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HAZ "Mal raus" - Ins Museumsdorf und per Rad zum Geburtshaus von Wilhelm Busch

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HAZ "Mal raus"
Liebe Leserinnen und Leser,
Seuchen als Freizeittipp - und das auch noch in Zeiten, in denen die Corona-Pandemie nach wie vor das Leben mitbestimmt? Klingt schräg, geht aber. Im Roemer- und Pelizaeus-Museum in Hildesheim befasst sich eine neue Ausstellung mit vielen Aspekten mit der Kulturgeschichte der Seuchen. Simon Benne hat sie sich angesehen und empfiehlt einen Besuch.
Als Alternative führt ein größerer Ausflug ins Museumsdorf Cloppenburg. Wenn Sie, bevor die Tage noch kürzer und kühler werden, gerne noch mit dem Rad unterwegs sind, hätten wir eine Runde im Schaumburger Land im Angebot. Bei einem Spaziergang in Hannovers Stadtwald Eilenriede kann man nicht nur die bunten Farben des Herbstes bestaunen, sondern nebenbei auch etwas lernen. Auch das Herbstvergnügen auf dem Schützenplatz läuft noch.
Hoffentlich auch im Hinblick auf die anstehenden Herbstferien ist bei diesen und einigen weiteren Empfehlungen etwas für Sie dabei. Gerne nehmen wir auch Tipps und Anregungen entgegen, wie immer unter freizeit@haz.de per Mail.
Schöne Herbsttage wünschen Ihnen
Bernd Haase und Simon Benne
vom HAZ-Freizeit-Team

Der große Ausflug

Sechs Jahrhunderte an einem Ort
Mehr als 50 Gebäude stehen auf dem Gelände vom Museumsdorf Cloppenburg im Oldenburger Münsterland. Sie stammen aus der Zeit vom 15. Jahrhundert bis in die Neuzeit. Das Freilichtmuseum ist eines der größten und ältesten in Mitteleuropa und gehört zu den besucherstärksten Einrichtungen seiner Art in Niedersachsen.
Das Museumsdorf liegt mitten in der Kreisstadt Cloppenburg (Foto: dpa)
Das Museumsdorf liegt mitten in der Kreisstadt Cloppenburg (Foto: dpa)
Vor rund 100 Jahren hatte der Gymnasiallehrer Heinrich Ottenjann ein Heimatmuseum gegründet, den Vorläufer des heutigen Museumsdorfes. Ziel ist es, zu zeigen, wie Menschen in Nordwestdeutschland früher gewohnt und gelebt haben. “Früher” umfasst dabei eine Zeitspanne von 600 Jahren. Das älteste Gebäude auf dem Gelände ist ein Lehmspeicher aus dem Jahr 1480, das jüngste die im Sommer eröffnete Disco Zum Sonnenstein, die bis 2014 an ihrem früheren Standort in Harpstedt in Betrieb war.
Der Hof Quatmann war die erste Anlage im Museumsdorf. (Foto: Maximilian Hett)
Der Hof Quatmann war die erste Anlage im Museumsdorf. (Foto: Maximilian Hett)
Die einzelnen Anlagen sind mit Informationstafeln bestückt und können von innen besichtigt werden. Und nicht nur das: Es gibt Dauerausstellungen etwa zu Landmaschinen, Möbeln oder Uhren, dazu Sonderschauen. Auch Entdeckungstouren, Mitmachaktionen und Vorführungen über alte Handwerkskünste wie spinnen und weben sind im Programm - sowohl für Erwachsene als auch für Jugendliche und Kinder.
Die Disco soll kein Solitär bleiben. Um sie herum will das Museumsdorf einen neuen Bereich schaffen. Eine typische Siedlung der Fünfziger- und Sechzigerjahre wird es werden. Einen Tante-Emma-Laden gibt es schon, Fertighäuser, eine Bootsschuppen und eine Tankstelle sollen hinzukommen. Noch ist das im Planungsstadium, aber einen Vorgeschmack präsentiert das Museumsdorf in Form der Dauerausstellung mit dem Titel Konsum(t)räume schon.
Julia Schulte to Bühne zapft am Tresen der Disco. (Foto: Sina Schuldt/dpa)
Julia Schulte to Bühne zapft am Tresen der Disco. (Foto: Sina Schuldt/dpa)
Was kostet das und wie kommt man hin?
Das Museumsdorf an der Bether Straße 6 in Cloppenburg ist von März bis Oktober täglich von 10 Uhr bis 18 Uhr geöffnet, von November bis Februar von 10 Uhr bis 16.30 Uhr. Tageskarten kosten 9,50 Euro für Erwachsene; ermäßigt 6,50 Euro. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre zahlen 3,50 Euro. Außerdem sind Familien- und Gruppenkarten im Angebot. Die Museumskasse ist geöffnet, außerdem sind Online-Buchungen unter www.museumsdorf.de möglich. In Sachen Corona gelten aktuell die 3-G-Regeln - nachweislich geimpfte, genesene oder getestete Personen dürfen kommen.
Zu erreichen ist die Anlage von Hannover aus mit dem Auto über die Autobahnen 7 und 27 bis zum Bremer Kreuz und dann weiter über die Autobahn 1 und 29 bis Ahlhorn; das sind 180 Kilometer Strecke. Auch die Anreise mit den Regionalzügen der Westfalenbahn und der Nordwestbahn ab Hannover Hauptbahnhof ist möglich, dauert aber knapp 3 Stunden.
Der kleine Ausflug

