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HAZ "Mal raus" - Auswanderer und Ausflüge

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HAZ "Mal raus"
Liebe Leserinnen und Leser,
eine alte Bauernregel besagt: „Immer eitel Sonnenschein, kann auch im August nicht sein.” Da war der Bauer mal wieder schlauer und hat geschickt bei 2021 gespickt.
Aber wir machen Sie und uns für das kommende Wochenende wetterunabhängig. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Ausflug ins Auswandererhaus nach Bremerhaven? Dort ist die Dauerausstellung rundherum erneuert und erweitert worden. Sie wollen schneller ans Ziel? Dann auf nach Süden – von Hannover aus sind Sie ganz flott im Laatzener Wiesendachhaus, einem urgemütlichen Biergarten mit Innen- und Außenbereich, bei gutem Wetter auch durchs Grüne mit dem Fahrrad zu erreichen.
Sie wollen die schönste Stadt der Welt erst gar nicht verlassen? Dann haben wir etwas Großes für Sie, die Ausstellung „Big!” im Sprengel-Museum mit Sammlungsstücken von echtem Format.
Stöbern Sie einfach durch unsere Freizeitempfehlungen, es wird bestimmt etwas für Sie dabei sein! Und wenn Sie selbst einen Tipp haben – immer her damit, am besten per Mail an freizeit@haz.de.
Ihr
Uwe Janssen
aus dem HAZ-Freizeit-Team

Der große Ausflug

Über Auswanderung und Einwanderung
In dem mehr als 15 Millionen Euro teuren Erweiterungsbau des Auswandererhauses werden die Konflikte in Einwanderungsgesellschaften erörtert. Foto: Michael Bahlo/dpa
In dem mehr als 15 Millionen Euro teuren Erweiterungsbau des Auswandererhauses werden die Konflikte in Einwanderungsgesellschaften erörtert. Foto: Michael Bahlo/dpa
Diese Woche geht es nach Bremerhaven in ein Museum, das bei seiner Eröffnung das erste Deutschlands war, das sich mit dem Thema Migration befasste. Jetzt hat das Deutsche Auswandererhaus neue Räume - und neue Geschichten und Schicksale zu erzählen. Es wurde für 15 Millionen Euro umgebaut.
Auf insgesamt 3340 Quadratmetern Ausstellungsfläche (1300 Quadratmeter sind dazugekommen) untersucht die Ausstellung die Frage, wie Migranten die Reise in eine neue und fremde Welt erleben – und wie Einwanderungsgesellschaften mit den Menschen, die neu ins Land kommen, umgehen.
Durch den Neubau und die Neuausrichtung ergeben sich jetzt viele Vergleichsmöglichkeiten. Wie kamen die deutschen Einwanderer der vergangenen Jahrhunderte in der Neuen Welt zurecht? Und wie erleben die Arbeitsmigranten oder Flüchtlinge den Alltag in Deutschland?
Träume vom Aufstieg: Nachbau einer Textilfabrik in New York. Quelle: Deutsches Auswandererhaus
Träume vom Aufstieg: Nachbau einer Textilfabrik in New York. Quelle: Deutsches Auswandererhaus
Neu hinzugekommen sind einige Räume, die vom Ankommen in New York erzählen: eine deutsch-amerikanische Kneipe in New York aus dem Jahr 1934, ein Lebensmittelladen und ein Sweatshop, in dem vorwiegend jüdische Migrantinnen genäht haben.
Die Ausstellungsmacher schaffen so etwas wie begehbare Dioramen, schreibt HAZ-Kulturchef Ronald Meyer-Arlt, der die Ausstellung für uns besucht hat (HAZ+). Er findet, dass die Illusionsmaschine oft verblüffend gut funktioniert - und schränkt gleichzeitig ein: Zu laut wird’s nicht. Das Auswandererhaus bleibe ein Lernort, das Publikum werde zwar unterhalten, aber nicht unter Niveau.
Die Ausstellungsmacher schaffen so etwas wie begehbare Dioramen – und oft funktioniert die Illusionsmaschine verblüffend gut. Quelle: Werner Huthmacher/Deutsches Auswandererhaus
Die Ausstellungsmacher schaffen so etwas wie begehbare Dioramen – und oft funktioniert die Illusionsmaschine verblüffend gut. Quelle: Werner Huthmacher/Deutsches Auswandererhaus
Wie komme ich dahin?
Das Auswandererhaus liegt im Zentrum von Bremerhaven und ist täglich von 10 bis 18 Uhr (donnerstags bis 21 Uhr) geöffnet. Besucher müssen auf der Internetseite des Museums ein Zeitfenster buchen.
Nach Bremerhaven können Sie entweder mit dem Auto anreisen, dies dauert etwa zwei Stunden. Mit der Bahn brauchen sie von Hannover aus ungefähr genauso lange, nämlich 2 Stunden und 11 Minuten.
Der kleine Ausflug

