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HAZ "Mal raus" - Mäzene und Museen, Räder und Reptilien

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HAZ "Mal raus"
Liebe Leserinnen und Leser,
dieses Mal haben wir Ihnen eine gehörige Portion Kultur in unseren Newsletter gepackt. Wir empfehlen Ihnen unter anderem das Schloss Derneburg mit seiner Sammlung zeitgenössischer Kunst, eine Ausstellung über Mode und Nachhaltigkeit im Museum August Kestner oder den aktuellen Otello im Opernhaus, den HAZ-Kulturredakteur Stefan Arndt beeindruckend findet. Selbst auf der Radtour durch das Neustädter Land lässt sich Kulturhistorisches entdecken.
Dann wäre da noch der Winter, der zwar kalendarisch noch in der Warteschleife hängt, sich aber im Veranstaltungsprogramm schon bemerkbar macht - beim Winterzauber in Herrenhausen etwa oder beim Wintervarieté des GOP. Wenn Sie Alternativen zur Kultur suchen, könnten Sie das einzige in Hannover lebende Krokodil im Sea-Life-Aquarium am Berggarten besuchen.
Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Stöbern. Und wenn Sie uns selber einen Ausflugs-Tipp vorschlagen wollen, freuen wir uns auf eine Mail an freizeit@haz.de
Bleiben Sie munter,
Bernd Haase und Simon Benne
aus dem Freizeit-Team der HAZ

Der große Ausflug

Ein Schloss voller Kunst
Zunächst war es ein Kloster, dann Adelssitz und später Domizil des Künstlers Georg Baselitz - das in seinen Grundzügen aus dem Jahr 1143 stammende Schloss Derneburg im Landkreis Hildesheim hat eine wechselvolle Geschichte. 2006 kaufte es der Brite Andrew Hall, ließ es umbauen und präsentiert dort nun seine eindrucksvolle Sammlung zeitgenössischer Kunst.
Das Schloss Derneburg ist zu einer ersten Adresse in Sachen Kunst geworden. (Foto: Moritz Frankenberg/dpa)
Das Schloss Derneburg ist zu einer ersten Adresse in Sachen Kunst geworden. (Foto: Moritz Frankenberg/dpa)
Hall ist mit Öl und Hedgefonds zu Reichtum gekommen. Mit dem Geld haben er und seine Frau eine der weltweit größten Kunstsammlungen ihrer Art aufgebaut. In Derneburg, das mittlerweile zu den größten öffentlich zugänglichen Museen in Privatbesitz in Europa zählt, sind sowohl Dauerausstellungen als auch Sonderschauen zu sehen. Aktuell sind es unter anderem “The Passion”, die dem Blick zeitgenössischer Kunst auf christliche Symbolik gewidmet ist, oder eine Gemeinschaftsproduktion des spanischen Künstlers Jorge Galindo mit dem bekannten Filmregisseur Pedro Almodovar.
Dieses Gemeinschaftswerk von Jorge Galindo und Pedro Almodovar heißt "Selbstmörder-Blumen". (Foto: Roman März)
Dieses Gemeinschaftswerk von Jorge Galindo und Pedro Almodovar heißt "Selbstmörder-Blumen". (Foto: Roman März)
Was die Restaurierung angeht, will es Hall nicht beim Schloss belassen. Umliegende historische Ställe sind ebenfalls Ausstellungsräume oder werden es noch. Eine Bibliothek und ein Kino kommen hinzu und ein Hotel, in dem Kunstinteressierte übernachten können. In Derneburg gibt es schließlich schon jetzt mehr zu sehen, als man an einem einzigen Tag anschauen kann.
Wie kommt man hin und was kostet das?
In Sichtweite des Schlosses liegt der Bahnhof Derneburg, an dem die Erixx-Regionalzüge auf der Strecke zwischen Hannover und Bad Harzburg halten. Mit dem Auto fährt man über die Autobahn 7 bis zum Dreieck Salzgitter und dann weiter über die Bundesstraße 6, das sind insgesamt 50 Kilometer. Ein Tipp für Fahrradfahrer: Derneburg liegt am Innerste-Radweg. Geöffnet ist derzeit freitags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr, wobei der Einlass immer zur vollen Stunde ermöglicht wird. Die Tickets kosten 20 Euro, ermäßigt 16 Euro. Dringend empfohlen wird der Online-Kauf. Es gilt aktuell die 3-G-Regel. Weitere Informationen finden Sie hier.
Was gibt es noch?
Der Lavespfad führt an dem pyramidenförmigen Mausoleum des Grafen zu Münster vorbei. (Foto: Thorsten Bartnicki)
Der Lavespfad führt an dem pyramidenförmigen Mausoleum des Grafen zu Münster vorbei. (Foto: Thorsten Bartnicki)
Der kunstliebhabende Graf Ernst Friedrich Herbert zu Münster fasste 1815 den Entschluss, einen Landschaftsgarten im englischen Stil rund um das Schloss Derneburg anzulegen. Für diese Aufgabe suchte er sich den hannoverschen Hofbaumeister Laves. Heute führt der Laves-Kulturpfad als 2,5 Kilometer langer historischer Rundwanderweg durch das Gelände. Er beginnt am Glashaus beim Schloss und passiert Stationen wie Gärtnerhaus, Kutscherhaus, Mausoleum oder die Fischteiche.
Der kleine Ausflug

