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HAZ "Mal raus" - Gipfeltour und Spurensuche

Liebe Leserinnen und Leser, herzlich willkommen bei der neuen Ausgabe von „Mal raus“, Ihrem wöchentli
HAZ "Mal raus"HAZ "Mal raus"
HAZ "Mal raus"
Liebe Leserinnen und Leser,
herzlich willkommen bei der neuen Ausgabe von „Mal raus“, Ihrem wöchentlichen Freizeit-Newsletter der HAZ. Zum sechsten Mal haben wir im HAZ-Freizeit-Team eine Menge Tipps zusammengetragen, mit denen Daheimgebliebene, Zurückgekehrte und Noch-nicht-Verreiste Hannovers Umgebung in diesem Sommer neu entdecken können.
Diesmal wollen wir Ihnen präsentieren, wo Sie auf Goethes Spuren wandeln können, wie Kinder zu Fossilienforschern werden dürfen – und wir stellen Ihnen einige verwunschene Orte vor, sogenannte „Lost Places“.
Niedersachsen hat vielleicht keine Achttausender zu bieten. Doch für ein Küstenland kann es mit ziemlich spektakulären Bergpanoramen aufwarten. Der Harz ist gewissermaßen Hannovers Hausgebirge, und HAZ-Redakteur Bernd Haase hat sich dort auf eine Drei-Gipfel-Tour begeben. Goethe höchstselbst empfahl den Harz in warmen Worten: „Herrlicher Ausblick“, schwärmte er, als er – allerdings lange vor Bernd Haase – Teile dieser Route erkundet hatte.
Noch ein paar Millionen Jahre vor Goethe und Haase tummelten sich dort, wo heute Hannovers Osten liegt, Seeigel und andere Wassertiere in einem lauen Meer. In Mergelgruben in Anderten und Misburg kann man bis heute ihre Versteinerungen entdecken.
Für Sportliche haben wir alternativ eine Radtour zum Flughafen in petto – und da uns weiterhin sonnige Tage ins Haus stehen, präsentieren wir Ihnen lauschige Biergärten im Umland von Hannover, und wir verraten Ihnen, wo Sie in Hannovers City Kino im Freien genießen können.
Wir freuen uns, wenn wir Ihnen Anregungen für Aktivitäten in der Heimat geben können. Wenn Sie Ihrerseits Tipps für Touren haben, wenn Sie uns Lob, Kritik oder auch Anregungen für Freizeitaktivitäten zukommen lassen wollen – schicken Sie uns doch einfach eine Mail an freizeit@haz.de.
Schöne Sommertage wünschen Ihnen,
Simon Benne und Alina Stillahn
aus dem HAZ-Freizeit-Team

