HAZ "Mal raus" - Zu Urviechern und Papierkranichen

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HAZ "Mal raus"
Liebe Leserinnen und Leser,
“es gibt eine Stille des Herbstes bis in die Farben hinein”, hat der Lyriker Hugo von Hoffmansthal vor rund 120 Jahren festgestellt. Das mit der Stille mag heutzutage nicht mehr in vollem Umfang gelten, aber farbenfroh ist diese Jahreszeit immer noch.
Wir haben deshalb in diesem Newsletter ein paar Tipps versammelt, die sich wunderbar für den Herbst eignen - einen Besuch im Wisentgehege in Springe beispielsweise. Für Radfahrer empfehlen wir eine Etappe der regionalen Kulturroute, die in Hildesheim beginnt und in Alfeld endet.
Sehenswert finden wir unter anderem die aktuelle Ausstellung im Landesmuseum in Hannover zur 75-jährigen Geschichte des Bundeslandes Niedersachsen. Und wenn Sie sich mehr als nur beim Herbstspaziergang bewegen wollen, ist vielleicht die Fitness-Challenge der Stadt Hannover einen Versuch wert. Alle Details dazu finden Sie weiter unten.
Wie immer gilt: Wir freuen uns über Lob und Kritik (mehr natürlich über Ersteres) und über Tipps und Hinweise an freizeit@haz.de per Mail.
Genießen Sie die Tage!
Bernd Haase und Simon Benne
aus dem Freizeit-Team der HAZ

Der große Ausflug

Im Gehege
Eigentlich steht im Wisentgehege in Springe zu dieser Jahreszeit das Hubertusfest als einer der Höhepunkte im Veranstaltungskalender auf dem Programm. Wegen Corona muss es erneut ausfallen, aber ein Besuch lohnt trotzdem - als Herbstspaziergang in der 90 Hektar großen baumbestandenen Fläche mit allerlei Gelegenheit zur Tierbeobachtung.
Die Wisente sind das größte Landsäugetier Europas und Namensgeber des Geheges in Springe. (Foto: Peter Steffen/dpa)
Die Wisente sind das größte Landsäugetier Europas und Namensgeber des Geheges in Springe. (Foto: Peter Steffen/dpa)
Am schönsten ist es im Wisentgehege früh am Morgen, wenn noch leichter Duft feuchten Laubes in der Luft liegt und die Sonne - wenn sie denn scheint - sich langsam hinter den Bäumen hochkämpft. Man kann hier sehr gut zur Ruhe finden.
Das Wisentgehege ist 1928 zu dem einzigen Zweck gegründet worden, die namensgebenden Urviecher vor dem Aussterben zu retten. In freier Wildbahn war das damals schon der Fall, es lebten nur noch ein paar Dutzend Tiere in Menschenhand. Heute sind es nach erfolgreichen Zucht- und Auswilderungsprogrammen wieder einige Tausend.
Auf dem Falkenhof finden täglich zweimal Greifvogelvorführungen statt. (Foto: Thomas Hennig)
Auf dem Falkenhof finden täglich zweimal Greifvogelvorführungen statt. (Foto: Thomas Hennig)
Im Lauf der Jahre sind dann viele weitere Tiere nach Springe gekommen. Heute kann man dort 100 Arten der nördlichen Hemisphäre begegnen - Bären, Wölfen, Hirschen, Elchen, Vielfraßen, Luchsen, Wildpferden und Greifvögeln etwa, um nur einige zu nennen.
Zu den Aufgaben des Wisentgeheges gehören nicht nur Arterhaltung und Tierpräsentation sondern auch Umweltbildung. Es gibt jede Menge Informationstafeln und eine Gehegeschule. Täglich laufen Präsentationen der Polar- und Timberwölfe sowie Flugschauen mit den Greifvögeln. Kinder können sich zudem auf einem Spielplatz vergnügen. Im Café Wild lässt sich stilecht tafeln. Und für die Herbstferien hat sich die Gehegeleitung etwas Besonderes ausgedacht: Täglich um 10 Uhr startet das Raubtierfrühstück, eine geführte Tour zu den Tieren, die gefüttert werden. Unterwegs erzählen die Tierpfleger Wissenswertes zu ihrer Arbeit und ihren Schützlingen.
Kürzlich ist ein neuer Spielplatz eröffnet worden. (Foto: Jan-Erik Bertram)
Kürzlich ist ein neuer Spielplatz eröffnet worden. (Foto: Jan-Erik Bertram)
Wie kommt man hin und was kostet das?
Das Wisentgehege liegt an der Straße Wisentgehege 2 in Springe; zu erreichen von Hannover aus mit dem Auto über die Bundesstraße 217 und den Ortsteil Alvesrode. Geöffnet ist täglich von 9 Uhr an. Letzter Einlass ist aktuell um 17 Uhr, vom 1. November an um 16 Uhr. Tagestickets kosten für Erwachsene 12 Euro, ermäßigt 9,50 Euro. Kinder und Jugendliche zahlen 8 Euro. Außerdem sind Familientagestickets im Angebot. Weitere Informationen finden Sie hier.
Das Jagdschloss Springe wurde von Hofbaumeister Laves für Hannover Könige erbaut. (Foto: Andreas Zimmer)
Das Jagdschloss Springe wurde von Hofbaumeister Laves für Hannover Könige erbaut. (Foto: Andreas Zimmer)
Was gibt es noch?
Das aus dem 19. Jahrhundert stammende Jagdschloss Springe beherbergt heute ein Museum für Natur, Jagd und Kultur. Die Ausstellung informiert über die Lebensweise und Lebensräume einheimischer frei lebender Tierarten. Sie zeigt unterschiedliche Biotope zum Thema, vom Helgolandfelsen bis zum hohlen Baumstamm. Großflächige Wandgemälde des Tiermalers Fritz Laube (1914 – 1993) stellen einheimische Wildtiere dar und veranschaulichen ihren Lebensrhythmus im Jahresablauf. Das Jagdschloss liegt ganz in der Nähe vom Wisentgehege an der Landesstraße 461 zwischen Springe und Eldagsen.
Raus mit dem Rad