Lehrreiches über Bäume und Giftpflanzen
Der Spitzahorn ist einer von 62 Bäumen am neuen Lehrpfad. (Foto: Samantha Franson)
Der Spitzahorn ist einer von 62 Bäumen am neuen Lehrpfad. (Foto: Samantha Franson)
Die Waldstation in Hannovers Stadtwald Eilenriede hat gleich zwei neue Attraktionen: Auf dem 3,7 Hektar großen Gelände im Stadtteil Kleefeld gibt es nun neben zahlreichen Erlebnis- und Mitmachstationen sowie einem 32 Meter hohen Walderlebnisturm auch einen Baumlehrpfad und eine Anlage mit Heil- und Giftpflanzen. Der neue Lehrpfad umfasst 62 Baumarten, die auf dem gesamten Gelände zu finden sind. Auf einem Rundkurs vermittelt der Pfad einen Eindruck von der Baumvielfalt in der Eilenriede – vom Mammutbaum, der bis zu 3000 Jahre alt werden kann, bis hin zum Steinwechsel, einer genügsamen Baumart auf trockenen Standorten. Die Waldstation befindet sich an der Kleestraße 81.
Raus mit dem Rad

Eine Runde durch das Neustädter Land
“Erfahren Sie die Perlen des Neustädter Landes” - so werben die Touristiker für die Neustädter Landroute. Ob es wirklich Perlen sind, die sich auf dem Weg entdecken oder besichtigen lassen, muss jeder für sich selbst entscheiden. Zu sehen gibt es jedenfalls einiges - sowohl landschaftlich als auch kulturhistorisch.
Das Kloster Mariensee gehört zu den fünf Calenberger Klöstern in der Region. (Foto: Kathrin Götze)
Das Kloster Mariensee gehört zu den fünf Calenberger Klöstern in der Region. (Foto: Kathrin Götze)
Die Tour beginnt am Bahnhof des Neustädter Ortsteils Hagen. Von dort aus ist es nicht weit bis Mariensee, wo sich ein Kloster befindet, das im Jahr 1207 von Zisterzienserinnen gegründet wurde. Sie lebten weltabgeschieden in Klausur, wofür sich das Neustädter Land damals mit Sicherheit eignete. Heute bietet das Kloster ein breit gefächertes kulturelles Angebot sowie sehenswerte Gartenanlagen.
Von Mariensee aus führt die Route weiter in den Nachbarort Wulfelade und dann auf dem Leineradweg über Evensen nach Mandelsloh. In diesem Neustädter Ortsteil lohnt die Backsteinbasilika Sankt Osdag als Zwischenstopp. Sie stammt aus dem Jahr 1180, hat eine sehenswerte Innenausstattung und eine originelle Geschichte: Der Patron Osdag von Burgund soll angeblich im neunten Jahrhundert in einer Schlacht gegen die Normannen den Märtyrertod gestorben sein. Er taucht bloß leider in keinen Annalen auf, nirgendwo sonst wird er verehrt. Die Mandelsloher haben ihn exklusiv.
In Mandelsloh verlässt die Route das Leineland und führt Richtung Westen über Lutter nach Laderholz. Dort gibt es eine Wassermühle, die nur noch von außen zu besichtigen ist. Der Mühlenteich bietet sich aber als Raststätte für ein Picknick an.
Die Laderholzer Wassermühle geht in ihren Ursprüngen auf das Jahr 1167 zurück. (Foto: Mirko Bartels)
Die Laderholzer Wassermühle geht in ihren Ursprüngen auf das Jahr 1167 zurück. (Foto: Mirko Bartels)
Im Folgenden wird es auf der Tour sehr ländlich, bis dann als vorletzter Ort auf der Radreise Dudensen erreicht wird. Auch dort steht eine Mühle, aber anders als an der Laderholzer Wassermühle herrscht an der Dudenser Bockwindmühle noch ab und an Betrieb. Sie mahlen dort nicht mehr Korn zu Mehl, heizen aber regelmäßig den zugehörigen Lehmofen zu Backtagen an. Von Dudensen aus ist es dann nicht mehr weit bis Hagen, wo sich der Kreis dieser Tour schließt.
Vier funktionsfähige historische Windmühlen gibt es noch in der Region Hannover. Eine davon ist die Dudenser Bockwindmühle - hier bei einem Gottesdienst. (Foto: Mirko Bartels)
Vier funktionsfähige historische Windmühlen gibt es noch in der Region Hannover. Eine davon ist die Dudenser Bockwindmühle - hier bei einem Gottesdienst. (Foto: Mirko Bartels)
Die Neustädter Landroute ist 35 Kilometer lang, vom Profil her eben und führt bis auf wenige Ausnahmen über gut ausgebaute Straßen und Wege. Der Ausgangspunkt am Bahnhof in Hagen ist von Hannover aus mit den S-Bahnen der Linie 2 Richtung Nienburg zu erreichen. Mit dem Auto geht es über die Bundesstraße 6 bis zur Abfahrt Neustadt-Himmelreich und dann weiter über die Landesstraße 192 bis Hagen.
Interaktive Karte der Rad-Route
Hannover entdecken

