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HAZ "Mal raus" - Barockes in Wolfenbüttel und Ausblicke im Süntel

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HAZ "Mal raus"
Liebe Leserinnen und Leser,
herzlich willkommen im neuen Jahr - man darf das auch Mitte Januar noch sagen, hat kürzlich ein Fachmann für Höflichkeiten im Radio erklärt. Wie es wird, dieses 2022, weiß keiner genau. Wenn wir einen zugegebenermaßen interessengeleiteten Wunsch äußern dürfen, dann den, dass neben allen möglichen anderen Dingen auch die Freizeitmöglichkeiten nicht mehr so eingeschränkt sind wie zuletzt.
Aktuell sind sie das noch. Deshalb verlegen wir in diesem Newsletter den Schwerpunkt in die Barockzeit. Fahren sie doch einmal nach Wolfenbüttel und besichtigen das Schloss mit seinen Prunkräumen aus dieser Epoche! Alternativ können Sie einen Spaziergang im Großen Garten in Herrenhausen unternehmen und dabei in virtueller Form dem hochverehrten Herrn Leibniz begegnen. Er wird Ihnen Fragen stellen.
Wandern im Süntel und Joggen an den Ricklinger Kiesteichen sind Formen der Freizeitgestaltung, die immer gehen. Und wenn Sie gerne Döner essen, sagt Ihnen HAZ-Feinschmecker Hannes Finkbeiner, wo sich das lohnt.
Die Tage werden schon wieder länger und hoffentlich bald auch wieder heller - in mancherlei Beziehung.
Einen erfreuliches Jahr 2022 wünschen
Bernd Haase und Simon Benne

Der große Ausflug

Der Glanz des höfischen Lebens im Barock
Über Jahrhunderte war Wolfenbüttel die welfische Residenzstadt und eines der kulturellen Zentren in Norddeutschland. Schloss Wolfenbüttel, entstanden aus einer mittelalterlichen Wasserburg, ist das zweitgrößte seiner Art in Norddeutschland nach dem Leineschloss in Hannover. Es beherbergt in seinen Museumsräumen die einzigen im Original erhaltenen hochbarocken Staatsappartements des alten Landes Braunschweig. Die zwischen 1690 und 1740 gestalteten Repräsentations- und Privaträume zeigen den früheren Glanz des höfischen Lebens.
Das Schloss mit seinen karmesinroten Fenstereinfassungen liegt im Herzen der Stadt. (Foto: Margarete Arndt)
Das Schloss mit seinen karmesinroten Fenstereinfassungen liegt im Herzen der Stadt. (Foto: Margarete Arndt)
Von Mitte des 14. Jahrhunderts bis 1754 diente das Schloss den Herzögen von Braunschweig-Lüneburg als Residenz. Aus der Reihe der welfischen Schlossherren ragt Herzog Anton Ulrich hervor, der es in einen Musenhof von internationalem Rang inklusive eines Theaters und der bereits von seinem Vater Herzog August gegründeten Bibliothek verwandelte. Letztere baute er aus.
Zum Schloss gelangt man über den einstigen Exerzierplatz. Schon der Hof mit seinen Arkadengängen macht etwas her. Das gilt dann umso mehr für die 14 Prunkräume im Inneren, die derart lebensnah gestaltet sind, als würden Anton Ulrich und seine Frau dort immer noch Hof halten. Der Weg führt vom Vorzimmer in das Audienzzimmer und weiter durch prachtvoll ausgestattete Räume wie etwa den Venussaal, in dem die fürstliche Familie speiste. Insgesamt kann sich der Besucher bei einem Rundgang über die knarrenden Holzdielen ein Bild vom Tagesablauf am Fürstenhof machen - vom Frühstück bis zur Abendunterhaltung mit Tanz und Glücksspiel.
Ein Blick ins Speisezimmer. (Foto: Museum Wolfenbüttel)
Ein Blick ins Speisezimmer. (Foto: Museum Wolfenbüttel)
Wie kommt man hin und was kostet das?
Da Schloss liegt am Schlossplatz 15 in Wolfenbüttel. Mit dem Auto geht es von Hannover aus über die Autobahn 2 bis zur Abfahrt Braunschweig-Nord und weiter über die A 39 und die A 36 bis zur Abfahrt Wolfenbüttel-Nordwest.
Wer mit der Bahn fahren will, muss in Braunschweig umsteigen. Geöffnet ist aktuell täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene 5 Euro, ermäßigt 2,50 Euro. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre zahlen nichts. Aktuell gelten in Sachen Corona die 2G-Regel sowie die Hygieneregeln inklusive FFP2-Maskenpflicht. Weitere Informationen gibt es hier im Internet.
Was gibt es noch?
Wolfenbüttel darf sich mit Recht Fachwerkstatt nennen. (Foto: Margarete Arndt)
Wolfenbüttel darf sich mit Recht Fachwerkstatt nennen. (Foto: Margarete Arndt)
Wer ausreichend Zeit hat, sollte einen Besuch der benachbarten Herzog-August-Bibliothek einplanen. Dort lassen sich nicht nur bibliophile Kleinodien vergangener Zeiten bestaunen, auch das Gebäude und die Räume sind sehenswert. Die gesamte Altstadt, umringt von zwei Flussarmen der Oker, ist einen Bummel wert. Es gibt dort mehr als 1000 Fachwerkhäuser und manch malerische Ecke. Eine davon heißt nicht umsonst Klein Venedig.
Der kleine Ausflug