Ins Harzer Vorland und an die Leine
Die Domstadt Hildesheim eignet sich hervorragend als Ausgangspunkt für Radtouren. Eine davon führt über Bad Salzdetfurth und Bad Gandersheim im Harzer Vorland und weiter durchs Leinetal nach Alfeld. Sie ist Teil der regionalen Kulturroute.
Die Domäne Marienburg gehört heute zur Universität Hildesheim. (Foto: Bernd Haase)
Die Domäne Marienburg gehört heute zur Universität Hildesheim. (Foto: Bernd Haase)
Die Tour startet am Bahnhof in Hildesheim. Von dort aus geht es durch das Stadtgebiet zum Innerste-Radweg. Diesem folgt die Route vorbei an der Domäne Marienburg - sie stammt aus dem Jahr 1346 und gehört heute zur Universität Hildesheim - bis Klein Düngen. Dort knickt sie ab ins Lammetal Richtung Bad Salzdetfurth. Die Stadt verdankt ihre Entstehung der Salzgewinnung. Im Salz- und Kali-Bergbaumuseum kann man einen Eindruck von der Arbeit unter Tage gewinnen.
Durch den malerischen Kern von Bad Salzdetfurth führt die Strecke vorbei am Schloss und Landschaftspark Bodenburg und dem Kloster Lamspringe in die Kur- und Festspielstadt Bad Gandersheim. Zu sehen gibt es dort einiges - wenn man sich nicht die Zeit für eines der Museen nehmen möchte, lohnt auch der historische Markplatz mit seinem Fachwerkensemble für eine Pause.
Die Abtei ist Teil der sehenswerten Altstadt von Bad Gandersheim. (Foto: Stadt Bad Gandersheim)
Die Abtei ist Teil der sehenswerten Altstadt von Bad Gandersheim. (Foto: Stadt Bad Gandersheim)
Seinen Namen verdankt Bad Gandersheim übrigens dem Flüsschen Gande. Es dient als Wegweiser Richtung Westen über Kreiensen ins Leinetal. Von diesem Etappenort führt die Strecke Richtung Norden immer an der Leine entlang über Freden bis Alfeld. Dort befindet sich unter anderem die alte Lateinschule. Sie beherbergt heute das Stadtmuseum und gilt als eines der schönsten Fachwerkhäuser Niedersachsens.
Die vom Bauhaus-Architekten Walter Gropius entworfenen Fagus-Werke in Alfeld zählen zum Unesco-Welterbe. (Foto: Julian Stratenschulte/dpa)
Die vom Bauhaus-Architekten Walter Gropius entworfenen Fagus-Werke in Alfeld zählen zum Unesco-Welterbe. (Foto: Julian Stratenschulte/dpa)
Die geschilderte Tour ist 70 Kilometer lang und führt über gut ausgebaute Straßen und Wege. Das Profil ist größtenteils flach mit Ausnahme einiger Passagen im Harzer Vorland, wo es wellig werden kann. Abkürzen lässt sich die Route in Kreiensen, dann hat man 45 Kilometer zurückgelegt. Der Startort in Hildesheim ist mit dem Auto von Hannover aus über die Autobahn 7 oder die Bundesstraße 6 zu erreichen. Mit der Bahn geht es mit der S-Bahn-Linie 4 und mit Regionalzügen zum Hildesheimer Bahnhof. Ebenfalls mit Regionalzügen kann man von Kreiensen oder Alfeld aus den Startort wieder erreichen - oder gleich nach Hannover fahren.
Hildesheim bis Sehlem: Teil 1 der Strecke als interaktive Karte
Sehlem bis Alfeld: Teil 2 der Strecke als interaktive Karte
Hannover entdecken

