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HAZ "Mal raus" - Ein Bücherschatz und ein Osterspaziegang

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HAZ "Mal raus"
Liebe Leserinnen und Leser,
wir reden im neuen Freizeit-Newsletter einmal nicht über das Dingsda, die damit verbundenen Einschränkungen sowie andere Fürchterlichkeiten dieser Tage, sondern über das, was geht.
Die Ferien sind da, der Osterhase hoppelt sich warm und überall regt sich etwas. Wir sind dieses Mal weitgehend in der Region Hannover geblieben - mit einem literarisch angehauchten Osterspaziergang im Bullerbachtal, dem Frühlingserwachen in den Herrenhäuser Gärten und kindergerechten Ausflugstipps am Steinhuder Meer etwa.
Der große Ausflug führt nach Wolfenbüttel. Eine Bibliothek wird in diesem literarischen Umfeld nicht oft gewürdigt, aber diejenige in der einstigen Residenzstadt ist so besonders, dass ihr zum Jubiläum sogar Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier einen Besuch abgestattet hat. Wer es aufgekratzter mag: Die meisten Freizeitparks in Niedersachsen haben die Winterpause beendet.
Tipps und Anregungen nehmen wir wie immer gerne per Mail an freizeit@haz.de entgegen.
Bis zum nächsten Mal und frohe Ostern
Bernd Haase

Der große Ausflug

Der Bücherschatz
Die Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel ist am 5. April 450 Jahre alt geworden. Sie hat einige der kostbarsten Bücher der Welt in ihrem Bestand – und ist doch viel mehr als ein Museum.
Die Augusteerhalle ist die Herzkammer der Bibliothek. (Foto: Stadtmarketing Wolfenbüttel)
Die Augusteerhalle ist die Herzkammer der Bibliothek. (Foto: Stadtmarketing Wolfenbüttel)
Gemessen an der langen Geschichte der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel ist die Liste ihrer Direktoren erstaunlich kurz. Gerade einmal 25 Namen stehen zwischen dem aktuellen Leiter Peter Burschel und Herzog August dem Jüngeren, dem Namens- und wichtigsten Impulsgeber des Hauses. Der Herzog zu Braunschweig-Lüneburg und Fürst von Braunschweig-Wolfenbüttel kümmerte sich zwischen 1604 und 1666 höchstselbst um seine Büchersammlung.
Am 5. April 1572 unterzeichnete Herzog Julius – der Amtsvorgänger von Herzog August – die von ihm persönlich verfasste „Libereyordnung“, die als Gründungsdokument der Bibliothek gilt. Diese war schnell berühmt für die seltenen Bücher und Handschriften, die sie birgt – und wurde bald noch berühmter für die prominentesten Hüter dieses Schatzes. Gottfried Wilhelm Leibniz etwa hat während des Vierteljahrhunderts, in dem er (meist aus der Distanz) als Bibliothekar für das Haus zuständig war, ein weithin bewundertes System zur Katalogisierung entwickelt. Und mit Gotthold Ephraim Lessing, der von 1770 bis 1781 vor Ort an der Spitze stand, bekam Wolfenbüttel eine Anmutung von Glanz und Geist, von der die Stadt noch immer zehrt.
Gewaltiger Zeitspeicher: Die Bände in diesen Regalen stammen aus dem 17. Jahrhundert. (Foto: Julian Stratenschulte/dpa)
Gewaltiger Zeitspeicher: Die Bände in diesen Regalen stammen aus dem 17. Jahrhundert. (Foto: Julian Stratenschulte/dpa)
In der Herzog August Bibliothek wird nun die Jubiläumsschau „Wir machen Bücher“ gezeigt. Im Mittelpunkt stehen Bücher, die im Zusammenhang mit der Bibliothek entstanden sind. Vor allem sind das wissenschaftliche Arbeiten, es gibt aber auch aktuelle Erzählungen und historische Werke wie „Die römische Oktavia“, einen achtbändigen Roman von Herzog Anton Ulrich. Außerdem werden wertvolle Originale wie das Evangeliar Heinrichs des Löwen (nur bis zum 17. Mai) und Kuriositäten gezeigt, etwa das Tintenfass, mit dem Martin Luther auf der Wartburg nach dem Teufel geworfen haben soll. Die Schau ist bis zum 3. Juli dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr in der Bibliothek zu sehen.
Das Evangeliar Heinrichs des Löwen war bei seinem Ankauf mit 32,5 Millionen Mark das teuerste Buch der Welt. (Foto: Jochen Lübke/dpa)
Das Evangeliar Heinrichs des Löwen war bei seinem Ankauf mit 32,5 Millionen Mark das teuerste Buch der Welt. (Foto: Jochen Lübke/dpa)
Wie kommt man hin und was kostet das?
Das Schloss liegt am Lessingplatz 1 in Wolfenbüttel. Mit dem Auto geht es von Hannover aus über die Autobahn 2 bis zur Abfahrt Braunschweig-Nord und weiter über die A 39 und die A 36 bis zur Abfahrt Wolfenbüttel-Nordwest. Wer mit der Bahn fahren will, muss in Braunschweig umsteigen.
Die Schau “Wir machen Bücher” ist bis zum 3. Juli täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr zu sehen. Der Eintritt kostet für Erwachsene 5 Euro, ermäßigt 2 Euro.
In unmittelbarer Nachbarschaft zur Bibliothek befindet sich das Schloss Wolfenbüttel. (Foto: Margarete Arndt)
In unmittelbarer Nachbarschaft zur Bibliothek befindet sich das Schloss Wolfenbüttel. (Foto: Margarete Arndt)
Was gibt es noch?
Die gesamte Wolfenbütteler Altstadt, umringt von zwei Flussarmen der Oker, ist einen Bummel wert. Es gibt dort mehr als 1000 Fachwerkhäuser und manch malerische Ecke nebst umfangreichem gastronomischen Angebot. Eine davon heißt nicht umsonst Klein Venedig. Und dann wäre da noch das Schloss, zweitgrößtes seiner Art in Norddeutschland nach dem Leineschloss in Hannover. Es beherbergt in seinen Museumsräumen die einzigen im Original erhaltenen hochbarocken Staatsappartements des alten Landes Braunschweig. Die zwischen 1690 und 1740 gestalteten Repräsentations- und Privaträume zeigen den früheren Glanz des höfischen Lebens. Weitere Informationen finden Sie hier.
Der kleine Ausflug