Natur und Kultur in der Eilenriede
In der Eilenriede kommt Herbststimmung auf. (Foto: Julian Stratenschulte/dpa)
In der Eilenriede kommt Herbststimmung auf. (Foto: Julian Stratenschulte/dpa)
Langsam legen sich die Bäume wechseln die Bäume vom grünen Sommer- ins bunte Herbstkleid zu. Das gilt natürlich auch für Hannovers Stadtwald Eilenriede. Dort kann man einfach spazieren gehen oder unterwegs etwas lernen. Im Sommer hat die Stadt in der vorderen Eilenriede einen Natur- und Kulturpfad angelegt, bestehend aus an Bäumen aufgehängten Infotafeln. Die Ausstellungstafeln befassen sich mit Pflanzen, Tieren, Wasser und Waldpflege, aber auch mit der Nutzungsgeschichte, dem Wald als Ort für Spiel- und Sport, den Gaststätten, den Denkmälern und der Kunst. Der Naturpfad ist 1,1 Kilometer lang, der Kulturpfad 1,9 Kilometer. Kombiniert man beide und nimmt sich ausreichend Zeit zum Lesen, ergibt sich ein etwa zweistündiger informativer Spaziergang. Als Einstiegspunkte geeignet sind etwa das Neue Haus im Bereich der Musikhochschule sowie das Königinnendenkmal oder der Wakitu-Spielplatz an der Hohenzollernstraße.
Raus mit dem Rad

