über die Jahrhunderte nachvollziehen. Die Anlagen zählen ebenso wie die Altstadt Goslars seit 1992 zum Weltkulturerbe der Unesco.
Erst 1988 ist das Bergwerk endgültig geschlossen worden. (Foto: Swen Pförtner/dpa)
Erst 1988 ist das Bergwerk endgültig geschlossen worden. (Foto: Swen Pförtner/dpa)
Die Sage erzählt es folgendermaßen: Ramm, der Ritter, reitet zu Zeiten von Kaiser Otto I (912 - 973) durch den Harz, schiebt eine Pause ein, sein Reittier wird ungeduldig, scharrt mit dem Huf und legt Silber frei. Ein Pferd, immerhin das Wappentier Niedersachsens, tritt somit den ältesten Bergbau Europas los.
Die Geschichte vom Ritter Ramm einmal außen vor - gesichert ist, dass die Menschen schon früh um den Hort im Rammelsberg wissen, der Silber, Kupfer, Blei und Zink birgt. Im Harz sind Erzschmelzstätten aus dem dritten Jahrhundert nach Christus gefunden worden. Der Mönch Widukind von Corvey beschreibt in seiner Sachsengeschichte die hohe Bedeutung des Bergbaus im Harz um die erste Jahrtausendwende. Dieser ist der Grund dafür, dass Kaiser Heinrich II. am Beginn des elften Jahrhunderts seine Pfalz in eine kleine Siedlung namens Goslar verlegt.
Bei Führungen lässt sich die Arbeit der Bergleute unter Tage nachvollziehen. (Foto: Peter Steffen/dpa)
Bei Führungen lässt sich die Arbeit der Bergleute unter Tage nachvollziehen. (Foto: Peter Steffen/dpa)
Erst im Juni 1988 ist der letzte Förderwagen aus dem Rammelsberg zu Tage gerollt. Er ist eines der wenigen Bergwerke, das vollständig ausgebeutet worden ist. Eine Initiative verhinderte in der Folge einen Abriss der Anlagen und ermöglichte die Neueröffnung als Besucherbergwerk. Unterschiedliche Führungen sind möglich: Der Roeder-Stollen gilt als Meisterleistung der Ingenieurskunst des 18. Jahrhunderts, eine Fahrt mit der Grubenbahn ist im Angebot. Wer lieber hoch hinaus will, kann mit einem Schrägaufzug zum höchsten Punkt der Anlage fahren. An der Tagesförderstrecke wird die Bergbautechnik des 20. Jahrhunderts demonstriert. Über Tage sind das Museum und die ehemalige Erzaufbereitung zu besichtigen.
Wann ist geöffnet und was kostet das?
Das Besucherbergwerk Rammelsberg ist täglich von 9 Uhr bis 18 Uhr geöffnet, Führungen sind von 10 Uhr bis 16.30 Uhr im Angebot. Tickets sind via Internet über www.rammelsberg.de buchbar, aber auch Spontanbesuche sind wieder möglich. Telefonisch ist das Buchungsbüro unter (0 53 21) 750 122 erreichbar, per Mail unter info@rammelsberg.de. Die Tageskarte für das Museum kostet für Erwachsene 9 Euro, ermäßigt 6 Euro. Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre zahlen 4,50 Euro. Führungen muss man hinzubuchen. Auf dem Museumsgelände und während der Führungen gilt Maskenpflicht.
Wie kommt man hin?
Von Hannover aus erreicht man Goslar mit dem Auto über die Autobahn 7 bis zum Autobahndreieck Salzgitter und dann weiter über die Bundesstraße 6. Wer lieber mit der Bahn fährt, nimmt den Regionalzug Erixx mit Ziel Bad Harzburg. Museum und Besucherbergwerk liegen an der Straße Bergtal 19 in 38640 Goslar.
Der Marktplatz mit dem Rathaus in Goslars Altstadt. (Foto: Swen Pförtner/dpa)
Der Marktplatz mit dem Rathaus in Goslars Altstadt. (Foto: Swen Pförtner/dpa)
Was gibt es noch?
Goslar mit seiner historischen Altstadt und der Kaiserpfalz ist immer einen Besuch wert. Wer den Besuch des Rammelsberges mit einer Wanderung verbinden will, hat dazu natürlich auch Gelegenheit - man ist ja im Harz…
Raus zur Wanderung