Erlebnisse am Airport
In der Ausstellung am Flughafen geht es auch um die Geschichte der Luftfahrt. (Foto: Hannover Airport)
In der Ausstellung am Flughafen geht es auch um die Geschichte der Luftfahrt. (Foto: Hannover Airport)
Die Corona-Pause ist auch in der Erlebnisausstellung “Welt der Luftfahrt” am Flughafen Hannover in Langenhagen zu Ende gegangen. Sie ist nun ebenso wie die Aussichtsterrasse, der Shop und die Flugsimulatoren wieder geöffnet. Es gibt Mitmachstationen und Einblicke in Geschichte und Technik der modernen Luftfahrt - montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr.
Raus zur Wanderung

Osterspaziergang am murmelnden Bach
Der Osterspaziergang aus Goethes Faust dürfte der bekannteste Spaziergang der deutschen Literaturgeschichte sein. Eine Szenerie mit Anhöhe, Bach, Stadt und promenierendem Volk, wie sie der Dichterfürst beschrieben hat, lässt sich in Hannover nicht finden - mit etwas Fantasie aber im Bullerbachtal im Deister bei Barsinghausen.
Der Namensgeber des Bullerbachtals plätschert dahin. (Foto: Philipp von Ditfurth)
Der Namensgeber des Bullerbachtals plätschert dahin. (Foto: Philipp von Ditfurth)
Ausgangspunkt für die Wanderung durch eines der schönsten Waldtäler im Deister ist das Naturfreundehaus in Barsinghausen. Von dort aus geht es rechts des Bullerbachs, der natürlich vom Eise befreit ist, durch alte Buchenbestände zum sogenannten Berliner Platz. An der Gabelung führt der Weg links hoch Richtung Kamm. Von grünender Flur, wie es bei Goethe heißt, ist noch nicht viel zu sehen. Dafür kommt man ins frühere Kohlebergbaugebiet mit entsprechenden Informationstafeln.
Die Wanderung bietet auch Weitblicke - bei schönem Wetter bis zur Silhouette Hannovers (Foto: Philipp von Ditfurth)
Die Wanderung bietet auch Weitblicke - bei schönem Wetter bis zur Silhouette Hannovers (Foto: Philipp von Ditfurth)
Nach einer Bachquerung folgt ein steileres Stück zur Kreuzbuche. Für eine größere Runde nimmt man von dort aus den Weg geradeaus Richtung Heisterburg und weiter zur Bantorfer Höhe. Buntes Gewimmel wie bei Goethe beschrieben kann man sehen - allerdings neuzeitlicher unten in Form des Verkehrs auf der Autobahn. Schöner ist der Blick auf das Deistervorland in Richtung Hannover auf dem Rückweg zum Naturfreundehaus.
Des Pudels Kern im literarischen Sinn findet man nicht unbedingt - aber für eine Wanderung mit Hund ist die Tour geeignet. (Foto: Philipp von Ditfurth)
Des Pudels Kern im literarischen Sinn findet man nicht unbedingt - aber für eine Wanderung mit Hund ist die Tour geeignet. (Foto: Philipp von Ditfurth)
“Hier ist des Volkes wahrer Himmel, zufrieden jauchzet groß und klein: Hier bin ich Mensch, hier darf ich´s sein”, monologisiert der Faust am Ende seines Osterspaziergangs. Wenn für diesen Gemütszustand ein Getränk oder eine Kleinigkeit zum Essen als Grundlage reicht, ist man im Naturfreundehaus täglich außer donnerstags von 11 bis 18 Uhr gut bedient.
Die geschilderte Tour ist 12 Kilometer lang. Sogar 16 Kilometer sind es, wenn man mit der S-Bahn nach Barsinghausen fährt und auch den Weg zum Wanderparkplatz am Naturfreundehaus zu Fuß zurücklegt. Abkürzen auf 7 Kilometer lässt sich die Wanderung durch Verzicht auf den Schlenker zur Bantorfer Höhe. Stattdessen folgt man von der Kreuzbuche aus zunächst der Ausschilderung Richtung Hohenbostel und dann derjenigen Richtung Barsinghausen. So gelangt man über die Königsallee wieder ins Bullerbachtal und zum Naturfreundehaus. Dessen postalische Adresse lautet schlicht: Im Bullerbachtal.
Wanderroute durch das Bullerbachtal im Deister
Hannover entdecken