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Mal was anderes

Stadt Hannover lädt zur Fitness-Challenge ein
Auch auf dem Fitnessparcours können sich Teilnehmer bewähren. (Foto: Katrin Kutter)
Auch auf dem Fitnessparcours können sich Teilnehmer bewähren. (Foto: Katrin Kutter)
Weil viele Volksläufe in diesem Jahr ausgefallen sind, organisiert die Stadt Hannover zusammen mit der Agentur Eichels Events und dem Turn-Klubb (TKH) als Ersatz eine sogenannte Fitness-Challenge für Freizeitsportler. Sie wird vom 31. Oktober bis zum März kommenden Jahres in den Disziplinen Laufen, Schwimmen und Workout auf städtischen Sportanlagen ausgetragen. Die Idee dahinter: Die Zielmarken, also etwa die Streckenlängen, steigern sich von Monat zu Monat - beim Laufen beispielsweise von einem Kilometer zu Beginn bis zum Halbmarathon im März. Nähere Informationen über Termine, Teilnahmegebühren und Anmeldemöglichkeiten finden Sie hier.
Und schließlich...

Die Kraniche am Kronsberg sind aus Papier, aber wetterfest. (Foto: Bernd Haase)
Die Kraniche am Kronsberg sind aus Papier, aber wetterfest. (Foto: Bernd Haase)
… könnten Sie der Freilichtgalerie Kronsberg einen Besuch abstatten. Dort ist noch bis zum 28. November an der Ecke der Straßen Weistfeld und Lehmbuschfeld die Ausstellung Flugkraniche zu sehen. Es handelt sich um von Künstlern handgefertigte Papierkraniche, jeder einzelne ist individuell. Ach ja - mit einem Herbstspaziergang am Kronsberg lässt sich der Besuch bei den Kranichen natürlich auch gut verbinden.
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