Am Parkplatz der Weltkulturerbestätte Rammelsberg beginnt eine Wanderung, die immer wieder schöne Ausblicke bietet.
Zu Beginn sollte man unbedingt einen Abstecher zum Maltermeister Turm einschieben. Der schmale Weg dorthin ist einigermaßen steil, aber am Ziel liegt die Stadt Goslar zu Füßen. Auch der Turm hat etwas mit der früheren Gewinnung der Bodenschätze zu tun. Seine Glocke rief die Bergleute zur Schicht oder warnte vor feindlichen Angriffen. Später diente das gedrungen wirkende Gebäude mit seinen 75 Zentimeter dicken Wänden dem Maltermeister als Wohnung. Dieser hatte das Holz zu verwalten, das als Feuerung für die Erzgewinnung herbeigeschafft werden musste. Heute beherbergt das Gebäude eine Gaststätte.
Der Maltermeister Turm gilt als ältestes Über-Tage-Gebäude des deutschen Bergbaus. (Foto: Handout Stadt Goslar)
Der Maltermeister Turm gilt als ältestes Über-Tage-Gebäude des deutschen Bergbaus. (Foto: Handout Stadt Goslar)
Nach dem Besuch des Turms geht es auf dem Borchersweg wieder bergauf zur Hütte am Sidecum. Angeblich rührt die Bezeichnung vom plattdeutschen “Sieh deck um!” her. Wer der Aufforderung folgt, sieht bei entsprechendem Wetter den Brocken. Es folgt ein ruhiges Tal und dann der höchste Punkt der Strecke. Der Fastweg führt nicht weiter bergauf, der folgende Pfeifenweg dann wieder bergab am Herzberger Teich vorbei zum Ausgangspunkt der Tour.
Die beschriebene Wanderung ist knapp 9 Kilometer lang und bringt 600 Höhenmeter mit sich - jeweils 300 Meter bergauf und bergab. Sie führt über gut ausgebaute Wege.
Interaktive Karte zur Wanderung im Harz
Raus mit dem Rad

Von Bispingen durch die Heide
Durch typische Heideorte und -landschaften, Felder und Wälder führt eine Rundtour, die in Bispingen beginnt. Und nicht zuletzt liegen auch Ausflugsziele an der Strecke, die für sich schon einen Besuch lohnen.
Der Talkessel Totengrund bei Wilsede ist eine der spektakulären Heidelandschaften. (Foto: Handourt Lüneburger Heide GmbH)
Der Talkessel Totengrund bei Wilsede ist eine der spektakulären Heidelandschaften. (Foto: Handourt Lüneburger Heide GmbH)
Die Radtour startet am Bispinger Rathaus an der Borsteler Straße. Der Name ist Programm, denn Borstel mit der Heidelandschaft Borsteler Kuhlen ist der erste Ort auf der Tour. Durch Felder und Wälder geht es weiter über Hörpel und Döhle nach Egestorf, wo es nicht nur einen Baumwipfelpfad gibt, sondern auch den Barfußpark. Dort kann man seinen Füßen Gutes tun, auch wenn es sich nicht bei jeder Station auf Anhieb so anfühlt.
Im Barfußpark braucht man weder Schuhe noch Socken. (Foto: Irving Villegas)
Im Barfußpark braucht man weder Schuhe noch Socken. (Foto: Irving Villegas)
Auf dem Weg Richtung Nindorf verläuft der Weg durch ein Waldgebiet rund um die kleine Erhebung Ahrberg. An der Stelle, an der er Richtung Westen abknickt, liegt der Wildpark Lüneburger Heide, der sich rühmt, mit 1200 Tieren aus 140 verschiedenen Arten der artenreichste Wildpark in Norddeutschland zu sein. Ein Besuch allerdings ist schon für sich ein Tagesausflug. Die Radstrecke führt zunächst in das Örtchen Ollsen und dann über Undeloh in einen der bekanntesten Heideorte überhaupt. Wilsede wird oft als das Herz der Heide bezeichnet; der Wilseder Berg ist mit seinen exakt 169 Metern die höchste Erhebung der norddeutschen Tiefebene. Was Fahrradfahrer freuen mag: Der Ort mit seinen rund 40 Bewohnern ist autofrei.
In Bispingen schließt sich der Kreis dieser Radtour. (Foto: Handout Lüneburger Heide GmbH)
In Bispingen schließt sich der Kreis dieser Radtour. (Foto: Handout Lüneburger Heide GmbH)
Auf dem Weg Richtung Behringen folgt eine weitere Waldstrecke. Am Rand des Ortes befindet sich der Brunausee, in dem gebadet werden darf. Alternative wäre eine Tretbootfahrt, die vom Café Seeterrasse aus möglich ist. Die Zeit dafür kann man sich nehmen, denn bis Bispingen ist es nun nur noch ein Katzensprung.
Die beschriebene Tour ist 53 Kilometer lang. Die Wegequalität ist in der Regel gut, aber es gibt auch sandige Passagen. Deshalb empfiehlt es sich, ein Tourenrad, Mountain-Bike oder E-Bike zu benutzen. Bispingen ist mit dem Auto aus von Hannover über die Autobahn 7 zu erreichen, die Fahrtstrecke beträgt rund 95 Kilometer. Über einen Bahnanschluss verfügt der Ort nicht.
Interaktive Karte: Radroute durch die Lüneburger Heide
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Und schließlich...

Comedian Pedro Prüser in seiner Rolle als "Regionald". (Foto: Christina Kreutz)
Comedian Pedro Prüser in seiner Rolle als "Regionald". (Foto: Christina Kreutz)
…feiert die Region Hannover in diesem Jahr ihren 20. Geburtstag - unter anderem mit einem Tag der offenen Tür am Sonntag, 4. Juli, von 10 Uhr bis 18 Uhr im Regionshaus an der Hildesheimer Straße 24. Geboten werden unter anderem eine klassische Führung, eine Familienrallye und eine Inszenierung des Theaters Fenster zur Stadt. Der Innenhof dient als Picknickzone. Wer kommen will, muss sich via Internet auf der Seite www.hannover.de/20jahreregion anmelden und einen negativen Corona-Test nachweisen, der nicht älter als 24 Stunden ist.
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