Blühendes und Barockes in Herrenhausen
Die Wasserspiele im Großen Garten sprudeln wieder. (Foto: Holger Hollemann/dpa)
Die Wasserspiele im Großen Garten sprudeln wieder. (Foto: Holger Hollemann/dpa)
Der Frühling hat derzeit zwar nicht wirklich an Fahrt gewonnen, aber in den Herrenhäuser Gärten sind sie schon in der Sommersaison. Die Wasserspiele sind angeschaltet, in den Beeten gibt es Frühblüher zu bewundern und im Schloss Museum läuft eine neue Ausstellung mit dem Titel “Was heißt hier Barock?”. In der geht es um das Lebensgefühl und den prunkbewussten Geist jener Zeit. Simon Benne hat sie sich angesehen; seinen Bericht lesen Sie hier.
Steinzeit im Landesmuseum - Ausstellung zu Erfindung der Götter
Sprengel-Museum zeigt Reuterswärd, Fahlström und Duchamps
Ausstellung in der GaF: Bettina Lockemann fotografiert Hannovers Straßen
Mal was anderes

Grüne Schätze am Meer
Das Naturparkhaus am Nordufer in Mardorf ist ein Anlaufpunkt für die grünen Schätze (Foto: Christian Stahl)
Das Naturparkhaus am Nordufer in Mardorf ist ein Anlaufpunkt für die grünen Schätze (Foto: Christian Stahl)
Wer in den Osterferien nicht in die Ferne schweift, kann vor der eigenen Haustür so manchen Schatz entdecken: Drei Hefte aus der Reihe “Grüne Schätze” sind die perfekten Reiseführer für Familien mit Kindern im Kita- und Grundschulalter, wenn es um spannende, aber gut zu bewältigende Rätseltouren im Naturpark Steinhuder Meer geht. Die Ziele sind der Wilhelmstein, die Badeinsel Steinhude und das Tote Moor. Vor Ort gilt es, knifflige Fragen zu lösen und so das Lösungswort zu knacken – damit ist der Schatz gehoben. Seit dem 1. April hat das Naturparkhaus Mardorf seine Türen wieder für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Von Mittwoch bis Sonntag, 11 bis 17 Uhr, sind alle drei “Grünen Schätze” dort kostenlos erhältlich. Im Steinhuder Scheunenviertel haben die Tourist-Info und das Naturpark-Infozentrum die Hefte auf Lager. Auf dem Wilhelmstein liegt der Inselschatz im frei zugänglichen Naturpark-Raum aus. Und unter www.hannover.de/gruene-schaetze stehen alle Veröffentlichungen der Reihe zum Anschauen und Herunterladen bereit.
Wohin am Wochenende?

Das ist Sonnabend, 9. April 2022, los
Das ist Sonntag, 10. April 2022, los
Und schließlich...

Die Achterbahn Big Loop im Heide-Park Soltau ist ein beliebter Klassiker. (Foto: Heide-Park Soltau GmbH)Park
Die Achterbahn Big Loop im Heide-Park Soltau ist ein beliebter Klassiker. (Foto: Heide-Park Soltau GmbH)Park
… wären da zum Beispiel der Heide-Park Soltau, der Serengeti-Park Hodenhagen oder der Vogelpark in Walsrode. Diese und die meisten anderen Freizeitparks in Niedersachsen haben rechtzeitig zu den Osterferien die Saison eröffnet. Anregungen für einen Besuch finden Sie hier.
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