Eine sommerliche Tour zum Wiesendachhaus
Gastfreundlich: Wirtin Elke Bostelmann vom Wiesendachhaus. Foto: Samantha Franson
Gastfreundlich: Wirtin Elke Bostelmann vom Wiesendachhaus. Foto: Samantha Franson
Für Familien und Naturfans ist das Laatzener Wiesendachhaus eine Ausflugsadresse ersten Ranges. Bei einer Tour zu dem pittoresk in der Leinemasch gelegenen Gebäude mit dem begrünten Dach kommen Radler ebenso auf ihre Kosten wie Spaziergängerinnen und Spaziergänger. Das Lokal bietet auf seiner Außenterrasse deftige Küche und kühle Getränke mitten im Grünen. Gruppen können auch einen großen Gasgrill anmieten und eigene Würstchen mitbringen; nur die Getränke müssen sie im Lokal bestellen. Für Kinder gibt es einen herrlichen, großen Spielplatz. Und auf dem Grundstück nebenan hält der umtriebige Forsthüter Siegfried-Karl Guder in einem riesigen Gehege Hühner und Pfauen.
Das schönste am Wiesendachhaus ist seine Lage. Auf den nahen Teichen schwimmen Schwäne, in der Umgebung hinterlassen Biber ihre Spuren, auch Eisvögel wurden hier schon gesehen. Das Wiesendachhaus ist als Ziel (und Ausgangspunkt) von Spaziergängen beliebt. Ein besonders lauschiger, etwa 1,5 Kilometer langer Rundgang führt von hier aus durch den „Liebesweg“, der offiziell „In den Mühlenbreiten“ heißt. Er schlängelt sich zwischen der Alten Leine, einem grün überwucherten alten Arm der Leine, und einem Teich hindurch. Bemooste kleine Betonfundamente am Rande des Weges erinnern daran, dass hier vor etwa 100 Jahren eine Lorenbahn verlief, die abgebauten Ton in Ziegeleien beförderte.
Zwei ruhende Schwäne auf der Alten Leine in der Nähe des Wiesendachhauses. Foto: Manfred Kulinna
Zwei ruhende Schwäne auf der Alten Leine in der Nähe des Wiesendachhauses. Foto: Manfred Kulinna
Nördlich des Wiesendachhauses liegt, verwunschen zwischen Bäumen und Sträuchern, das Becken von Laatzens früherer Badeanstalt. Bis zum Bau des Stadtbades 1970 (heute das AquaLaatzium) wurde dieses genutzt, inzwischen erobert sich die Natur das Becken zurück. Weil man heute auf der großen Liegewiese nur noch an der Luft baden kann, wird das Areal auch „Luftbad“ genannt.
Weitere Infos zum Wiesendachhaus (täglich 12 bis 20 Uhr geöffnet) gibt es unter www.wiesendachhaus-laatzen.de oder unter (0511) 96769001.
Wie kommt man hin?
Von der City aus kommt man mit dem Rad rasch über die neue Veloroute 8 und entlang der Hildesheimer Straße nach Alt-Laatzen. Schöner ist allerdings die Strecke durch die Leinemasch, am Maschsee-Westufer nach Süden und dann durch Wülfeler und Laatzener Wiesen. Alternativ geht es mit den Stadtbahnlinien 1 oder 2 bis zur Haltestelle Eichstraße. Dort biegt man rechts in die Eichstraße ein, an deren Ende fährt man kurz rechts und gleich wieder links in die Talstraße. Nach einer Kurve überquert man die Leinebrücke – und jetzt sind es geradeaus noch 500 Meter bis zum Wiesendachhaus (Zum Fugenwinkel 1). Hier gibt es auch Parkplätze.
Was gibt es noch?
Kultur in der Natur: Im Park der Sinne finden immer wieder Konzerte statt. Foto: Torsten Lippelt
Kultur in der Natur: Im Park der Sinne finden immer wieder Konzerte statt. Foto: Torsten Lippelt
Der Laatzener Park der Sinne, angelegt als Expo-Projekt unweit des Geländes der Weltausstellung, ist ein modernes Herrenhausen. Ein Stück kultiviertes Grün, das an verschiedenen Stationen alle Sinne anspricht. Es gibt plätschernde Wasserläufe, eine kühle Felsenschlucht und ein „Tal der Schmetterlinge“. Ein Bummel durch die vielfältig gestaltete Parklandschaft wird da schnell zu einem meditativen Akt. Mitten im Park liegt ein Café. Immer wieder stehen Führungen oder Konzerte im Grünen auf dem Programm. Mehr Infos dazu gibt es auf der Website. Geöffnet ist der Park zwischen Karlsruher Straße und Gutenbergstraße ganzjährig täglich von 6 bis 20 Uhr.
Mal was anderes