Mit Leibniz durch den Großen Garten
Rainer Künnecke schlüpft in die Rolle des Universalgelehrten Leibniz. (Foto: Rainer Dröse)
Rainer Künnecke schlüpft in die Rolle des Universalgelehrten Leibniz. (Foto: Rainer Dröse)
Auf den Spuren von Gottfried Wilhelm Leibniz können Besucher täglich von 9 bis 16.30 Uhr durch den Großen Garten in Hannover-Herrenhausen wandeln. Dazu benötigen sie die App Actionbound, die sich kostenfrei und unkompliziert auf das Smartphone hinunterladen lässt.
Die digitale Rallye führt zu 13 Stellen, wo es spielerisch mathematisch-technische, philosophische und kulturhistorische Aufgaben zu lösen gilt. Auch das Leben in der Barockzeit am hannoverschen Hof wird in den Blick genommen. Am Ende lüften die Spaziergänger Leibniz’ Vermächtnis, über das hier natürlich nichts verraten wird.
In der Rolle des Universalgelehrten gibt der Schauspieler Rainer Künnecke unterwegs in kurzen Filmen Tipps.
Raus zur Wanderung

Eine Runde über den Süntel mit Ausblicken
Unsere Wanderung im Süntel ist 14,9 Kilometer lang. Tippen oder klicken Sie auf das Bild, um zur detaillierten Karte zu kommen. Grafik: GoogleMaps
Unsere Wanderung im Süntel ist 14,9 Kilometer lang. Tippen oder klicken Sie auf das Bild, um zur detaillierten Karte zu kommen. Grafik: GoogleMaps
Der Süntel liegt von Hannover aus betrachtet hinterm Deister und damit auch nicht so sehr im Blickfeld wie dieser. Dabei hat auch dieser bis zu 440 Meter hohe Höhenzug seine Reize, wenn man sich an der frischen Luft bewegen möchte und ein wenig Auf und Ab nicht scheut.
Von den Klippen des Hohensteins geht der Blick weit ins Wesertal. (Foto: Bernd Haase)
Von den Klippen des Hohensteins geht der Blick weit ins Wesertal. (Foto: Bernd Haase)
Am Süntel gibt es mehere Wanderparkplätze. Für diese Tour haben wir denjenigen an der Kreuzsteinquelle beim Örtchen Zersen gewählt. Von dort aus geht es zunächst entlang des Blutbachs zur Baxmannbaude. Über einen Treppensteig erreicht man dann die Hohensteinklippen und wird mit einem Ausblick ins Wesertal belohnt. Wer nicht schwindelfrei ist, sollte den Blick nicht nach unten richten. Die Steilwand fällt bis zu 40 Meter ab.
Das Erinnerungsschild am Dachtelfeld fällt etwas schlicht aus. (Foto: Bernd Haase)
Das Erinnerungsschild am Dachtelfeld fällt etwas schlicht aus. (Foto: Bernd Haase)
Nach etwa zwei Kilometern führt die Route dann Richtung Norden durch den Wald, den man hier in größeren Teilen nicht bewirtschaftet, in einer großen Kehre zum Dachtelfeld. Einige Historiker halten die Hochebene für den Ort einer heftigen Schlacht, bei der die Sachsen unter Herzog Widukind die Franken schlugen. Angeblich soll der Blutbach sich rot verfärbt haben und daher seinen Namen tragen.
Die Blutbachquelle, auch Totenbornquelle genannt, ist dann auch das nächste Etappenziel. Weiter geht es über die Moosköpfe, die wiederum schöne Blicke ins Blutbachtal bieten, zur Baxmannbaude und von dort zurück zum Ausgangspunkt.
Die Süntelbuchen haben zum Teil sehr bizarre Formen. (Foto: Bernd Haase)
Die Süntelbuchen haben zum Teil sehr bizarre Formen. (Foto: Bernd Haase)
Die beschriebene Tour ist 14,9 Kilometer lang, führt über gut ausgebaute, teilweise sogar recht breite Wege und stellt mit insgesamt 600 Höhenmetern keine sonderlich großen Anforderungen. Den Wanderparkplatz Kreuzsteinquelle erreicht man von Hannover aus mit dem Auto über die Autobahn 2 bis zur Anschlussstelle Rehren. Weiter geht es über die Landesstraße 434 nach Hessisch-Oldendorf und von dort über die Ortschaften Barksen und Zersen zum Parkplatz, der sich hinter dem Waldhotel Pappmühle befindet.
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Der Döner zählt zu beliebtesten Gerichten der Deutschen. (Foto: Ilona Hottmann)
Der Döner zählt zu beliebtesten Gerichten der Deutschen. (Foto: Ilona Hottmann)
… gibt es in allein in Hannover einer groben Schätzung zufolge 60 Lokale, die Döner Kebap anbieten. HAZ-Feinschmecker Hannes Finkbeiner hat zehn entsprechende Restaurants und Imbisse in der Region getestet und seine persönliche Rangliste erstellt. Sie finden Sie hier.
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