Der große Ausflug

Der Brocken – sagenumwobener Berg und beliebtes Wanderziel. (Foto: Swen Pförtner/dpa)
Der Brocken – sagenumwobener Berg und beliebtes Wanderziel. (Foto: Swen Pförtner/dpa)
Über die drei höchsten Harzer
Die drei höchsten Berge der Alpen an einem Tag zu besteigen ist ein Ding der Unmöglichkeit. Im Harz jedoch kann man das machen – mit einer Wanderung über den Achtermann, den Brocken und den Wurmberg. Man braucht dazu Kondition, Wanderschuhe und wetterangepasste Kleidung sowie gerne auch einen Rucksack mit Wegzehrung und, wenn man sich nicht nur auf die Beschilderung verlassen will, eine Wanderkarte – elektronisch auf dem Smartphone oder klassisch analog.
Ausgangspunkt der Tour ist das Gasthaus Königskrug an der Harz-Hochstraße. Von dort aus geht es zum Achtermann, mit 927 Metern der kleinste der drei hohen Harzer. Nach knapp der Hälfte der Strecke verzweigt sich die Route. Wir empfehlen die schwierige Variante, die nicht wirklich anspruchsvoll ist, aber landschaftlich schöner. Nach einer halben Stunde ist die Achtermannshöhe erreicht. Hier geht es im Vergleich zu Brocken und Wurmberg ruhiger zu, deshalb ist der Achtermann ein guter Platz für Rast und zweites Frühstück.
Die Wanderung verlangt entsprechende Ausrüstung. (Foto: Swen Pförtner/dpa).
Die Wanderung verlangt entsprechende Ausrüstung. (Foto: Swen Pförtner/dpa).
Vom Achtermann aus führt der ausgeschilderte Weg Richtung Brocken zunächst durch den Wald zum Dreieckigen Pfahl, dem historischen Grenzstein zwischen dem ehemaligen Herzogtum Braunschweig und dem ehemaligen Königreich Hannover. Heute verläuft hier die Grenze zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.
Die Route führt dann zum Goetheweg. Wahrscheinlich hat ihn der Dichterfürst im Jahr 1777 für seinen Aufstieg zum Brocken benutzt, aber gesichert ist das nicht. Wenn es so war, dürfte er weitgehend allein mit seinem Begleiter, einem Förster, unterwegs gewesen sein. Heute ist das anders, der vom Torfhaus kommende Goetheweg ist die am stärksten frequentierte Route zum Brocken.
Die Brockenbahn auf dem Weg vom Gipfelplateau ins Tal. (Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa)
Die Brockenbahn auf dem Weg vom Gipfelplateau ins Tal. (Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa)
Oben auf dem Gipfel in 1142 Metern Höhe wird man bei schönem Wetter nicht allein sein, weil auch die Schmalspurbahn Touristen dort hochbringt und die Fernsicht dann wunderbar ist.
Auf der dritten Etappe wandert man zunächst die Brockenstraße bergab, bis rechts der Weg durch den steilen, felsigen, aber dennoch gut begehbaren Eckerlochstieg hinunter nach Schierke führt. Dort weist ein Schild gleich am Ortsrand Richtung Wurmberg.
Durch den Wald und zuletzt in Serpentinen erreicht man Gipfel Nummer drei, 971 Meter hoch. Wer jetzt genug hat, kann auch mit der Seilbahn ins Tal zum Zielort Braunlage fahren. Von dort aus bringt einen die Buslinie 820 zurück zum Königskrug.
Die Wurmbergseilbahn bietet die Möglichkeit, die Tour am Ende abzukürzen. (Foto: Dröse)
Die Wurmbergseilbahn bietet die Möglichkeit, die Tour am Ende abzukürzen. (Foto: Dröse)
Wie lange dauert das?
Die Wanderung ist 22,6 Kilometer lang und kommt auf 1830 Höhenmeter, davon 820 Meter bergauf. Ohne größere Pausen dauert sie 5,3 Stunden. Wer am Ende Seilbahn fährt, spart knapp vier Kilometer Strecke und ein Stündchen Wanderzeit.
Der Brockengarten lohnt einen Besuch. (Foto: Matthias Bein/dpa).
Der Brockengarten lohnt einen Besuch. (Foto: Matthias Bein/dpa).
Was gibt es zu sehen?
Viel Natur und bei entsprechendem Wetter fantastische Aussichten. Auf dem Brocken lohnt dann der Panoramaweg; möglich ist auch ein Blick in den Brockengarten, der die ungewöhnliche Vegetation auf diesem Berg veranschaulicht. Im Brockenhaus kann man sich eine Ausstellung über die Geschichte und die Natur des Berges ansehen, beim Brockenwirt Hunger und Durst stillen. Letzteres geht auch in der Wurmberg-Alm einen Gipfel weiter. Wer noch nicht genug in die Ferne geblickt hat, kann den im vergangenen Jahr eröffneten Aussichtsturm besteigen.
Wie kommt man hin?
Mit dem Auto aus Richtung Hannover über die A7 zum Dreieck Salzgitter, dann auf der B6 über Goslar nach Bad Harzburg und schließlich auf der B4 (Harzhochstraße) zum Königskrug. Wenn dort keine Parkplätze frei sind, fährt man weiter nach Braunlage zum Zielort der Wanderung, stellt dort das Auto ab und nimmt die Buslinie 820 zum Königskrug. Mit der Bahn geht es stündlich von Hannover nach Bad Harzburg und dann weiter mit dem Bus.
Bis Königskrug dauert das insgesamt zwei Stunden. Für die Wanderung empfiehlt sich: Je eher man loskommt, desto besser ist es.
Der kleine Ausflug