Hannovers “Bund Deutscher Mädel”
Auch in Hannover wurden junge Frauen und Mädchen während der Nazi-Zeit beim "BDM" indoktriniert. Foto: privat
Auch in Hannover wurden junge Frauen und Mädchen während der Nazi-Zeit beim "BDM" indoktriniert. Foto: privat
In der NS-Zeit lockte der „Bund Deutscher Mädel“ (BDM) viele Jugendliche mit gemeinsamen Fahrten und Aktionen, bei denen sie dem Elternhaus entfliehen konnten. Doch dabei wurden sie propagandistisch indoktriniert: „Die Nazis reduzierten Mädchen und Frauen auf die Rolle der Gebärenden neuer Soldatengenerationen“, sagt Dietmar Geyer.
Der 75-Jährige vermittelt Jugendlichen auf seiner Website die Geschichte der Stadt in der Nazi-Zeit. Intensiv hat er sich mit der „Hitlerjugend“ beschäftigt. Jetzt präsentiert er dort und bei Youtube ein achtminütiges Video über den BDM, der sein Heim am Ballhofplatz hatte (HAZ+) – und leistet so mit Fotos und Filmaufnahmen aus der Region Hannover ein Stück Aufklärung für die heutigen Jugendlichen.
Wohin am Wochenende?

„Best of Kleines Fest“ auf Schloss Marienburg
Große Kunst im Sprengel
Ideenmarkt mit Festivalcharme
Alle Facetten jüdischer Musik
Und schließlich

Er war der zweitletzte König Hannovers: König Ernst August I.
Er war der zweitletzte König Hannovers: König Ernst August I.
…verstarb vor 170 Jahren Hannovers König Ernst August. Der Geschichtsverein Springe erinnert mit einem Vortrag des Historikers Thomas Klingebiel an den Monarchen. Beginn ist am Sonntag, 29. August, um 16 Uhr im Ratskeller Springe, Zum Oberntor 1. Mit Heinrich Prinz von Hannover wird auch ein Nachfahre des Königs vor Ort sein. Wer dabei sein will, sollte sich unter der Telefonnummer (05045) 1457 vorher anmelden.
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