An die Weser und zu Wilhelm Busch
Der Bahnhof in Stadthagen ist Start und Ziel einer Tour, die durch das Schaumburger Land über den Mittellandkanal an die Weser führt. Auf dem Rückweg ist Wiedensahl ein Etappenort, bekannt als Geburtsort des humoristischen Dichters und Malers Wilhelm Busch.
Der Stadthagener Bahnhof stammt aus dem Jahr 1847 (Foto: Bernd Haase)
Der Stadthagener Bahnhof stammt aus dem Jahr 1847 (Foto: Bernd Haase)
Vom Bahnhof in Stadthagen führt die Route zunächst über die Nordsehler Straße Richtung Niedernwöhren und dann über die Hauptstraße an Meerbeck und Volksdorf vorbei zum Mittellandkanal. Anschließend geht es durch den Schaumburger Wald mit dem Forsthaus Baum. Bei Quetzen passiert die Strecke einmal die Landesgrenze zwischen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Der schönere von zwei Wegen nach Lahde führt durch die Lahder Marsch und passiert dort den Badesee des Ortes.
Das Örtchen Lahde mit der Kirche und der Klostermühle. (Foto: Bernd Haase)
Das Örtchen Lahde mit der Kirche und der Klostermühle. (Foto: Bernd Haase)
In Lahde bilden Kirche und Klostermühle Wegmarken auf der Route zum Schleusenkanal. Wenig später ist die Weser erreicht, die man über das Petershagener Stauwehr überqueren kann. Ab Petershagen folgt die Strecke einem Teilstück des Weserradweges über Ovenstädt und durch eine als Vogelrastgebiet bekannte Teichlandschaft nach Hävern. Dort steht die zweite Flussüberquerung an - dieses Mal mit der Fähre Petra Solara.
Die Weserfähre Petra Solara verbindet Hävern und Windheim. (Foto: Bernd Haase)
Die Weserfähre Petra Solara verbindet Hävern und Windheim. (Foto: Bernd Haase)
Nach der kurzen Fährfahrt verläuft die Tour von Windheim aus über die Örtchen Ilse und Rosenhagen nach Wiedensahl. Dort steht das Geburtshaus von Wilhelm Busch; auch das Museum im Alten Pfarrhaus ist dem Dichter und Maler gewidmet. Alternative wäre das Zollstockmuseum. Über Niedernwöhren geht es dann zurück zum Ausgangspunkt.
Vor dem Alten Pfarrhaus in Wiedensahl steht das Denkmal für Wilhelm Busch. (Foto: Bernd Haase)
Vor dem Alten Pfarrhaus in Wiedensahl steht das Denkmal für Wilhelm Busch. (Foto: Bernd Haase)
Die geschilderte Tour ist 50 Kilometer lang, vom Profil flach und führt über gut ausgebaute Wege und Straßen. Aber Achtung: In der geschilderten Version ist sie nur noch bis Ende Oktober und auch nur an den Wochenendtagen möglich. Hintergrund ist, dass die Passage über das Weserwehr in den Wintermonaten gesperrt bleibt und auch die Fähre Petra Solara dann nicht verkehrt. Alternative ist zum einen, vor Petershagen am östlichen Weserufer zu bleiben und den ausgeschilderten Weg über Jössen nach Windheim zu nehmen. Zum anderen kann man sich die Tour für das kommende Jahr vormerken.
Stadthagen ist von Hannover aus mit dem Auto über die Autobahn 2 und dann ab Bad Nenndorf über die Bundesstraße 65 zu erreichen. Mit dem Zug ist die Anreise mit der S-Bahn-Linie 1 Richtung Minden oder mit der Westfalenbahn möglich.
Die Fahrradtour im Detail
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Seuchen im Museum
Das Brueghel-Gemälde "Triumph des Todes" entstand um das Jahr 1620. (Foto: Simon Benne)
Das Brueghel-Gemälde "Triumph des Todes" entstand um das Jahr 1620. (Foto: Simon Benne)
Pocken, Pest und Colera - Seuchen waren sind seit Jahrtausenden des Menschen stete Begleiter. Das Roemer- und Pelizaeus-Museum in Hildesheim erkundet in einer monumentalen Ausstellung die Kulturgeschichte der Seuchen. Interdisziplinär schlägt sie Brücken zwischen Biologie und Kunst, Geschichtswissenschaft, Physik und Medizin. Zu sehen sind unter anderem eine nachgestaltete Lepra-Station und ein ebenfalls nachgestaltetes mittelalterliches Pestspital; dazu gibt es einen maßstabsgetreuen Nachbau des berühmten Anatomischen Theaters von Padua aus dem 16. Jahrhundert, in dem Studenten Sektionen verfolgten. Simon Benne war schon vor Ort; seinen Bericht lesen Sie hier.
Und schließlich...

Ende Oktober wird es im Großen Garten wieder leuchten. (Foto: Florian Petrow)
Ende Oktober wird es im Großen Garten wieder leuchten. (Foto: Florian Petrow)
… steht im Großen Garten in Herrenhausen die Laternenillumination mit passender Musik an, die den aus frühereren Jahrn bekannten Laternenumzug wegen der Corona-Pandemie wieder ersetzt. Besucher und Besucherinnen können eigene Laternen mitbringen. Das Ganze findet zwar erst am langen Wochenende vom 29. bis zum 31. Oktober statt, aber die Tickets sind limitiert und datumsgebunden. Deshalb empfiehlt die Stadt, den bereits angelaufenen Vorverkauf zu nutzen. Karten sind an der Kasse und im Infopavillon des Großen Gartens erhältlich. Sie kosten 4 Euro, ermäßigt 3 Euro. Kinder unter 12 Jahren zahlen nichts, benötigen aber ebenfalls ein Ticket.
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