Versteinerte Seeigel und Donnerkeile lassen sich im Mergel entdecken. (Foto: Eggers)
Versteinerte Seeigel und Donnerkeile lassen sich im Mergel entdecken. (Foto: Eggers)
Fossiliensammeln in Misburg
Vor rund 80 Millionen Jahren bedeckte ein warmes Meer die Landschaft im Osten Hannovers, wo später in Misburg und Anderten Mergel abgebaut wurde. Das hat Spuren hinterlassen. In dem Material lassen sich Fossilien finden, Ammoniten, Donnerkeile oder versteinerte Seeigel beispielsweise. Das Stöbern nach den urzeitlichen Relikten mit Hammer und Sammelbox macht Erwachsenen wie Kindern Spaß – zumal man die Fundstücke mit nach Hause nehmen kann. Ausrüstung wird gestellt, nach dem Fossiliensuchen im Hauptlager gegrillt.
Zerklüftete Landschaft: Blick in eine der Mergelgruben. (Foto: Felix Harbart)
Zerklüftete Landschaft: Blick in eine der Mergelgruben. (Foto: Felix Harbart)
Betreiber der Grube, die am Lohweg 8 in Hannover-Anderten liegt, ist die Firma Outdoor Hannover Events. Die hat noch mehr in petto – Bogenschießen oder Angeln im Grubensee beispielsweise. Für die Fossiliensuche sind unterschiedliche Angebote vorhanden – je nachdem, wie lange der Ausflug dauern soll. In jedem Fall ist eine Anmeldung erforderlich.
Wie das funktioniert und was in der Grube alles möglich ist, können Sie hier erfahren.
Raus mit dem Rad

Unsere Radtour hat nördlich von Hannover den Flughafen als Ziel. (Quelle: HAZ-Grafik: ll | Google Maps)
Unsere Radtour hat nördlich von Hannover den Flughafen als Ziel. (Quelle: HAZ-Grafik: ll | Google Maps)
Vom Maschsee zum Flughafen
Der Airport in Langenhagen ist nicht nur Start- und Landeplatz für Flugzeuge, sondern präsentiert sich auch als Ausflugsziel. Auch wenn die Erlebnisausstellung „Welt der Luftfahrt“ derzeit aus bekannten Gründen geschlossen bleiben muss, ist der Flughafen das Ziel des Tourenvorschlags in diesem Newsletter. Erstens hat die Strecke dorthin ihre Reize, zweitens dürfen Besucher mittlerweile wieder auf die Aussichtsterrasse.
Auch die meisten Restaurants und Geschäfte in den Terminals sind geöffnet.
Die Tour führt am Berggarten in Herrenhausen vorbei. (Foto: Florian Wallenwein)
Die Tour führt am Berggarten in Herrenhausen vorbei. (Foto: Florian Wallenwein)
Startpunkt ist wieder der Hellebardier am Maschsee-Nordufer. Die Strecke folgt zunächst der ausgeschilderten Regionsroute 8 mit dem Endpunkt Wedemark-Elze/Bennemühlen. Am Westufer des Maschsees geht es bis zum Schnellen Graben und von dort aus am Ihme-Ufer entlang. Es folgen Georgengarten und der Haupteingang zum Großen Garten in Herrenhausen.
Weiter geht es durch die Kleingartenanlagen von Burg und Vinnhorst zum Mittellandkanal, der nun ein Stück weit den Weg weist. Am Kraftwerk Stöcken ist es damit vorbei. Durch Wohngebiete und die Feldmark geht es Richtung Berenbostel und Stelingen.
Hinter dem Ort wird es endgültig ländlich. Dort fließt der Scheidegraben als Wegweiser Richtung Flughafengelände.
In Kananohe führt der Weg an einem Alpaka-Hof vorbei. (Foto: Ursula Kallenbach)
In Kananohe führt der Weg an einem Alpaka-Hof vorbei. (Foto: Ursula Kallenbach)
Am Westende des Airports führt die Tour durch Wald und Flur Richtung Kananohe. Dort verlässt die Strecke die Regionsroute 8. Sie knickt stattdessen nach rechts ab und führt durch das Dörfchen Evershorst mit dem Gestüt und den grasenden Vollblutpferden auf den Weiden zur Flughafenstraße. Nach etwas mehr als einem Kilometer und 34,5 Kilometer Gesamtstrecke ist man dann an den Terminals angekommen.
Zurück nach Hannover geht es mit der S-Bahn-Linie 5.
Der Flughafen ist für die Radtour Endstation. Andere brechen hier auf. (Foto: Julian Stratenschulte/dpa)
Der Flughafen ist für die Radtour Endstation. Andere brechen hier auf. (Foto: Julian Stratenschulte/dpa)
Hier gibt es die detaillierte Karte zu unserer Route
Korrektur: Das ist die Route vom Tiergarten bis zum Zoo
Die Region entdecken

Das sind die schönsten Biergärten rund um Hannover
Was? Wann? Wo?

Gartenfestival Herrenhausen: Wie Urlaub
Sommerkino – Filme an der frischen Luft
Das "Sommertreiben" in Hannovers Innenstadt ist eröffnet
Eine Geflügelschau: Kunst mit Augenzwinkern im Landesmuseum
Und schließlich?

Verfallen, verwittert, verloren – das sind Niedersachsens „Lost Places“
Sie wollen mehr wissen? Gern!
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