Spiel mit Licht und Schatten: Die Show „Sombra“ im GOP-Wintervarieté
Premiere im Schauspielhaus: Aschenputtel als bunte Comedy
Schön und schlicht: Eine Ausstellung zu Mode und Nachhaltigkeit im Museum August Kestner
Oper als Offenbarung: Immo Karaman inszeniert „Otello“ in Hannover
Forschen für alle: Hochschulen in Hannover laden zum „November der Wissenschaft“ ein
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Zoo und Herrenhäuser Gärten in Hannover gehen in die Wintersaison
Mal was anderes

Wege zur Kunst in Neustadt
"I'm walking" lautet das Motto des Atelierspaziergangs in Neustadt. (Foto: Klaus Hoppe)
"I'm walking" lautet das Motto des Atelierspaziergangs in Neustadt. (Foto: Klaus Hoppe)
Spazierengehen ist das Thema einer großen Gemeinschaftsausstellung, die von Sonnabend, 6. November, bis Sonntag, 5. Dezember, im Schloss Landestrost in Neustadt am Rübenberge gezeigt wird. Zur Vernissage sind Neugierige für Freitag, 5. November, 18 Uhr, eingeladen. Zu sehen sind Arbeiten von 31 Kunstschaffenden aus der Region unter dem Titel „I’m walking – Spazierengehen“. Die Künstler laden allerdings nicht nur ein, ihre Werke im Schloss anzusehen, sondern öffnen auch an den Sonntagen 7. und 14. November jeweils von 11 bis 18 Uhr ihre Ateliers. Eine Liste finden Sie hier. Ach ja: Spazierengehen kann man auch sehr nett im Park von Schloss Landestrost oder in Neustadts Fußgängerzone.
Wohin am Wochenende?

Winterzauber in Herrenhausen
Rund 100 Aussteller sind in Herrenhausen mit von der Partie. (Foto: Christian Behrens/Archiv)
Rund 100 Aussteller sind in Herrenhausen mit von der Partie. (Foto: Christian Behrens/Archiv)
Kalendarisch ist noch Herbst, aber der nächste Winter kommt. In den Herrenhäuser Gärten gibt es von Donnerstag bis Sonntag einen Vorgeschmack in Form des Winterzaubers. Rund 100 Aussteller präsentieren im Schlosshof an illuminierten Ständen Kunsthandwerk, Weihnachtsschmuck und Geschenkideen. An Kulinarischem wird etwa Gourmet-Currywurst, Trüffelpommes oder Flammlachs im Angebot sein. Geöffnet ist am Donnerstag von 11 bis 20 Uhr, am Freitag und am Sonnabend von 11 bis 21 Uhr und am Sonntag von 10 bis 19 Uhr. Karten kosten 12 Euro, ermäßigt 9 Euro und können sowohl online als auch an der Tageskasse erworben werden. Wer 16 Jahre oder jünger ist, genießt freien Eintritt. Es gilt die 2-G-Regel.
Und schließlich...

Das Kubakrokodil Marie hat im Sea Life ein modernisiertes Gehege. (Foto: Katrin Kutter)
Das Kubakrokodil Marie hat im Sea Life ein modernisiertes Gehege. (Foto: Katrin Kutter)
… können Sie wieder das einzige in Hannover lebende Krokodil besuchen. Es hat sein Zuhause im Sea Life am Berggarten in Herrenhausen und war zuletzt einige Monate in einem Ausweichquartier bei Papenburg, weil das Gehege modernisiert wurde. Das Sea Life hat noch einiges mehr zu bieten. Was genau, erfahren Sie hier.
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